Geschäftsbericht 2002-2004
Inhalt
1. Die IGfH - Fachverband und Netzwerkorganisation
2. Veranstaltungen der IGfH
2.1 Internationale Kongresse:
2.2 Bundestagungen
2.3 Fachtagungen
2.4 ExpertInnengespräche
2.5 Fortbildungen und Studienreisen
2.6 Qualifizierungsreihe
2.7 Inhouse-Fortbildungen
2.8 Fazit
3. Projekte
3.1 Bundesmodellprojekt INTEGRA
3.2 Forschungsprojekt „Familien in der Jugendhilfe“
3.3 Neuauflage Rechte-Ratgeber für Kinder und Jugendliche
3.4 Handreichung „Drogen in der Jugendhilfe“
3.5 Web-Seite „Dialog Jugendhilfe-Drogenhilfe“ (IGfH-FDR)
3.6 Internationales Fachkräfte-Austauschprogramm - P.E.P.
4. Publikationen
4.1 Gelbe Schriftenreihe
4.2 Reihe „Basistexte Erziehungshilfen“
4.3 Reihe „Erziehungshilfe-Dokumentationen“ (Blaue Reihe)
4.4 Fachzeitschrift „Forum Erziehungshilfen“
4.5 Weitere Publikationen
4.6 Internet (www.igfh.de)
5. Gremien
5.1 Mitgliederversammlung
5.2 Delegiertenversammlung und Vorstand
5.3 Regionalgruppen
5.4 Fachgruppen und Ad-hoc-Arbeitsgruppen
5.4 Externe Vernetzung
6. Öffentlichkeitsarbeit und Stellungnahmen
6.1 Öffentlichkeitsarbeit
6.2 Stellungnahmen
7. Internationale Aktivitäten
9. Entwicklung der Mitgliederzahlen
10. Situation der Geschäftstelle
10.1 Personalsituation, Räumlichkeiten
10.2 Beratungstätigkeit
1. Die IGfH – Fachverband und Netzwerkorganisation
Die Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGfH) ist ein bundesweit und international tätiger Fachverband für erzieherische Hilfen, der laut Satzung vor allem „die Förderung und Reform der erzieherischen Hilfen insbesondere der Heimerziehung im Sinne der Charta des Kindes und der UN-Konvention über die Rechte des Kindes“ beabsichtigt. Um dieses Ziel zu erreichen, organisiert die IGfH Kontakte und Erfahrungsaustausch zwischen Fachkräften, aber auch zwischen Jugendlichen, fördert Projekte zur Erforschung spezieller Probleme der erzieherischen Hilfen, leistet Information und Dokumentation, berät und gibt Hilfestellungen bei praktischen Problemen, versucht mitzuwirken bei der Entwicklung einer vorbeugenden Jugendhilfe, nimmt öffentlich Stellung zu sozialpolitischen Fragen und versucht, die Bedeutung der erzieherischen Hilfen und der Mitarbeiterinnen in das öffentliche Bewusstsein zu heben.
Die IGfH ist aber kein anonymer Verbandsapparat, sondern stellt eine von vielfältigen Impulsen und ehrenamtlichem Engagement getragene Netzwerkorganisation dar, die durch demokratisch gewählte Gremien, lokale Zusammenschlüsse, fachlich motivierte bundesweite Arbeitskreise und Gruppen sowie durch das Zusammenwirken von wenigen hauptamtlichen und „professionellen EhrenamtlerInnen aus dem sozialen Bereich“ gekennzeichnet wird. All diese Formen der Kooperation und des Engagements vieler kann ein Geschäftsbericht nicht wiedergeben, insofern stellt er einen Ausschnitt der gemeinsamen umgesetzten Ideen und Aktivitäten der aktiven IGfH-Mitglieder dar.
Gleichzeitig ist die Konturierung eines Fachverbandes trotz des Zusammenwirkens vieler immer auch an die Arbeit und das Engagement konkreter Personen gebunden. Hier muss explizit die Arbeit von Wolfgang Trede erwähnt werden, der nach über 10jähriger Tätigkeit für die IGfH als Geschäftsführer den Verband zu Beginn der auszuwertenden Periode verließ (Jan. 2003). Ihm muss explizit für seine akzentsetzende Arbeit gedankt werden, verbunden mit der gleichzeitigen Freude darüber, dass ein Wechsel in der Geschäftsführung und auf der Stelle der wissenschaftlichen Fachreferentin zu Beginn des Jahres 2003 nicht die Arbeitsfähigkeit der Geschäftsstelle und des Verbandes beeinträchtigt hat. Auch hier muss den Kolleginnen und Kollegen aus dem Vorstand, den Gremien und den Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle für die Unterstützung gedankt werden.
Der vorliegende Bericht über die zurückliegenden Jahre 2002 bis 2004 zeigt, dass ein gemeinsames Engagement unter dem Dach einer Fachorganisation auch in schwieriger werdenden Zeiten (Stichworte u.a. Ökonomisierung und Kostendruck, Zunahme regionaler Unterschiede und Gefährdung von fachlichen Standards der Hilfen, Ausspielen von Hilfeformen gegeneinander und Missachtung von Betroffenenrechten) in der Gesamtheit der Aktivitäten durchaus Akzente setzen kann. Dies sei hier nur anhand von einigen Akzentuierungen im Berichtszeitraum aufgezeigt, die sich in unterschiedlichen Aktivitäten wieder finden:
Lobby im Dienste des Wohles und der Rechte von jungen Menschen
Das wichtigste Ziel des Fachverbandes, die Übernahme einer Anwaltschaft für Rechte von jungen Menschen, die im Rahmen einer Hilfe zur Erziehung betreut werden, die in einer Pflegefamilie oder in einer anderen Form stationärer Erziehungshilfe leben, wurde im Berichtszeitraum durch das Engagement vieler Mitglieder wieder konkretisiert. So gelang es (2003) gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter eine vollständige aktualisierte Neuauflage des Ratgebers „Rechte haben und Recht kriegen“ herauszubringen, die allen Jugendämtern zur Verfügung steht und deren Auflage von 10.000 Exemplaren zu fast zwei Drittel schon vergriffen ist. Die Themen „Beschwerderechte“ und „Beschwerdemanagement“ (2003) fanden Eingang in Themenhefte des Forum Erziehungshilfen, auf ExpertInnentagungen und waren Bestandteile von Fort- und Weiterbildungen, die bewusst subventioniert werden. Gemeinsam mit anderen Verbänden machte die IGfH das Thema „Missbrauch von Minderjährigen in Institutionen“ öffentlich (2004). Weiterhin fand sich eine Arbeitsgruppe zusammen (2004), die zu Beginn 2005 ein Positionspapier zu „Kinderrechten in der Erziehungshilfe“ für die IGfH vorlegen wird.
Kooperationskultur und Weiterentwicklung einer nicht-ausgrenzenden Jugendhilfe
Mit großen Modellprojekten wie INTEGRA, das im Berichtszeitraum abgeschlossen wurde (30.09.2003) und in dem es gemeinsam mit Bundes- und Landesministerien, Kommunen und Landkreisen, Fachkräften und Leitungen um die flächendeckende Entwicklung von integrierten und sozialräumlichen Erziehungshilfen ging (Flexible Hilfen als Infrastrukturverständnis statt als zusätzliche abgrenzte neue Hilfeform), wurde neben der konkreten Zusammenarbeit von Fachkräften auch ein fachliches Steuerungsmodell durch Netzwerkbildung, verbindliche Kooperationsvereinbarungen und regionale Absprachen erfolgreich erprobt. Hilfreich erweist sich eine Einbindung der Erziehungshilfen in eine „sozialräumliche Strategie“ und zwar nicht nur unter dem Motto „vom Fall zum Feld“, sondern auch umgekehrt: Erziehungshilfe in ihrer Organisiertheit und in ihrem fachlichen (Einzelfall-)Handeln als Antwort auf Lebenslagen, Lebenswelten, soziale Räume, aber auch ökonomische und regionalpolitische Bedingungen zu begreifen und zu gestalten. Auf der anderen Seite gehört dazu eine engagierte und kritische Dauerbeobachtung der immer wieder neu „hoffähig“ gemachten Formen der Geschlossenen Unterbringung, der Ausgrenzung und des Wegsperrens von Kindern und Jugendlichen durch den Verband sowie die Auseinandersetzung mit den Argumenten der „neuen Argumentationsgemeinschaften“ um die freiheitsentziehende Maßnahmen in der Jugendhilfe.
Eine Kontur einer kooperativen Jugendhilfe und ihre Gewinne und Gefährdungen haben wir auch auf verschiedenen Ad-hoc-Tagungen (z.B. zur Ausschreibungspraxis in den Erziehungshilfen) (2004) oder in Publikationen (ForE-Heft zum Kostendruck oder im Band der gelben Reihe „Heimerziehung im Blick“) und Stellungnahmen (z.B. zum Kinder- und Jugendbericht) versucht, deutlicher werden zu lassen. Auf solche Gewinne durch Kooperation hat die IGfH im Berichtszeitraum auch verstärkt bei der Zusammenarbeit bei Tagungen und Publikationen mit anderen Trägern gesetzt.
Wahrung fachlicher Standards und Förderung der Selbstreflexion von Fachkräften
Im Berichtszeitraum waren die Mitglieder der IGfH und die Jugendhilfe insgesamt mit einer sich weiter verstärkenden Tendenz des „Abbröckelns“ bundesweiter Standards der Hilfeerbringung konfrontiert. Gesetzesentwürfe zur Entlastung der Kommunen im sozialen Bereich (KEG) und die Diskussion um die einheitliche gesetzliche Regelung der öffentlichen Daseinsfürsorge im Rahmen der Kommission von Bundestag und Bundesrat zur Modernisierung der bundesstaatlichen Ordnung (sog. Föderalismuskommission) im Jahre 2004 zeigen, dass es ganz konkrete Anzeichen und Bemühungen gibt, die Erbringung von Leistungen der Erziehungshilfen allein von der Finanzkraft der Kommunen abhängig zu machen. Die IGfH hat hier durch Stellungnahmen (2002, 2004) und Tagungen Öffentlichkeit hergestellt.
Im Berichtszeitraum wurden Positionspapiere zu Standards einzelner Hilfeformen veröffentlicht (z.B. Erziehungsstellen), auf vernachlässigte Themenbereiche aufmerksam gemacht (z.B. Heimerziehung und der Vormund), durch die Bundeskongresse zur Tagesgruppenarbeit, zur Heimerziehung, zu Erziehungsstellen, zu integrierten Erziehungshilfen öffentlich vertreten und konturiert, welchen fachlichen Hintergründen und Voraussetzungen die Übernahme einer Verantwortung für das Aufwachsen von jungen Menschen auch an außerfamiliären Orten bedarf.
Gleichzeitig haben wir den Fort- und Weiterbildungsbereich und die Angebote für aktuelle Ad-hoc-Tagungen sowie ExpertInnengespräche und Kongresse erheblich ausgeweitet und akzentuiert. Die öffentliche Begründung und Verteidigung von fachlichen Standards der Erziehungshilfen kann nur geleistet werden, wenn über relevante Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung regelmäßig informiert, ein fachlicher und kollegialer Austausch gewährleistet wird und eine Selbstreflexion der eigenen Profession und des organisierten pädagogischen Handelns möglich ist. Dazu hat die IGfH im Berichtszeitraum insbesondere durch die zugeschnittenen Inhouse–Seminare (z.B. in Form einer langjährigen Qualifikationsreihe für Heime in München), die Fachforen zu den Anforderungsprofilen in den Erziehungshilfen (2003), das regelmäßige Forschungskolloquium zu den Erziehungshilfen (mit dem ISS) und durch die Etablierung und Fortführung einer eigenen einführenden Buchreihe der IGfH im Juventa–Verlag (Basistexte Erziehungshilfe) beigetragen, die sich im Berichtszeitraum z.B. der Arbeit mit traumatisierten Kindern und dem Pflegekinderwesen widmete. In kooperativen Modellprojekten der IGfH wie dem Projekt „Familien in der Jugendhilfe“ mit der Universität Kassel (Uwe Uhlendorff) geht es schließlich um das Herausarbeiten von methodischen Zugängen beispielsweise beim Fallverstehen in der Familienarbeit (2002-2005). Schließlich haben wir uns auch in unseren Publikationen (z.B. in unserer „Gelben Reihe“ im Walhalla-Verlag zum Thema der „Dokumentationen“ im Rahmen der Erziehungshilfen) praxisnah mit Methoden und Zugängen der Sozialen Arbeit beschäftigt.
Sozialpolitische Verantwortung stärken und öffentlich Stellung beziehen
Die fachliche und inhaltliche Diskussion um Standards für die Arbeit in ASD, in Beratungsstellen und ambulanten Hilfen, in Heim- und Wohngruppen, in Tagesgruppen und im Bereich der Vollzeitpflege wird angesichts des Ökonomisierungsdruckes auf die Erziehungshilfen und des Rückzugs der öffentlichen Verantwortung für Erziehungs- und Hilfeleistungen nicht reichen. Die IGfH und ihre aktiven Mitglieder haben 2002 bis 2004 verstärkt auch ein sozialpolitisches und öffentliches Engagement entwickelt. Mit parlamentarischen Abenden (z.B. 2003 zu regionalen Disparitäten in der Jugendhilfe) und in sozialpolitischen Foren (2004) hat der Verband unter Einbezug von Politikerinnen und Politikern noch gezielter versucht, Themen verständlich und akzentuiert für den politischen Raum und interessierte BürgerInnen auch jenseits der Jugendhilfe aufzubereiten und so beim Aufbau einer „Lobby für Fragen des Aufwachsens in öffentlicher Verantwortung“ mitzuwirken.
Mit fachlichen und fachpolitischen Stellungnahmen z.B. zur erneuten Einführung der geschlossenen Unterbringung in Hamburg (2002/2003), zum Tagesbetreuungsausbaugesetz (2004) und zur Arbeit der Kommission von Bundestag und Bundesrat zur Modernisierung der bundesstaatlichen Ordnung (sog. Föderalismuskommission: 2004) haben der Vorstand und die Geschäftsstelle für und mit den Mitgliedern Stellung bezogen zur problematischen Neugestaltung von Hilfen für junge Menschen und gegen erneute Ausgrenzungstendenzen von jungen Bürgerinnen unter reinen Einsparüberlegungen. Fachpolitische Foren z.B. auf Großtagungen wie dem Deutschen Jugendhilfetag in Osnabrück (z.B. Michael Winkler zu Perspektiven der Erziehungshilfen im Rahmen einer IGfH-Veranstaltung) und die stets fachlich-politischen Kommentare unserer bundesweit beachteten Zeitschrift „Forum Erziehungshilfen“ im Juventa-Verlag komplettieren diese auch sozialpolitische Einmischungspraxis der IGfH im Berichtszeitraum, die auch in den folgenden Jahren von allen Aktiven der IGfH sicher weiter betrieben.
Den internationalen Blick schärfen und Lernen aus der Differenz
1961, also vor 44 Jahren, von friedenspolitisch und an einem internationalen Fachaustausch interessierten Fachleuten als FICE-Sektion Deutschland gegründet, war es für die IGfH im Berichtszeitraum – wie in den Jahren davor – eine Verpflichtung und ein Interesse, im Rahmen des internationalen Netzwerkes nicht-staatlicher Organisationen der Erziehungshilfe (FICE International) einen Länder übergreifenden regelmäßigen Austausch über Formen und Entwicklungen der außerfamiliären Unterbringung, der präventiven und ambulanten Hilfen zu führen und den Fachkräfteaustausch zu pflegen (siehe PEP-Programm). Mit dem von der IGfH ausgerichteten FICE-Kongress in Berlin (2002) unter dem Titel „Im Dickicht der Städte ... Großwerden in urbanen Räumen“ fand nach über 30 Jahren wieder dieser internationale Kongress in Deutschland statt und konturierte „gute“ soziale Arbeit und Politik für das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen in Städten.
Im Berichtszeitraum traten aber auch zehn neue Staaten der europäischen Union bei (Mai 2004). Ein Staatenbund mit 455 Millionen Bürgerinnen und Bürgern entstand. Freilich steckt die sozial- und jugendhilfepolitische Ausgestaltung der EU, gemessen an der Konturierung der Wirtschafts- und Wettbewerbspolitik, in den Kinderschuhen. Die IGfH hat und wird einen Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die Mitgestaltung dieser europäischen Perspektive legen, in dem sie im Berichtszeitraum z.B. ein Schwerpunktheft ihrer Zeitschrift den Erziehungshilfen in den neuen EU-Ländern widmete (2004), gemeinsam mit der Universität Trier und dem rheinland-pfälzischen Ministerium sich der „Heimerziehung im europäischen Vergleich“ annahm (2003), aber auch Auswirkungen von Urteilen des europäischen Gerichtshofes (z.B. zu Ausgestaltung von Arbeitszeitrichtlinien in Heimen: 2004) auf Fachtagungen diskutierte. Im Berichtszeitraum haben die gewählten, aktiven und hauptamtlichen VertreterInnen der IGfH überdies national und international angelegte Projekte zu Beteiligungsformen von Kindern und Jugendlichen in der Heimerziehung und zum Kinderschutz vorbereitet, die 2005 zum Tragen kommen werden. Im Berichtszeitraum und auch zukünftig wird die IGfH als Fachverband durch solche Initiativen und durch eigene - kooperativ organisierte - internationale Fachtagungen und ExpertInnengespräche weiter versuchen, in einem vergleichenden und kontrastierenden Blick die Perspektive von Kindern, Jugendlichen und Familien in den Erziehungshilfen und die unterschiedliche Organisiertheit pädagogischen Handelns in Europa offensiver zum Thema zu machen und nicht allein europäischer Richtlinienkompetenz zu überlassen.
Wir, die IGfH und ihre gewählten, aktiven und hauptamtlich tätigen Vertreterinnen und Vertreter, würden uns freuen, wenn Sie als Mitglied oder zukünftiges Mitglied der IGfH auf unserer - nur alle drei Jahre stattfindenden - Mitgliederversammlung am Mittwoch, den 14. September 2005 (10.00 bis 13.00 Uhr) vor der IGfH-Jahrestagung mit dem Titel „Hinter’m Horizont geht’s weiter – Perspektiven der Jugendhilfe – Zukunft für Kinder und Jugendliche“ in Dortmund diese und zukünftige Akzentuierungen bzw. Arbeitsschwerpunkte mit uns weiter diskutieren und konkretisieren.
Frankfurt a.M., im Juni 2005
Ihr Josef Koch
(Geschäftsführer)
Die Umsetzung der Rechte von Kindern und Jugendlichen im Sinne der Charta des Kindes und der UN-Konvention über die Rechte des Kindes sowie die systematische Berücksichtigung von Genderaspekten zur Förderung der Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen bzw. Frauen und Männern sind originäre verbandspolitische Anliegen der IGfH, die sich sowohl als Querschnittsthema in den verschiedenen Fachveranstaltungen als auch durch die Auswahl spezieller Fragestellungen für Einzelveranstaltungen im Veranstaltungsprogramm niederschlagen.
Ein weiteres, wichtiges Anliegen der IGfH ist es, einen spezifischen Beitrag zur Qualifizierung sozialpädagogischer Fachkräfte in der Praxis durch Fortbildung zu leisten. Alle Fortbildungen zielen vor allem auf die Unterstützung oder auch Entwicklung einer wertschätzenden, partizipativen Grundhaltung der Fachkräfte in der Erziehungshilfe gegenüber ihren AdressatInnen. Auf der Grundlage einer solchen Haltung sollen die Fortbildungsangebote der IGfH die Erweiterung von Handlungskompetenzen in der Praxis erzieherischer Hilfen durch die Vermittlung von Erkenntnissen und insbesondere auch Methoden sozialer bzw. pädagogischer Arbeit unterstützen. In allen Veranstaltungen wird Wert auf die Einbeziehung der Erfahrungen und Ressourcen der TeilnehmerInnen und auf einen effektiven Theorie-Praxis-Transfer gelegt. Die vermittelten Inhalte und Methoden sind theoretisch unterlegt und wissenschaftlich fundiert.
Um die genannten Ziele zu verfolgen und verschiedene Zielgruppen - nämlich sowohl MitarbeiterInnen der Praxisebene als auch Führungskräfte öffentlicher und freier Träger der Jugendhilfe, VertreterInnen von Verbänden und Politik sowie aus Lehre und Wissenschaft - zu erreichen, bediente sich die IGfH im Berichtszeitraum verschiedener Veranstaltungsformate:
· Fort- und Weiterbildungen · Studienreisen · ExpertInnengespräche · Fachtagungen · Kongresse und Bundestagungen. Insgesamt haben sich die Veranstaltungsaktivitäten der IGfH in etwa auf dem hohen quantitativen Niveau bewegt, welches bereits in der vorangegangenen Amtsperiode erreicht worden war.
Zusätzlich zu den bundesweit ausgeschriebenen und zentral durchgeführten Veranstaltungen wurden auch im Berichtszeitraum 2002-2004 zahlreiche Inhouse-Fortbildungsseminare in Einrichtungen öffentlicher und freier Träger der Jugendhilfe konzipiert und durchgeführt.
In den Berichtsjahren 2002-2004 wurden insgesamt durchgeführt:
· 1 internationaler Kongress · 5 Bundestagungen · 12 Fachtagungen · 14 ExpertInnengespräche · 16 mehrteilige Fortbildungsreihen · 34 Fortbildungsseminare · 2 Studienreisen · 47 Inhouse-Fortbildungsseminare. Allein an diesen Veranstaltungen nahmen ca. 5.900 FachkollegInnen aus verschiedensten Feldern der Jugendhilfe teil.
Darüber hinaus beteiligte sich der Fachverband mit der Ausrichtung von insgesamt nochmals sieben Fachveranstaltungen aktiv am 5. Bundeskongress Soziale Arbeit 2002 in Kassel sowie am 12. Deutschen Jugendhilfetag 2004 in Osnabrück. Eine Delegation des IGfH-Vorstandes hat außerdem am 44. Internationalen FICE-Kongress in Glasgow teilgenommen und dort einen Workshop gestaltet.
Es ist eine gute Tradition, dass die IGfH Veranstaltungen in Kooperation mit anderen Trägern vorbereitet und durchführt. Dies waren zwischen 2002 und 2004:
o die Paritätische Akademie Frankfurt/Main (als bewährter Partner bei
Allen KooperationspartnerInnen sei an dieser Stelle für die gute und konstruktive Zusammenarbeit herzlich gedankt! 2.1 Internationale Kongresse:
Der Kongress hatte sich als Rahmenthema die Frage gestellt, wie junge Menschen heute in den urbanen Räumen dieser Welt aufwachsen, wie unterschiedlich diese Räume sind und was soziale Arbeit und soziale Politik beitragen können, Kindern und Jugendlichen möglichst gute Bedingungen für ihre Entwicklung und für das Hineinwachsen in die Gesellschaft zu verschaffen.
Jeder der drei Kongresstage stand unter einem Motto, das jeweils eine Klammerfunktion über die jeweils Dutzende von Symposien, Arbeitsgruppen und Workshops einnehmen sollte. Der erste Tag diente der Problemanalyse, die entlang von Spannungsbogen städtischer Sozialisation erfolgte. So gab es z.B. Symposien zum Thema Kriminalität, Gesundheit oder Armut/Reichtum. Der zweite Kongresstag war der Tag der „best practice“. Gelungene Praxisbeispiele sozialer Arbeit, interessante neue Arbeitsansätze aus den verschiedensten Ländern wurden vorgestellt. Zudem gab es die sehr rege nachgefragte Möglichkeit, Einrichtungen und Dienste der Jugendhilfe in und um Berlin kennen zu lernen. Der dritte Kongresstag schließlich stand unter dem Rahmenthema “Kooperation”, denn nach Meinung der Kongressmacher geht es heute weniger darum, neue Dienste und Methoden einzuführen, sondern es kommt vor allem darauf an, dass sich bestehende Angebote vernetzen. Und so ging es am letzten Tag um die Möglichkeiten der Kooperation von Jugendhilfe mit anderen Instanzen wie der Schule, der Polizei, der Justiz, aber auch der Wirtschaft und dem Sport.
Die Dokumentation des Kongresses wurde 2003 als Band 23 in der IGfH-Reihe Erziehungshilfe-Dokumentationen veröffentlicht.
Deutlich wurde, dass Tagesgruppenarbeit sich in den letzten Jahren gerade in dem Bereich Eltern- und Familienarbeit enorm weiterentwickelt hat. Der Focus der Tagesgruppenarbeit hat sich vom Kind aus zu den Eltern und der gesamten Familie verändert. Tagesgruppen werden Trainingszentren zum Erwerb von Kompetenzen sowohl für Kinder als auch für Eltern und Familien. Die Begleitung der Kinder in ihren vielfältigen Lebenslagen und die Stärkung der Eltern in ihren erzieherischen Kompetenzen, damit ein Aufwachsen von Kindern in Familien weiterhin möglich ist, wird eine zentrale Aufgabe.
In den vielen sehr gut besuchten Workshops zum Thema Eltern-/Familienarbeit wurde deutlich, dass sich das Anforderungsprofil an die MitarbeiterInnen der Tagesgruppen ändert. Die Tagung zeigte, dass der Trend von der Gruppenpädagogik zur individuellen Pädagogik in der Gruppe weist. Die Diskussion der TeilnehmerInnen ist während der Bundestagung an diesen Punkten offen und spannend geblieben.
überregionalem fachlichen Austausch zu ihrem Arbeitsfeld gibt, organisierte die IGfH-Fachgruppe „Heimerziehung und sonstige betreute Wohnformen“ im Jahr 2003 eine weitere Bundestagung Heimerziehung.
Im Zentrum des inhaltlichen Programms stand diesmal der Arbeitsplatz Heimerziehung, d.h. sowohl das Berufsbild und die Berufsbefindlichkeit von sozialpädagogischen Fachkräften, die in stationären Erziehungshilfen arbeiten, als auch deren Arbeitsbedingungen. Das Kernthema hatte sich aus der Münsteraner Tagung abgeleitet, bei der die TeilnehmerInnen in einer Kartenabfrage nach den subjektiv dringlichsten Fragen im Zusammenhang mit Heimerziehung befragt worden waren.
Mit zusätzlich zum Veranstaltungsprogramm organisierten, zum Teil kurzfristig angesetzten, meist eintägigen Fachtagungen und Informationsveranstaltungen wurde 2004 ein neues Veranstaltungsformat geschaffen, mit dem zeitnah auf aktuelle fachpolitische Entwicklungen reagiert werden konnte. In kurzer Zeit wurden die TeilnehmerInnen über aktuelle Themen komprimiert informiert. Bewusst wurde auf einen breiten Raum zur Vertiefung und Diskussion verzichtet, damit im zeitlich gestrafften Rahmen möglichst viele Statements mit unterschiedlichen fachlichen Standpunkten vorgetragen werden konnten.
Die hohen TeilnehmerInnenzahlen bei diesen Fachtagungen sprechen dafür, dass ein hohes Informationsinteresse zu aktuellen fachpolitischen und fachlichen Entwicklungen besteht, welches mit solchen Veranstaltungen bedient werden kann. Gleichzeitig hat sich die IGfH durch das rasche Reagieren auf sich abzeichnende Entwicklungen und das Aufgreifen aktueller Diskussionen als Fachverband profiliert und aktiv in die fachpolitische Diskussion eingebracht. Die in diesem Zusammenhang angestrebten und aktiv von der IGfH gestalteten Kooperationen mit anderen Fachverbänden und Organisationen haben das Interesse, offensiver als bisher fachpolitisch wirksam zu werden, unterstützt durch das Schaffen sinnvoller Synergieeffekte, was auch das Erreichen anderer AdressatInnen, wie z.B. MitarbeiterInnen der öffentlichen Jugendhilfeträger, in weit stärkerem Maße als in der Vergangenheit zur Folge hatte.
Im Berichtszeitraum wurden folgende Fachtagungen durchgeführt, die hier weitgehend unkommentiert aufgelistet werden. Ausführlichere Berichte enthalten die jährlichen Sachberichte, die in der Geschäftsstelle oder unter www.igfh.de abrufbar sind.
1. Update für das Pflegekinderwesen - Qualitätsanforderungen an erzieherische Hilfen im familiären Setting. In Kooperation mit dem LJA Berlin, dem AK zur Förderung von Pflegekindern e.V. und PFAD - Bundesverband der Pflege und Adoptiveltern; Tagungsort: Berlin-Glienicke; Leitung: Heidrun Sauer; 01.-02.02.2002; 135 TeilnehmerInnen (TN)
2. Verhaltensauffällig oder psychisch krank? Zum Problem der Abgrenzung von Aufgaben und Zuständigkeiten zwischen Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie. In Kooperation mit dem LJA Berlin; Tagungsort: Berlin; Leitung: Marlies Rautenberg; 30.09.-01.10.2002; 49 TN. 3. Erziehungshilfen nach § 42 KJHG - Kollegialberatung von MitarbeiterInnen des Kinder- und Jugendnotdienstes sowie von Inobhutnahme-Einrichtungen. Tagungsort: Frankfurt/Main; Leitung: Graham Lewis, Rüdiger Riehm; 21.-23.10.2002; 22 TN
4. Fachsoftware für die Jugendhilfe. Auswahlkriterien und Entscheidungshilfen. Tagungsort: Nürnberg; Leitung: Helmut Kreidenweis; 22.10.2002; 22 TN
5. Europäische Fachtagung: Heimerziehung in Europa - Lernen aus der Differenz. Tagungsort: Mainz; 24.-25. 11. 2003; 84 TN
7. Ausschreibungen in der Erziehungshilfe. In Kooperation mit dem EREV; Tagungsort: Hannover; 17.06.2004; 63 TN
8. Einheit der Kinder- und Jugendhilfe – Zwischen regionalen Besonderheiten und bundesrechtlichen Regelungen. In Kooperation mit dem AFET, BkE, BKJ, BVkE, DBJR und EREV; Tagungsort: Berlin; 18.10.2004; 90 TN
9. Kinder und Jugendliche zwischen allen Stühlen. Vormund, HeimerzieherInnen, Pflegeeltern, Herkunftseltern und ASD – ein Team oder viele EinzelkämpferInnen? In Kooperation mit dem Deutschen Institut für Jugendhilfe und Familienrecht (DIJUF); Tagungsort: Kassel; 22.-23.11.2004; 111 TN
10. Rechtliche Rahmenbedingungen der Sozialraumbudgetierung bei den Erziehungshilfen. In Kooperation mit dem PARITÄTISCHEN Hamburg; Tagungsort: Hamburg; 07.12.2004; 34 TN
11. „Sozialraumorientierung in der Jugendhilfe“. In Kooperation mit dem PARITÄTISCHEN Sachsen-Anhalt; Tagungsort: Halle; 25.11.2004; 90 TN
12. „Kriminelle Kinder?“ – Pädagogische Zugänge und zuverlässige Hilfe für delinquente Kinder. In Kooperation mit der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen (DVJJ); Tagungsort: Göttingen; 09.12.2004; 22 TN Über die bundesweiten Veranstaltungen und Kongresse hinaus haben im Berichtszeitraum auch mehrere, meist eintägige regionale Fachtagungen stattgefunden, die überwiegend von den jeweiligen IGfH-Regionalgruppen veranstaltet worden sind. Diese Regionaltagungen zu aktuellen (über-) regionalen Jugendhilfeproblemen wie z.B. zum Pflegekinderwesen, zur Frage der geschlossenen Unterbringung oder zur Sozialraumorientierung in der Jugendhilfe sind wichtige Plattformen des regionalen Fachaustauschs über Einrichtungs- und Wohlfahrtsverbandszugehörigkeitsgrenzen hinaus und stellen zugleich einen „Andockpunkt“ für Vereinsmitglieder dar. Über einige der regionalen Tagungen erschienen Berichte im „Forum Erziehungshilfen“. An dieser Stelle sei vor allem den SprecherInnen der Regionalgruppen, welche die regionalen Tagungen (teilweise - wie in Berlin - mit bis zu 200 TeilnehmerInnen) organisieren und die Hauptarbeit haben, ganz herzlich für ihr Engagement gedankt.
Mit ExpertInnengesprächen wird das Ziel verfolgt, den Dialog zwischen Theorie und Praxis der sozialpädagogischen Arbeit zu befördern, moderne Entwicklungen zur Kenntnis zu bringen, zu analysieren und kritisch zu hinterfragen bzw. Impulse für neue Denkweisen und Praxisverfahren zu geben. Es werden jeweils gezielt ExpertInnen des jeweiligen Themas eingeladen, um ein neues oder neu bzw. anders zu verhandelndes Thema mit Blick auf die weitere Vereinsarbeit zu diskutieren. Häufig werden IGfH-ExpertInnengespräche in Buchform dokumentiert, führen zu Stellungnahmen und/oder zum Aufbau von Fortbildungsangeboten.
Im Berichtszeitraum wurden 13 ExpertInnengespräche durchgeführt, über die im Folgenden kurz berichtet wird (ausführlichere Berichte auch hierzu in den jährlichen Sachberichten):
· Drei Kolloquien “Forschung in den Erziehungshilfen“. Jeweils im März jeden Jahres (jeweils zwischen 25 bis 40 TeilnehmerInnen)
Seit 1990 treffen sich mindestens einmal jährlich KollegInnen, die im deutschsprachigen Bereich mit Heimerziehungs-/Erziehungshilfe-Forschung auf Initiative der IGfH befasst sind, um sich über geplante, laufende oder gerade abgeschlossene Projekte auszutauschen. Bereits seit 1993 werden diese Veranstaltungen in Kooperation mit dem Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik durchgeführt. Sinn und Zweck der jährlich stattfindenden Veranstaltungen ist es, den Fachaustausch zwischen ForscherInnen sowie einen frühen Theorie-Praxis-Transfer zu leisten.
· Pädagogische Dokumentation - Spurensuche in einem Entwicklungsland. Februar 2002 in Frankfurt/Main (23 TeilnehmerInnen)
Im IGfH-ExpertInnengespräch wurde sowohl grundsätzlich am Thema „Dokumentation pädagogischer Arbeit“ gearbeitet (u.a. Sinn und Zweck von Dokumentation, Erinnerung an die etikettierungstheoretische Debatte der 1970er Jahre, Akten und Sozialdatenschutz) als auch diskutiert, wie das Dokumentieren qualifiziert werden kann und wie Dokumentationen qualifizierend(er) auf Qualitätsentwicklungsprozesse einwirken können (u.a. durch eine stärkere Einbeziehung der Sichtweisen von Betroffenen, durch EDV-gestützte Dokumentationssysteme, durch systema-tische Verknüpfung mit Controllingverfahren). 2004 erschien in der Gelben Schriftenreihe der IGfH eine Dokumentation der Tagung: Heinz Henes/ Wolfgang Trede (Hg.): Dokumentation pädagogischer Arbeit. · Mädchen im Sozialraum. Juni 2002 in Frankfurt/Main (12 TeilnehmerInnen)
Das ExpertInnengespräch der IGfH im Juni nahm sich der Frage an, was Sozialraumorientierung für Jungen und was sie für Mädchen bedeutet. Durch vielfache Forschung belegt ist die Erfahrung eines geschlechtsspezifisch sehr unterschiedlichen Raum-Verhaltens, es ist mit Blick auf die geschlechtsspezifische Zugänglichkeit und Attraktivität eines Hilfeangebotes also hoch bedeutsam, welche konkrete Ausgestaltung Sozialraumarbeit annimmt, vor allem, ob sie jene geschlechtsbezogene Sensibilität entwickelt hat, die Voraussetzung für eine nicht-ausgrenzende Jugendhilfe ist.
Im Mittelpunkt der Diskussionen standen Überlegungen, wie eine Umsteuerung auf eine inte-
grierte, sozialräumliche Hilfestruktur gelingen kann, die gleichzeitig auf die Geschlechterperspektive (freilich auch in Bezug auf die kulturelle Dimension) qualifiziert wird.
· Gestiegene Anforderungen und alte Profile? Das Personal in den erzieherischen Hilfen. Juni 2003 in Frankfurt/Main (29 TeilnehmerInnen)
Die erzieherischen Hilfen haben sich insbesondere nach der Einführung des KJHG erheblich verändert, damit auch die Anforderungen an das Personal. Wichtige Fragen erfordern neue Antworten. So war es Ziel der Veranstaltung, gemeinsam mit Einrichtungen und MitarbeiterInnen Antworten zu finden z.B. auf Fragen nach einer verbesserten Ausbildung von Fachpersonal, nach zeitgemäßen Arbeitszeitmodellen und nach leistungsgerechter Entlohnung der Fachkräfte.
Die Abschlussrunde sammelte unter Moderation von Hans-Ullrich Krause und Josef Koch weiterführende Fragen, die zum Beispiel unter der Fragestellung „Arbeitszeit und Bereitschaftszeit“ und „Mobile Dienste und Flexible Arbeitszeit in den Erziehungshilfen“ weiter mit anderen Partnern diskutiert werden sollen. Die TeilnehmerInnen machten deutlich, dass hier eine wesentliche Aufgabe von überregionalen Organisationen liegen kann.
· Bindung und Nähe im Heim - Ergebnisse der neuen Bindungsforschung und ihre Konsequenzen für Ausbildung, Personalentwicklung und Praxis. Juni 2003 in Frankfurt/Main (53 TeilnehmerInnen)
Dieses ExpertInnengespräch wurde in Kooperation mit dem Institut für Sozialpädagogik und Sozialarbeit Frankfurt vorbereitet und durchgeführt.
Ziel des ExpertInnengespräches war, den FachkollegInnen aus Lehre und Praxis der Erziehungshilfen Erkenntnisse aus der Bindungsforschung zugänglich zu machen und in der Diskussion Handlungskonsequenzen für die Gestaltung struktureller und pädagogischer Prozesse insbesondere in stationären Einrichtungen der Erziehungshilfe abzuleiten. Als eine Schlussfolgerung aus der ExpertInnentagung wurde deutlich, dass in Form von weiteren Fachtagungen und Fortbildungen für sozialpädagogische Fachkräfte das Thema Bindung und Nähe weiter behandelt und bearbeitet werden sollte.
· Parlamentarischer Abend der IGfH zum Thema „Regionale Disparitäten in der Jugendhilfe“. März 2003 in Berlin (ca. 30 TeilnehmerInnen)
Zu diesem „Parlamentarischen Abend“ der IGfH trafen sich PolitikerInnen (Mitglieder des Bundestages von den Fraktionen SPD, FDP, CDU/CSU sowie von der PDS) und weitere Fachleute aus dem gesamten Bundesgebiet, um über das Problem „Regionaler Disparitäten“ in den erzieherischen Hilfen zu sprechen (darunter Vertreter aus dem Bundesministerium, den entsprechenden Ministerien aus Hessen, Brandenburg, Hamburg, sowie Vertreter des ISA Münster, dem deutschen Städtetag, Landesjugendämtern, dem DJI u.a.).
Der Vorstand der IGFH hatte dieses Thema ausgewählt, weil in unterschiedlichen Studien sowie bei vielen Gesprächen mit Fachkräften deutlich geworden ist, dass die zunehmenden Unterschiede in der Versorgung und Inanspruchnahme von erzieherischen Hilfen möglicherweise dramatische Formen angenommen haben.
Es fand ein breiter Fachaustausch statt, der deutlich machte, dass die eingeladenen Mitglieder des Bundestages großes Interesse am Thema hatten.
· Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in Institutionen. Umgang mit Fehlverhalten von Fachkräften in Einrichtungen der Erziehungshilfe
Im Rahmen des ExpertInnengesprächs, welches durch Initiative des BMFSFJ von zwölf Fachverbänden gemeinsam geplant und durchgeführt wurde, begann eine intensive fachliche Beratung und Bearbeitung dieses schwierigen Themas aus vielfältigen Blickwinkeln mit dem Ziel, durch die Enttabuisierung dieses Themas insbesondere leitenden Fachkräften aus Einrichtungen und Diensten der Erziehungshilfe Handlungssicherheit zu vermitteln.
· Was bringen die Ganztagsschulen für die Hilfen zur Erziehung? Möglichkeiten und Grenzen kooperativer Gestaltung von Lern- und Lebenswelten von Jugendhilfe und Schule. März 2004 in Frankfurt/Main (37 TeilnehmerInnen)
Im Kreis von rund 40 Experten und Expertinnen aus Jugendhilfe und Schule wurden die Möglichkeiten und Grenzen einer kooperativen Gestaltung von Lern- und Lebenswelten der beiden Systeme ausgelotet. Am ersten Tag wurden aus der Perspektive der Erziehungshilfen und von Schulseite grundsätzliche Fragen der Zusammenarbeit - ihre Möglichkeiten und Fallstricke - diskutiert. Auf der Grundlage dieser fachlichen Positionsbestimmung wurden dann am zweiten Tag Praxismodelle vorgestellt. Konkrete Erfahrungen der Ausgestaltung von Hilfen zur Erziehung im Kontext von Ganztagsschulen wurden ebenso besprochen wie Anforderungen an die Fachkräfte von Jugendhilfe und Ganztagsschulen. Dabei wurden auch die unterschiedlichen Formen von Ganztagsschulen berücksichtigt. Während der zwei Tage wurde deutlich, dass eine strukturelle Annäherung von Jugendhilfe und Ganztagsschule nur dann funktioniert, wenn die funktionalen Differenzen der beiden Systeme beibehalten und produktiv in den Prozess der Kooperation eingebracht werden. Ziel muss die kooperative Gestaltung kommunaler Lernorte sein.
· Was hat INTEGRA gebracht? Auswertung des Bundesmodellprojektes der IGfH (Laufzeit 1998-2003) zur Implementierung und Qualifizierung integrierter, regionalisierter Angebotsstrukturen in der Jugendhilfe. März 2004 in Frankfurt/Main (19 TeilnehmerInnen)
Ende 2003 wurde das in Trägerschaft der IGfH in fünf Regionen Deutschlands durchgeführte Modellprojekt INTEGRA abgeschlossen. Das ExpertInnengespräch diente vor diesem Hintergrund dazu, in einer kleinen Runde den Ertrag des INTEGRA-Projektes und die Perspektiven der integrierten und sozialräumlich angelegten Erziehungshilfen zu diskutieren.
In drei aufeinander aufbauenden Diskussionsrunden wurden vor allem auch über das Modellprojekt hinausweisende Fragen zur Anlage, Durchführung, Erkenntnisgewinnung, Evaluation und Verstetigung erörtert.
· Familienähnliche Betreuungsformen in der Erziehungshilfe. Oktober 2004 in Frankfurt/Main (21 TeilnehmerInnen)
Ausgangspunkt des ExpertInnengesprächs war die Wahrnehmung des Vorstandes der IGfH, dass sich in den vergangenen Jahren eine breite Palette familienähnlicher Betreuungsformen entwickelt hat, die in einem breiten Spannungsbogen liegen. Variierend zwischen „privaten Verhältnissen“ und „institutionalisierten Settings“ unterscheiden sich familienähnliche Betreuungsformen durch personelle und finanzielle Ausstattung, finden auf unterschiedlichen Rechtsgrundlagen statt und tragen darüber hinaus ganz unterschiedliche Bezeichnungen. Ziel des ExpertInnengespräches war es, einen Überblick über das bestehende Angebot zu erhalten, Probleme zu sichten und Aufgaben für die Entwicklung und Sicherung fachlicher Qualität familienähnlicher Betreuungsformen abzuleiten.
· Sozialpolitisches Forum der IGfH - Umbau des Sozialstaates: Einschätzungen und Schlussfolgerungen für die Arbeit in Erziehungshilfen. November 2004 in Berlin (23 TeilnehmerInnen)
Die Veranstaltung nahm die Veränderung der deutschen Sozial- und Jugendhilfepolitik (Stichworte: Hartz-Kommission, Agenda 2010), die generelle europäische Linie des Rückzugs sozialstaatlicher Verantwortung und die geringere Leistungstiefe staatlicher und kommunaler Daseinsvorsorge zum Anlass, die Auswirkungen für Menschen, die zeitweilig oder längerfristig auf Unterstützung angewiesen sind, zu diskutieren.
Indem die Auswirkungen dieser noch nicht vollständig übersehbaren Entwicklungen des Umbaus des Sozial- und Wohlfahrtsstaates offen und in kleiner Runde diskutiert werden konnten, war es möglich, erste Grundlagen und Orientierungen für eine verbandspolitische Ausrichtung zu gewinnen, die davon geprägt sein soll, die Rechte und Sichtweisen von Kindern und Jugendlichen (in den Erziehungshilfen) öffentlich in den Vordergrund zu stellen und eine nicht-ausgrenzende Kinder- und Jugendhilfe zu befördern. Diese sozialpolitische Diskussion nach innen und außen soll auch in den kommenden Jahren weitergeführt werden, um sozialpolitische Akzentsetzungen und Aktivitätsfelder für die Arbeit eines Verbandes innerhalb der Erziehungshilfen genauer zu bestimmen.
· Der Schläger geht, das Opfer bleibt! Mehr wirksamer Schutz für Frauen und Kinder durch das Gewaltschutzgesetz!? 18. November 2004 in Frankfurt/Main (8 TeilnehmerInnen)
Mit dem Expertinnengespräch verfolgte die Fachgruppe Mädchen und Frauen der IGfH einerseits das Ziel, Erfahrungswerte in der Umsetzungspraxis des „Gesetzes zur Verbesserung des zivilgerichtlichen Schutzes bei Gewalttaten und Nachstellungen“, kurz Gewaltschutzgesetz, aus verschiedenen Perspektiven zu sammeln, zu diskutieren und auszuwerten. Andererseits sollte mit der Tagung auch erreicht werden, den notwendigen arbeitsfeldübergreifenden Diskurs anzuregen.
Im Folgenden werden alle im Berichtszeitraum durchgeführten, bundesweit ausgeschriebene Fortbildungen, Fortbildungsreihen und Studienreisen tabellarisch nach Jahren geordnet aufgeführt.
2002: Fortbildungen (Nr. 1.-7.), Fortbildungsreihen (8.-17.)
1. Grundlagenseminar Erziehungshilfen; Tagungsort: Frankfurt/Main; Leitung: Erwin Jordan, Otto Jehn, Heinz Lüdde, Norbert Wieland; 13.-17.04.2002; 8 TN 2. Dokumentationswesen in der Erziehungshilfe mittels EDV - Fallbeispiel PädNet; Tagungsort: Cursdorf (Thür); Leitung: Günther Lachnit; 15.-17.05.2002; 16 TN 3. Qualitätsentwicklung in Einrichtungen der Erziehungshilfe praktisch; Tagungsort: Frankfurt/Main; Leitung: Achim Sonnenburg; zweiteilige Fortbildung 10.06.-12.06.2002 und 09.09.-11.09.2002; 8 TN 4. „Was tun mit den Jungs!“ Jungenpädagogisches Methodentraining; Tagungsort: Frankfurt/Main; Leitung: Gunter Neubauer, Reinhard Winter; 12.06.-14.06.2002; 18 TN 5. Ausreißer! Handlungsspielräume zwischen Laufenlassen und Wegschließen; Tagungsort: Magdeburg; Leitung: Werner Freigang, Henri Lehmann; 23.-25.09.2002; 18 TN 6. Der Berater im Familiengespräch: Statist oder Regisseur? Eine Einführung in die systemische Familienberatung; Tagungsort: Germerode; Leitung: Monika Rüsch; 23.-25.10.2002; 14 TN 7. Lösungsorientierte Familienarbeit in der Tagesgruppe; Tagungsort: Cursdorf (Thür.); Leitung: Ulrike Bavendiek; 06.-08.11.2002; 18 TN 8. Brennen - ja! Ausbrennen - nein! Selbstmanagement zur Erweiterung der beruflichen und persönlichen Kompetenz (Jhrg. 2001). Berufsbegleitende dreiteilige Fortbildung; Leitung: Mario Biel, Katrin Schröter; Tagungsort: Gernrode/Harz; 21.-23.01.2002; 18 TN 9. Umgang mit Konflikten und Gewalt in Einrichtungen der Erziehungshilfe (Jhrg. 2001). Berufsbegleitende vierteilige Fortbildung; Gesamtleitung: Mathias Schwabe; 18.-20.02.2002 in Bad Bentheim und 05.-07.06.2002 in Frankfurt/Main; 18 TN 10. Lust an Leitung! Know-how für TeamleiterInnen in der Erziehungshilfe (Jhrg. 2001). Berufsbegleitende vierteilige Fortbildung; Tagungsort: Germerode; Leitung: Ulrike Herr, Katrin Schröter; 27.02.2002 und 03.-05.06.2002; 19 TN 11. Professionelles Handeln im Sozialraum. Qualifizierungsprogramm für Fachkräfte aus den erzieherischen Hilfen (Jhrg. 2001). Berufsbegleitende fünfteilige Fortbildung; Tagungsort: Frankfurt/Main; Leitung: Friedhelm Buckert, Josef Koch, Maria Lüttringhaus, Angelika Streich, Regina Weißenstein, Mechthild Wolff; 28.-30.01.2002, 13.-15.05.2002 und 23.-24.09.2002; 21 TN 12. Aktivierende Methoden der Familienarbeit in der Erziehungshilfe. Berufsbegleitende vierteilige Fortbildung; Tagungsort: Germerode, Leitung: Gabriele Hankemeier; 11.-13.03.2002 und 07.-09.10.2002; 16 TN 13. Umgang mit Konflikten und Gewalt in Einrichtungen der Erziehungshilfe (Jhrg. 2002). Berufsbegleitende vierteilige Fortbildung; Gesamtleitung: Mathias Schwabe; 25.-28.03.2002 in Frankfurt/Main und 16.-18.09.2002 in Frankfurt/Main; 20 TN 14. Brennen - ja! Ausbrennen - nein! Selbstmanagement zur Erweiterung der beruflichen und persönlichen Kompetenz (Jhrg. 2002). Berufsbegleitende dreiteilige Fortbildung; Leitung: Katrin Schröter; Tagungsort: Gernrode/Harz; 10.-13.04.2002 und 16.-18.10.2002; 7 TN 15. Lust an Leitung! Know-how für TeamleiterInnen in der Erziehungshilfe (Jhrg. 2002). Berufsbegleitende vierteilige Fortbildung; Tagungsort: Berlin-Wannsee; Leitung: Ulrike Herr, Norbert Schwarz; 21.-24.05.2002 und 28.-31.10.2002; 17 TN 16. Wie sag ich’s (m)einem Kinde? Kommunikationstraining für MitarbeiterInnen in der Erziehungshilfe. Berufsbegleitende dreiteilige Fortbildung; Tagungsort: Germerode; Leitung: Mario Biel, Katrin Schröter; 12.-14.06.2002 und 20.-22.11.2002; 11 TN 17. Biografisches Verstehen als Methode im Prozess der Hilfeplanung. Berufsbegleitende dreiteilige Fortbildung; Tagungsort: Blankensee; Leitung: Stephan Cinkl, Michael Kluttig, Uwe Uhlendorff; 23.-25.09.2002 und 4.-6.11.2002; 17 TN
2003: Fortbildungen (1.-12.); Fortbildungsreihen (13.-22.); Studienreise (23.)
1. Zwischen Aushalten und Ausrasten - Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Übergang zwischen Kinder- und Jugendpsychiatrie und Erziehungshilfe; Tagungsort: Erfurt; Leitung: Sylvia Denner, Reinhold Schone; 17.-19.02.2003; 22 TN 2. Grundlagenseminar Erziehungshilfen; Tagungsort: Frankfurt/Main; Leitung: Otto Jehn, Martina Kriener, Norbert Wieland; 07.-11.04.2003; 12 TN 3. „Was tun mit den Jungs!“ - Jungenpädagogisches Methodentraining; Tagungsort: Tübingen; Leitung: Kai Kabs, Gunter Neubauer; 05.-07.05.2003; 20 TN 4. Ambulante Beratung von Familien zur Entwicklung lösungsorientierter Hilfen als Leistungsangebot freier Träger der Erziehungshilfe; Tagungsort: Frankfurt/Main; Leitung: Dagmar Behring-Detering, Irene Knüllig; 26.-28.05.2003; 18 TN 5. Offensiver Umgang mit drogenkonsumierenden Jugendlichen in der Erziehungshilfe. In Kooperation mit Schabernack - Zentrum für Praxis und Theorie der Jugendhilfe e.V. Güstrow; Tagungsort: Güstrow; Leitung: Sabine Briese, Maren Gäde; 26.-28.05.2003; 20 TN 6. Entwicklung und Gestaltung flexibler Erziehungshilfen - konzeptionelle Schwerpunkte und Anforderungen für MitarbeiterInnen; Tagungsort: Erfurt; Leitung: Michaela Piekara, Ewald Zauner; 23.-25.06.2003; 21 TN 7. Willkommen und Abschied - Gestaltung von Übergängen in den Hilfen zur Erziehung; Tagungsort: Erfurt; Leitung: Ullrich Gintzel; 15.-17.09.2003; 19 TN 8. Der Berater im Familiengespräch: Statist oder Regisseur? Gesprächsführung in der systemischen Familienberatung; Tagungsort: Germerode; Leitung: Monika Rüsch; 17.-19.09.2003; 13 TN 9. Lösungsorientierte Familienarbeit in der Tagesgruppe; Tagungsort: Erfurt; Leitung: Ulrike Bavendiek; 05.-07.11.2003; 19 TN 10. Lernen lernen - professionelle und kreative Gestaltung von Lernunterstützung für Kinder und Jugendliche in der Erziehungshilfe; Tagungsort: Münster; Leitung: Evelyn Liedel; 12.-14.11.2003; 19 TN 11. Erziehungsstelle als professionelle Hilfeleistung - Wie wird`s gemacht?; Tagungsort: Frankfurt/Main; Leitung: Ute Naumann, Waltraud Weiß-Berron; 20.-21.11.2003; 15 TN 12. Mut zur Konfrontation - Entwicklung von Konflikt- und Konfrontationskultur in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen; Tagungsort: Gernrode/Harz; Leitung: Ulrike Herr, Katrin Schröter; 24.-27.11.2003; 20 TN 13. Aktivierende Methoden der Familienarbeit in der Erziehungshilfe (Jhrg. 2002). Berufsbegleitende vierteilige Fortbildung; Tagungsort: Germerode; Leitung: Gabriele Hankemeier; 03.-05.03. und 16.-18.06.2003; 16 TN 14. Umgang mit Konflikten und Gewalt in Einrichtungen der Erziehungshilfe (Jhrg. 2002). Berufsbegleitende vierteilige Fortbildung; Tagungsort: Bad Bentheim und Frankfurt/ Main; Leitung: Mathias Schwabe; 20.-22.02.2003 in und 16.-18.06.2003; 20 TN 15. Brennen - ja! Ausbrennen - nein! Selbstmanagement zur Erweiterung der beruflichen und persönlichen Kompetenz (Jhrg. 2002). Berufsbegleitende dreiteilige Fortbildung; Tagungsort: Germrode; Leitung: Katrin Schröter; 29.-31.01.2003; 7 TN 16. Lust an Leitung! Know-how für TeamleiterInnen in der Erziehungshilfe (Jhrg. 2002). Berufsbegleitende dreiteilige Fortbildung; Tagungsort: Berlin-Wannsee; Leitung: Ulrike Herr, 10.-12.02.2003, 17 TN 17. Wie sag ich`s (m)einem Kinde? Kommunikationstraining für MitarbeiterInnen in der Erziehungshilfe (Jhrg. 2002). Berufsbegleitende dreiteilige Fortbildung; Tagungsort: Germerode; Leitung: Mario Biel, Katrin Schröter; 12.-14.02.2003, 11 TN 18. Biografisches Verstehen von Jugendlichen und Familien im Prozess der Hilfeplanung - Sozialpädagogische Diagnosen für Neueinsteiger und Fortgeschrittene (Jhrg. 2002). In Kooperation mit dem Sozialpädagogischen Fortbildungswerk Brandenburg. Berufsbegleitende dreiteilige Fortbildung; Tagungsort: Blankensee; Leitung: Stephan Cinkl, Michael Kluttig, Uwe Uhlendorff; 10.-12.02.2003; 17 TN
19. Macht der Sprache - Kommunikationstraining für MitarbeiterInnen in der Erziehungshilfe (Jhrg. 2003). Berufsbegleitende dreiteilige Fortbildung; Tagungsort: Germerode; Leitung: Mario Biel, Katrin Schröter; 21.-23.05. und 24.-26.09.2003; 14 TN 20. Lust an Leitung! Know-how für TeamleiterInnen in der Erziehungshilfe (Jhrg. 2003). Berufsbegleitende dreiteilige Fortbildung; Tagungsort: Berlin-Glienecke; Leitung: Ulrike Herr, Norbert Schwarz; 17.-20.06. und 27.-30.10.2003; 12 TN 21. Biografisches Verstehen von Jugendlichen und Familien im Prozess der Hilfeplanung - Sozialpädagogische Diagnosen für NeueinsteigerInnen und Fortgeschrittene(Jhrg. 2003). Berufsbegleitende dreiteilige Fortbildung; Tagungsort: Blankensee; Leitung: Stephan Cinkl, Michael Kluttig; 15.-17.09. und 03.-05.11.2003; 6 TN 22. Aktivierende Methoden der Familienarbeit in der Erziehungshilfe (Jhrg. 2003). Berufsbegleitende dreiteilige Fortbildung; Tagungsort: Germerode; Leitung: Gabriele Hankemeier; 27.-30.10.2003; 10 TN 23. Studienreise: Erzieherische Hilfen in den Niederlanden; Leitung: Xenia Spernau; 04.-08.11.2003; 13 TN 2004: Fortbildungen (1.-15.); Weiterbildungen (16.-25.); Studienreise (26.)
1. Train the trainer: Ansätze, Konzepte und Methoden für den professionellen Umgang mit Konflikten und Gewalt in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen; Tagungsort: Frankfurt/Main; Leitung: Mathias Schwabe, Michael Terwey; 25.-26.02.2004; 16 TN 2. Rechte haben - Recht kriegen! Anregungs- und Beschwerdeverfahren in Einrichtungen der Jugendhilfe als Qualitätsmerkmal; Tagungsort: Münster; Leitung: Peter Hansbauer, Martina Kriener; 10.-12.03.2004; 13 TN 3. Erziehungshilfen nach § 42 KJHG - Kollegialberatung von MitarbeiterInnen des Kinder- und Jugendnotdienstes sowie von Inobhutnahme-Einrichtungen; Tagungsort: Frankfurt/Main; Leitung: Graham Lewis, Rüdiger Riehm; 15.-17.03.2004; 22 TN 4. Zwischen Aushalten und Ausrasten - Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Übergang zwischen Kinder- und Jugendpsychiatrie und Erziehungshilfe. In Kooperation mit Schabernack Güstrow; Tagungsort: Frankfurt/Main; Leitung: Regina Knob, Isabella Eisenbeiß; 24.-26.03.2004; 21 TN 5. Optimierung von Mitarbeiterorientierung als Qualitätsmerkmal - Coaching für EinrichtungsleiterInnen; Tagungsort: Eisenach; Leitung: Mario Biel, Katrin Schröter; 31.03.-02.04.2004; 10 TN 6. „Was tun mit den Jungs!“ - Jungenpädagogisches Methodentraining; Tagungsort: Tübingen; Leitung: Kai Kabs, Gunter Neubauer; 26.-28.04.2004; 20 TN
7. Was ist der Fall? Ein Kurs zur Einübung des methodischen Fallverstehens in der sozialen Arbeit. In Kooperation mit dem Institut für hermeneutische Sozial- und Kulturforschung e.V. Frankfurt/M.; Tagungsort: Frankfurt/Main; Leitung: Roland Becker-Lenz, Andreas Franzmann; 26.-28.05.2004; 8 TN 8. „Gut drauf“ in Sachen Drogen? Professionelle sozialpädagogische Arbeit mit suchtmittelkonsumierenden Jugendlichen in der Erziehungshilfe; Tagungsort: Gülstein; Leitung: Andreas Gruber, Annette Leitner-Sauter; 14.-16.06.2004; 12 TN 9. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf? Strategien zur Verhinderung von sexueller Gewalt an Mädchen und Jungen durch MitarbeiterInnen in Einrichtungen der Erziehungshilfe; Tagungsort: Hannover; Leitung: Klaus-Peter David, Wilma Weiß; 23.-25.06.2004; 9 TN 10. Hoffnungslose Fälle? Arbeiten mit unmotivierten „Multiproblemfamilien“; Tagungsort: Celle; Leitung: Marie Luise Conen; 08.-09.09.2004; 19 TN 11. Philipp sucht sein Ich. Der pädagogische Umgang mit Traumata in den Erziehungshilfen; Tagungsort: Gernrode/Harz; Leitung: Thomas Lutz, Wilma Weiß; 13.-16.09.2004; 21 TN 12. Qualitätsentwicklung erfolgreich vereinbaren! Kompetenz, Transparenz und Akzeptanz als Basis erfolgreicher dialogischer Aushandlung von Qualitätsentwicklungsvereinbarungen entsprechend § 78 a ff. SGB VIII; Tagungsort: Eisenach; Leitung: Bernd Hemker; 20.-22.09.2004; 8 TN 13. Vertiefungsgebiet HEIMERZIEHUNG - Fortbildung für FachkollegInnen im ASD zur Erhöhung der Beratungs- und Entscheidungskompetenz bei Maßnahmen nach § 34 KJHG; Tagungsort: Frankfurt/Main; Leitung: Werner Freigang; 27.-29.09.2004; 9 TN 14. Grundlagenseminar Erziehungshilfen; Tagungsort: Frankfurt/Main; Leitung: Katrin Schröter; 11.-15.10.2004; 14 TN 15. Der Berater im Familiengespräch: Statist oder Regisseur? Gesprächsführung in der systemischen Familienberatung; Tagungsort: Germerode; Leitung: Monika Rüsch; 20.-22.10.2004; 15 TN 16. Macht der Sprache - Kommunikationstraining für MitarbeiterInnen in der Erziehungshilfe (Jhrg. 2003). Berufsbegleitende dreiteilige Fortbildung; Tagungsort: Germerode; Leitung: Mario Biel, Katrin Schröter; 28.-30.01.2004; 14 TN 17. Lust an Leitung! Know-how für TeamleiterInnen in der Erziehungshilfe (Jhrg. 2003). Berufsbegleitende dreiteilige Fortbildung; Tagungsort: Berlin-Glienecke; Leitung: Ulrike Herr, Norbert Schwarz; 26.-28.01.2004; 12 TN 18. Biografisches Verstehen von Jugendlichen und Familien im Prozess der Hilfeplanung - Sozialpädagogische Diagnosen für NeueinsteigerInnen und Fortgeschrittene (Jhrg. 2003). Berufsbegleitende dreiteilige Fortbildung; Tagungsort: Blankensee; Leitung: Stephan Cinkl, Michael Kluttig; 26.-28.01.2004; 6 TN 19. Aktivierende Methoden der Familienarbeit in der Erziehungshilfe (Jhrg. 2003). Berufsbegleitende dreiteilige Fortbildung; Tagungsort: Germerode; Leitung: Gabriele Hankemeier; 26.-29.01. und 29.-31.03.2004; 10 TN 20. Professioneller Umgang mit Konflikten und Gewalt in Einrichtungen der Erziehungshilfe (Jhrg. 2004). Berufsbegleitende vierteilige Fortbildung; Tagungsort: Frankfurt/Main; Leitung: Mathias Schwabe; 27.-30.04. und 22.-24.09.2004; 22 TN 21. Drogenkonsum im Jugendalter (Jhrg. 2004). Berufsbegleitende dreiteilige Fortbildung; Leitung: Jürgen Friedrichs; 12.-14.05.2004 in Erfurt und 08.-10.09. 2004 in Hannover; 13 TN 22. Die Macht der Sprache. Kommunikationstraining für MitarbeiterInnen in der Erziehungshilfe (Jhrg. 2004). Berufsbegleitende dreiteilige Fortbildung; Tagungsort: Erfurt; Leitung: Mario Biel, Katrin Schröter; 07.-09.06. und 20.-22.10.2004; 20 TN 23. Sozialpädagogische Diagnosen für Kinder, Jugendliche und Familien (Jhrg. 2004). Berufsbegleitende dreiteilige Fortbildung. In Kooperation mit dem Sozialpädagogischen Fortbildungswerk Brandenburg; Tagungsort: Blankensee; Leitung: Stephan Cinkl, Michael Kluttig; 06.-08.09. und 25.-27.10.2004; 13 TN 24. Lust an Leitung! Know-how für TeamleiterInnen in der Erziehungshilfe (Jhrg. 2004). Berufsbegleitende dreiteilige Fortbildung; Tagungsort: Berlin-Lichtenberg; Leitung: Ulrike Herr, Norbert Schwarz; 14.-17.09.2004; 18 TN 25. Power for the Boss! Empowerment für LeiterInnen von Einrichtungen durch authentischen Führungsstil (Jhrg. 2004). Berufsbegleitende dreiteilige Fortbildung; Tagungsort: Gernrode/Harz; Leitung: Mario Biel, Katrin Schröter; 03.-05.11.2004; 17 TN 26. Familien- und Jugendhilfe in Barcelona (Katalonien) und Spanien. In Kooperation mit “Bildung & Meer” Barcelona; Tagungsort: Barcelona; Leitung: Martina Erpenbeck, Katrin Schröter; 04.-08.10.2004; 12 TN Zu den Kosten: Die Tagungsgebühren wurden im Jahr 2002 auf Euro umgestellt und entsprechend der Preisentwicklung in Tagungshäusern leicht nach oben korrigiert. Seitdem sind die Preise, die bei einem Tagessatz (für Fortbildungen) um 100 € inklusive Tagesverpflegung liegen, stabil geblieben. Das Preisniveau der IGfH-Veranstaltungen ist vergleichbar mit anderen AnbieterInnen auf dem sozialen Weiterbildungsmarkt.
Zur Veranstaltungsnachfrage: Das Fortbildungsgeschäft ist aufgrund der sich verschärfenden finanziellen Bedingungen bei den Trägern der Erziehungshilfe schwierig und teilweise unberechenbar geblieben. Alle Veranstaltungen müssen nach wie vor aufwändig und intensiv beworben werden. Trotz aller Bemühungen müssen auch immer wieder Veranstaltungen mangels Resonanz abgesagt werden - immer wieder auch zu Themen, die aus fachlicher Sicht unbedingt ihre Berechtigung haben (z.B. interkulturelle Kompetenz, integrierte und sozialräumliche Erziehungshilfen). Insgesamt jedoch ist die Quote der durchgeführten Fortbildungsveranstaltungen mit nur knapp 30 Prozent Abweichung vom geplanten Volumen durchaus zufrieden stellend.
Knapp drei Viertel aller TeilnehmerInnen an den im Programm ausgeschriebenen Fortbildungen im Jahr 2004 waren übrigens entweder Mitglieder der IGfH oder MitarbeiterInnen von Mitgliedseinrichtungen. Dies macht deutlich, dass die Mitglieder das Fortbildungsangebot ihres Fachverbandes annehmen, zeigt aber auch, dass wir eine nicht unerhebliche Anzahl von Fachkräften erreicht haben, die auf anderem Wege als über die Verbandsstruktur auf uns aufmerksam geworden sind.
Das im Jahr 2001 entstandene Kooperationsprojekt, gemeinsam mit dem Institut für Soziale Arbeit Münster, dem Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik Frankfurt am Main und der Paritätischen Akademie Frankfurt am Main unter Federführung der IGfH, „Methoden und Konzepte der Erziehungshilfen - Berufsbegleitende Qualifizierungsreihe für sozialpädagogische Fachkräfte“ wurde 2004 auf Beschluss aller beteiligten KooperationspartnerInnen aufgrund geringer Resonanz nur für die acht bereits angemeldeten KollegInnen weitergeführt. Für diese wurde in den Jahren 2002-2004 jeweils ein Programm aus den Fortbildungsangeboten der beteiligten Kooperationspartner zusammengestellt. Im Laufe des Jahres 2004 meldeten sich drei Teilnehmerinnen aus persönlichen Gründen von der weiteren Teilnahme vorzeitig ab, sodass nun noch fünf KollegInnen die Qualifizierungsreihe absolvieren.
Das Angebot von Inhouse-Seminaren, also von Fortbildungsaktivitäten innerhalb von Einrichtungen und Institutionen freier und öffentlicher Träger der Erziehungshilfe, ermöglicht es, konkrete einrichtungsbezogene Bedingungen und Problemlagen zu berücksichtigen und in die Fortbildungsinhalte einzubeziehen. Durch die Möglichkeit der Beteiligung mehrerer, günstigstenfalls aller MitarbeiterInnen der jeweiligen Einrichtung sowie auch den Einbezug von EntscheidungsträgerInnen und Führungskräften in den Fortbildungsprozess können gute Voraussetzungen für eine nachhaltige Praxisveränderung geschaffen werden. Die Chance für das Gelingen von gewünschten Veränderungsprozessen steigt durch den gleichen Informations- und Diskussionsstand der MitarbeiterInnen einer Einrichtung. Insofern übernimmt die IGfH hier - wenn auch in bescheidenem Maße - auch Aufgaben der Organisationsentwicklung.
Im Verlauf des Berichtszeitraumes wurden insgesamt 92 Anfragen von 74 Einrichtungen bzw. öffentlichen und freien Trägern der Jugendhilfe für Inhouse-Fortbildungen an die Geschäftsstelle der IGfH gerichtet. Das angefragte Themenspektrum ist mittlerweile ausgesprochen breit.
Es wurden insgesamt 92 Angebote erstellt und 26 Werkverträge abgeschlossen. Insgesamt wurden im Rahmen laufender Verträge 36 Seminare durchgeführt. Damit haben sich die Inhouse-Aktivitäten quantitativ gegenüber dem Niveau vom vorherigen Berichtszeitraum erheblich gesteigert.
Im Jahr 2003 startete darüber hinaus im Auftrag der Stadt München ein längerfristiges Weiterbildungsprojekt für MitarbeiterInnen der städtischen Heime Münchens. Dieses wurde 2004 planungsgemäß fortgesetzt. In den Jahren 2003 und 2004 fanden dazu noch einmal elf zwei- bzw. dreitägige Seminare für die 17 TeilnehmerInnen statt. Das Projekt wird begleitend evaluiert von der Fachhochschule Landshut. Im Herbst 2005 wird es abgeschlossen sein.
Als ReferentInnen für alle Inhouse-Aktivitäten wurden in bewährter Tradition vor allem FachkollegInnen gewonnen, die sich ehrenamtlich im Rahmen der IGfH engagieren, langjährige Erfahrungen sowohl in der Praxis der Erziehungshilfe oder/und in der Lehre bzw. als FortbildnerInnen haben und somit für den von den Einrichtungen gewünschten Theorie-Praxis-Transfer stehen.
Die in den letzten Jahren forcierte Strategie, im Veranstaltungsprogramm eine ausgewogene Mischung sowohl fachpolitisch ausgerichteter Veranstaltungen (wie ExpertInnentagungen, Bundestagungen, Kongresse) als auch Fortbildungsveranstaltungen aufzunehmen, bewährt sich als Möglichkeit, den o.g. Zielen entsprechen zu können und soll deshalb fortgesetzt werden.
Um weiterhin zeitnah auf aktuelle fachliche und fachpolitische Entwicklungen reagieren zu können, sollen auch so genannte Ad-hoc-Tagungen, die vor allem Informationscharakter haben werden, ein Angebot der IGfH bleiben. Dafür müssen zeitliche, personelle und finanzielle Ressourcen in der Jahresplanung freigehalten werden.
Insgesamt kann das quantitative Niveau der Veranstaltungen nicht noch weiter erhöht werden, allerdings können sinnvolle Kooperationen mit Partnerinstitutionen und anderen Fachverbänden genutzt werden, um trotz zunehmenden Tagungsgeschäfts den Organisationsaufwand im Rahmen des Machbaren zu halten. Aber auch aus fachlichen bzw. fachpolitischen Erwägungen heraus wollen wir weiterhin auf die durch Kooperationen entstehenden Synergieeffekte setzen. So ist eine Überlegung, das Thema „Interkulturelle Kompetenz“ zu befördern, indem wir - statt eigene, regelmäßig ausfallende Fortbildungen anzubieten - aktiv und sehr offensiv die entsprechenden Angebote kompetenter Kooperationspartner (wie z.B. Eine Welt der Vielfalt Berlin) bewerben.
Auch zukünftig wollen wir die unterschiedlichen Aktivitäten des Fachverbandes - sofern dies inhaltlich Sinn macht - noch stärker miteinander verknüpfen und aufeinander beziehen, was sich auch im Veranstaltungsprogramm deutlich niederschlagen soll.
Grundsätzlich bedarf es - das hat sich nicht geändert - einer sorgfältigen Auswahl von Fragestellungen und Themen, die zum einen für MitarbeiterInnen verschiedenster Praxisebenen der Erziehungshilfen relevant sind und zum anderen mit den fachpolitischen Interessen der IGfH und ihrer Mitglieder in Zusammenhang zu bringen sein müssen.
Mit zwei größeren realisierten Modell- und Forschungsprojekten einerseits zur Einrichtung einer integrativen und sozialräumlichen Hilfestruktur in Kommunen und Landkreisen („INTEGRA“ 1998 bis 2003) und einem Forschungsprojekt zur Entwicklung eines sozialpädagogischen Diagnoseverfahrens für und mit Familien („Familien in der Jugendhilfe“ 2002 bis 2005) und drei kleineren durchgeführten Publikations-, Expertisen- und Internetprojekten war der Verband im Berichtszeitraum hier äußerst aktiv. Außerdem wurden weitere modellhafte Akzentsetzungen für die Jahre 2005ff. im Bereich „Beteiligung von Kindern, Jugendlichen, Familien“, Vormundschaftswesen und Internationaler Kinderschutz auf den Weg gebracht. Im Einzelnen wurden folgende Projekte realisiert, die allesamt umfangreich dokumentiert sind (siehe auch die Homepage der www.igfh.de).
Das INTEGRA-Projekt (1998 bis 2003) stellt ein Novum in der Anlage von Modellprojekten des Bundes dar, weil es Landesministerien und fünf Kommunen bzw. Landkreise unter Federführung eines Fachverbandes für erzieherische Hilfen vereint – und zwar unter der bundesweit relevanten Frage, wie eine nicht-ausgrenzende Jugendhilfe unter primärer Berücksichtigung der Erziehungshilfen entwickelt und in Gebietskörperschaften im Sinne eines Umbaus vorhandener Strukturen und Handlungsmuster etabliert werden kann. Die erworbenen positiven Kooperationserfahrungen und die bundesweite Aufmerksamkeit für das Projekt sprechen grundsätzlich für eine solche Projektanlage zur Erprobung von fachlichen Grundsatzfragen in dieser Modellform und mit verschiedenen Modellpartnern.
Hervorzuheben sind vor allem drei Aspekte:
· Neu ist die Einbindung der Erziehungshilfen in eine „sozialräumliche Strategie“, etwa im Sinne der Gemeinwesenarbeit, und zwar nicht nur unter dem Motto „vom Fall zum Feld“, sondern auch umgekehrt: Erziehungshilfe in ihrer Organisiertheit und in ihrem fachlichen (Einzelfall-)Handeln als Antwort auf Lebenslagen, Lebenswelten, soziale Räume, aber auch ökonomische und regionalpolitische Bedingungen zu begreifen und zu gestalten. · Anders als z. B. beim Stuttgarter Projekt des Umbaus der Hilfen zur Erziehung war es durch INTEGRA möglich, in Kooperation mit anderen präventive Ansätze im Vorfeld von Erziehungshilfe zu etablieren und damit die fallunabhängige, also eher infrastrukturelle Präventionsarbeit mit zu einer Aufgabe der Erziehungshilfe zu machen. · INTEGRA steht für die konkrete Idee und erprobte Praxis eines fachlichen Steuerungsmodells durch Netzwerkbildung, verbindliche Kooperationsvereinbarungen und regionale Absprachen. Aus unserer Sicht als Fachverband ist es damit gelungen, eine Alternative oder zumindest wichtige Ergänzung zur reinen Verwaltungssteuerung zu erproben. In der zweiten Phase des Projektes (2001 bis 2003) wurde vor allem die wissenschaftliche BegLeitung: durch die Kooperation mit den Universitäten Tübingen, Dresden und der FH Erfurt gestärkt, in deren Focus die Auswirkungen aus Sicht der HilfeadressatInnen und die strukturell sinnvolle Anlage des kooperativen Umbauprozesses standen. Die Ergebnisse des Projektes sind auf den Web-Seiten der IGFH (www.igfh.de/integra) sowie in den Publikationen von Koch, J. u.a.: „Mehr Flexibilität, Integration und Sozialraumbezug in den erzieherischen Hilfen“ (2002) und Peters, F./Koch, J. (Hg.): „Integrierte erzieherische Hilfen. Flexibilität, Integration und Sozialraumbezug in der Jugendhilfe“ (Juventa-Verlag 2004) erschienen. Zudem erscheint 2005 ein Praxisband mit Projektmaterialien, ebenfalls im Juventa-Verlag, von Deutschendorf, R./Hamberger, M./Koch, J./Lenz, S./Peters, F. (Hg.): „Werkstattbuch INTEGRA“.
Das Forschungsprojekt „Familien in der Jugendhilfe - Sozialpädagogische Diagnosen familiärer Notlagen und Hilfekonzepte“ wird seit dem 01.09.2002 bis zum 28.02.2005 vom Fachbereich IV der Universität Kassel und der Internationalen Gesellschaft für Erzieherische Hilfen (IGfH) durchgeführt und von der Deutschen Jugendmarke finanziert. Projektkoordinator und –durchführender ist Prof. Dr. Uwe Uhlendorff (Universität Kassel, jetzt Universität Dortmund). Weitere Kooperationspartner, die an der Durchführung der Untersuchung beteiligt sind, sind die Universität Osnabrück (Prof. Dr. Klaus Münstermann), die Alida-Schmidt-Stiftung in Hamburg und das Brandenburgische Familieninstitut in Potsdam. Prof. Dr. Klaus Wolf (Universität Siegen) und Prof. Dr. Werner Freigang (FH Neubrandenburg) haben das Projekt im Sinne eines wissenschaftlichen Beirats punktuell kritisch begleitet. An der Durchführung sind verschiedene öffentliche und private Träger beteiligt.
Von der Konzeption her zielt das Projekt darauf ab, anhand einer Stichprobe von Familien, die Hilfen zur Erziehung beanspruchen, Problemtypen familiärer Belastungssituationen sowie erzieherischer Notlagen zu eruieren und auf sozialpädagogische Aufgabenstellungen zu beziehen. Gleichzeitig sollten Hypothesen entwickelt werden, inwiefern die bestehenden Angebote der Jugendhilfe diesen Problemtypen gerecht werden und in welcher Hinsicht sie verbessert werden müssten. Insbesondere soll das Projekt dazu dienen, Grundlagen für eine sozialpädagogische „Familiendiagnostik“ in der Jugendhilfe zu schaffen, um die Hilfeplanung zu verbessern
Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt, das die IGfH gemeinsam mit der Universität Kassel verantwortet, werden dann 2005 unter dem Aspekt zu betrachten sein, inwieweit sie eine Hilfe für die Reduzierung von Aufmerksamkeitsdefiziten der Jugendhilfe im Umgang mit belasteten Familien darstellen und inwieweit es gelingt, die Forschungsergebnisse in kooperative Verfahren zwischen Hilfe suchenden Familien, freien und öffentlichen Trägern „zu übersetzen“, ohne dass vorschnelle Klassifikationen von familialen Bewältigungsstrategien entstehen. Der Bericht der wissenschaftlichen Forschungsgruppe wird auf den Web-Seiten der IGFH und in Form einer Publikation des Juventa-Verlages (Ende 2005) veröffentlicht sowie auf einer ExpertInnentagung 2005 mit externer Fachöffentlichkeit diskutiert.
Die Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen veröffentlichte 1996 als Ergebnis eines von der Stiftung Deutsche Jugendmarke e.V. und dem Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Jugend, Familie und Gesundheit geförderten Projektes ein Ratgeber-Handbuch für Jugendliche in Erziehungshilfen. Das Besondere dieses Handbuchs war, dass es gemeinsam mit einer Gruppe Jugendlicher aus verschiedenen Heimen Deutschlands in Wochenendseminaren gemeinsam erarbeitet wurde. Das Buch ist auf eine große positive Resonanz gestoßen und mittlerweile vergriffen. Im Berichtszeitraum konnte die geplante erweiterte und überarbeitete Zweitauflage des Bandes erscheinen.
Die zwischenzeitlich intensiver geführte Diskussion um Rechte von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen der Erziehungshilfe (vgl. z.B. die Projekte und Aktivitäten der Vereine „Kinder haben Rechte“ e.V., der National Coalition etc.) zeigt deutlich, wie wichtig eine umfassende jugendgerechte Information als Voraussetzung zu einer bessere Beteiligungskultur in der Jugendhilfe ist. Daher, und weil sich mittlerweile an den gesetzlichen Grundlagen vieles geändert hatte, machte eine zweite Auflage des Rechte-Ratgebers Sinn.
Es konnte die Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter - BAGLJÄ zur Mitarbeit gewonnen werden. VertreterInnen der BAGLJÄ beteiligten sich an der inhaltlichen Überarbeitung, die BAGLJÄ ist Mitherausgeberin und unterstützt das Projekt auch finanziell. Vor allem aber die Stiftung Deutsche Jugendmarke ermöglichte schließlich finanziell die im Beltz-Verlag erschienene veränderte Neuauflage. Es erfolgte eine
· Überarbeitung mit Blick auf die neue Gesetzeslage (z.B. hinsichtlich des Umgangsrechtes, der Möglichkeit von Verfahrenspflegern) · eine Fülle von textlichen Verbesserungen im Detail, unter anderem: durchgängige Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Aspekte, Eingehen auf das Thema Behinderung, Eingehen auf das Thema unterschiedlicher regionaler Versorgung (Stadt/Land) sowie Eingehen auf das Thema „Migration“ · eine grundlegende Überarbeitung bezüglich der Lesbarkeit und Praxiswertbarkeit (Buch mit mehr praktischen Beispielen, konkreten Verhaltensvorschlägen, einigen Formblättern usw.). Die Überarbeitung konnte im Wesentlichen durch die bisherigen AutorInnen, allesamt fachlich ausgewiesene Persönlichkeiten, erfolgen. Im Berichtszeitraum konnte der Band von BAGLJÄ/IGFH (Hg.) unter dem Titel „Rechte haben – Recht kriegen. Ein Ratgeber nicht nur für Jungen und Mädchen in der Jugendhilfe“ im Jahre 2003 erscheinen. Zur Verbreitung der Zweitauflage wurde der Band von der Buchpreisbindung befreit (damit kann er kostengünstig an interessierte junge Menschen abgegeben werden). Für den Ratgeber wird lediglich eine geringe Schutzgebühr von 4,40,- € erhoben. 1.500 Exemplare der Gesamtauflage (10.000 Exemplare) sind kostenlos allen deutschen Jugendämtern zur Verfügung gestellt worden. Im Rahmen der Veröffentlichung im Juli 2003 konnte gemeinsam mit der BAGLJÄ eine Pressekonferenz durchgeführt werden, um das Buch zu präsentieren.
Zudem wurden in Zusammenarbeit mit der BAGLJÄ ansprechende Flyer und Plakate erstellt. Zusätzlich wurden Pressemitteilungen an alle Fachzeitschriften und Verbände geschickt, für die das Thema „Rechte von Kindern und Jugendlichen“ von Interesse ist. Die Rückmeldungen waren sehr erfreulich, in einer Reihe von Zeitschriften wurden Ankündigungen (z.B. Jugendpolitischer Dienst) bzw. ausführliche Rezensionen (z.B. Evangelische Jugendhilfe) gedruckt. Weiterhin wurden Informationspakete zum Rechte-Ratgeber an nahezu alle Fachhochschulen und Universitäten mit einem Fachbereich Sozialpädagogik geschickt.
Schon seit den 80er Jahren beschäftigen sich der Evangelische Erziehungsverband (EREV) und die Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGfH) mit der Diskussion um Drogen in der Jugendhilfe. Beide Verbände gründeten eigene Facharbeitsgruppen, führten und führen Tagungen und Fortbildungen zu diesem Themenkomplex durch. 1992 beauftragte der EREV Prof. Dr. J. Münder damit, sich grundsätzlich mit den rechtlichen Aspekten des jugendlichen Drogenkonsums im Kontext der pädagogischen Arbeit in Einrichtungen der Jugendhilfe zu beschäftigen. 1993 wurde diese rechtliche Einschätzung, die mit der Perspektive auf die pädagogischen Fachkräfte geschrieben wurde, in einer EREV-Schriftenreihe veröffentlicht und fand großen Zuspruch.
Der vom Fachverband Drogen und Rauschmittel (FDR) und der IGfH gemeinsam getragene Arbeitskreis regte 2004 in Gesprächen mit dem EREV an, gemeinsam eine vollständige Überarbeitung der Handreichung zu rechtlichen Aspekten durch Prof. Dr. Johannes Münder erarbeiten zu lassen, da die Darstellungen keineswegs mehr aktuell waren. Vor allem vor dem Hintergrund einer bundesweiten Kurzbefragung der Fachgruppe Drogen der IGfH griff eine gemeinsame Redaktionsgruppe zusätzlich einige sich aus der pädagogischen Praxis ergebenden Fragestellungen auf. Die zu erarbeitende Veröffentlichung sollte dabei ihren Schwerpunkt auf die illegalen psychoaktiven Substanzen legen.
In der gemeinsamen Arbeit an der Handreichung erwies sich die Beibehaltung der Grundstruktur mit zahlreichen Ergänzungen und vor allem die Hinzufügung eines stärker praxisbezogenen zweiten Teils, der rechtliche Anfragen enthält, als sinnvoll. Ergänzungen, Aktualisierungen und Neuaufnahmen beziehen sich in der Publikation beispielsweise auf Datenschutzbestimmungen und aktuelle Rechtssprechungen zur Garantenstellung als auch auf Änderungen des Betäubungsmittelgesetzes, Aspekte der offenen Drogenarbeit sowie auf Möglichkeiten des Absehens von Strafverfolgung.
Wichtig war es für die Redaktionsgruppe, dass zwischen der Perspektive der Jugendlichen, der MitarbeiterInnen und der Einrichtungen bzw. ihrer Leitungen unterschieden wird. So sollen in dem zweiten Praxisteil Fragen von Jugendlichen aufgegriffen werden wie: Ist die Einnahme von verbotenen Drogen in gewissen Mengen doch erlaubt?
Darf die Einrichtung meine Drogen einziehen? Wenn ich mich den PädagogInnen offenbare, muss er oder sie meine Eltern oder das Jugendamt oder die Polizei informieren? Oder die PädagogInnen fragen (sich): Müssen verbotene Drogen vernichtet oder zur Polizei gebracht werden? Muss ich beim festgestellten Konsum illegaler Drogen immer sofort eine Anzeige erstatten? Kann ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin strafrechtlich verfolgt werden, wenn er oder sie von einem Konsum verbotener Drogen weiß, ohne es zu melden?
Solche Fragen bearbeiten der Praxisteil und die rechtlichen Darstellungen von Prof. Münder. Die Ausführungen werden eingebettet in einen Überblick über den gesamten Bereich der rechtlichen Regelungen bei Betäubungsmitteln. Erst vor diesem Hintergrund ließen sich Fragen, wie sie im Alltag der Erziehungsarbeit in Einrichtungen gestellt werden, hinreichend bearbeiten. Die 2004 erstellte und erarbeitete Broschüre von EREV/IGfH (Hg.): Drogen in der Jugendhilfe. Rechtliche Aspekte und Fragen aus der Praxis“ erscheint im Januar 2005.
Ursprünglich zur Abstimmung unter den eingeladenen ExpertInnen der Tagung „Dialog und Kooperation von Jugendhilfe und Drogenhilfe“ am 28./29. Mai 2001 gedacht, wurde eine Website „www.dialog-jugendhilfe-drogenhilfe.de“ eingerichtet. Als ein Ergebnis des ExpertInnengesprächs wurde mit den beiden Auftraggebern der Veranstaltung, dem Bundesministerium für Gesundheit und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend verabredet, diese Website zu überarbeiten und als virtuelle Plattform des Austauschs zwischen Jugendhilfe und Drogenhilfe für ein Jahr lang (01.10.2001-30.9.2002) mit Unterstützung der beiden Ministerien zu betreiben und in diesem Zeitraum zu eruieren, ob die Seite ohne öffentliche Unterstützung über diesen Zeitraum hinaus weiterlaufen könnte.
Die Seite wurde von Jörn Schlund und Stephan Kibben als Informations- und Austauschplattform sehr ansprechend gestaltet und programmiert. Die IGfH und der FDR (Fachverband Drogen und Rauschmittel e.V.) hielten auch 2003 und 2004 die Webseite www.dialog-jugendhilfe-drogenhilfe.de aufrecht. Anfang 2004 einigten sich der gemeinsame Arbeitskreis zwischen FDR und IGfH (siehe Arbeitsgruppen und -kreise) die Webseite gründlich zu überarbeiten und zu aktualisieren. Es wurde ein Newsletter verschickt, der auf diese Aktualisierung aufmerksam macht. FDR und IGfH stellten zunächst ein kleines Budget (300 Euro) aus Eigenmitteln zur Verfügung.
Der FDR übernahm es, sich um eine längerfristige Weiterfinanzierungsmöglichkeit zu kümmern. Es wurde ein Projektantrag über Weiterfinanzierung der Webseite bei der Aktion Mensch gestellt, dieser wurde abgelehnt. Aufgrund fehlender finanzieller Mittel musste Ende des Jahres die Arbeit an der Seite schließlich eingestellt werden. Die IGfH wird aber 2005 - um die Kontinuität des Dialoges zwischen Jugendhilfe und Drogenhilfe zu wahren - Bereiche der Webseite auf ihrer Homepage übernehmen.
Das von der FICE-Europa organisierte internationale Fachkräfte-Austauschprogramm „Professional Exchange Programme - P.E.P.“ nutzt das fachliche Netzwerk der FICE dazu, FachkollegInnen aus Europa ein ein- bis sechsmonatiges Praktikum in einer „guten“ Jugendhilfeeinrichtung eines anderen Landes (Europa, aber auch USA) zu bieten mit dem Ziel, dass die betreffenden PEP-Fellows Jugendhilfe und Heimerziehung in einem anderen europäischen Land praktisch kennen lernen können. Die Koordination des Programms liegt bei Sari Laaksonen aus Finnland.
P.E.P. wurde in den vergangenen drei Jahren fortgesetzt. Aus Deutschland erreichten uns im Berichtsjahr zwischen 8 und 20 Anfragen pro Jahr. Alle Anfragen bezogen sich erst einmal allgemein auf die Zusendung von Informationsmaterial. Leider ließ sich, trotz der stetig ansteigenden Zahl der Anfragen, kaum eine Anfrage konkretisieren. Im Berichtszeitraum kam eine Vermittlung zustande. Der schon in 2003 angebahnte Kontakt wurde 2004 konkretisiert: Eine Kollegin aus Frankfurt am Main hospitierte drei Monate in einer stationären Einrichtung in Helsinki/Finnland. Im Rahmen des FICE Kongress in Glasgow (s.u.) fand ein Treffen der internationalen KoordinatorInnen des P.E.P.-Programms statt. Bei diesem Treffen wurde deutlich, dass bestimmte Länder, die Praktikumsplätze anbieten können (z.B. Bulgarien), kaum angefragt werden, andererseits die häufig angefragten Länder USA und England kaum Möglichkeiten haben für kürzere Zeiträume Praktika zu vermitteln. Leider besteht keine Nachfrage aus anderen Ländern nach (Hospitations-)Plätzen in Deutschland. Dies liegt einerseits an der Sprache, andererseits aber auch zentral an den Kosten für den Aufenthalt in Deutschland. P.E.P. verfügt weiterhin zu unserem Bedauern über keinerlei Möglichkeiten Auslandsaufenthalte finanziell zu unterstützen. Insbesondere die Kosten für Unterkunft und (Auslands-) Krankenversicherung stellen hier (teilweise unüberwindbare) Hindernisse dar.
Nach wie vor wird in Forum Erziehungshilfen über P.E.P. informiert. Weitere Informationen werden mit Hilfe des Internets und durch Pressemitteilungen regelmäßig zur Verfügung gestellt.
Hierzu unterhält die IGfH einen kleinen Eigenverlag, der pro Jahr im Durchschnitt drei bis fünf Bücher verlegt. Die IGfH gibt die Fachzeitschrift „Forum Erziehungshilfen“ heraus, die ab 2002 im Beltz Votum Verlag, Weinheim erschienen ist. 2003 wurden bestimmte Teilbereiche des Beltz Verlag an den Juventa Verlag abgetreten. Seit dieser Zeit erscheint das Forum Erziehungshilfen dort. Weiterhin veröffentlicht die IGfH Stellungnahmen und Positionspapiere und publiziert eine Reihe „grauer“ Materialien (z.B. eine jährliche Zeitschriftenbibliografie). Eine zunehmende Bedeutung als Medium zeitnaher Information erhält das Internet.
Im Berichtszeitraum wurde auch die noch junge Buchreihe „Basistexte Erziehungshilfen“, die nun auch im Juventa Verlag erscheint, fortgeführt. Die Reihe soll kompakt, praxisnah und für Ausbildungszwecke geeignet über Arbeitsfelder, Probleme und Diskurse aus dem Bereich der Erziehungshilfen informieren.
Das Modell des Buchclubsystems, demzufolge jedes Mitglied selbst ein Buch pro Jahr aus dem Bestand der lieferbaren Bücher des Eigenverlags der IGfH aussuchen und kostenlos anfordern konnte, hat sich 2002 nicht bewährt. Nur eine geringe Zahl der Mitglieder hat von dem Angebot Gebrauch gemacht. Die Publikationsplanung wurde wesentlich erschwert. Im Jahr 2003 wurde daher zum bewährten System der vom Vorstand vorab ausgewählten „Jahresgabe“ zurückgekehrt.
Im Rahmen der gelben Schriftenreihe der IGfH kamen im Berichtszeitraum die folgenden Bände heraus:
· Jürgen Hast/ Herbert Schlippert/ Katrin Schröter/ Dagobert Sobiech/ Kristin Teuber (Hg.): Heimerziehung im Blick. Perspektiven des Arbeitsfeldes Stationäre Erziehungshilfen. 2003, ISBN 3-925146-55-5 · Heinz Henes/ Wolfgang Trede (Hg.): Dokumentation pädagogischer Arbeit. Grundlagen und Methoden für die Praxis der Erziehungshilfen. 2004, ISBN 3-925146-58-X
Mit der Reihe „Basistexte Erziehungshilfen“ startete die IGfH im Berichtsjahr eine neue, auch für Ausbildungszwecke geeignete Buchreihe, die kompakt und praxisverwertbar über Arbeitsfelder, Probleme und Diskurse aus dem Bereich der Erziehungshilfen informiert. Die „Basistexte“ richten sich sowohl an Studierende wie auch an ausgebildete sozialpädagogische Fachkräfte, die sich einen Überblick über ein Gebiet bzw. einen Problembereich erzieherischer Hilfen verschaffen wollen. Die Reihe wird im Auftrag des Vorstandes der IGfH herausgegeben von Josef Koch, Prof. Dr. Friedhelm Peters, Elke Steinbacher und Wolfgang Trede und war von den Veränderungen bei den Verlagen auch betroffen. In Zukunft wird die Reihe bei Juventa in Weinheim erscheinen.
Als zweiter Band erschien im Berichtszeitraum der folgende Band in erster und bald darauf in leicht veränderter zweiter Auflage.
· Wilma Weiß: Philip sucht sein Ich. Zum pädagogischen Umgang mit Traumata in den Erziehungshilfen. Weinheim 2003: BeltzVotum-Verlag, 1. Auflage, 200 Seiten, ISBN 3-407-55887-2 · Wilma Weiß: Philipp sucht sein Ich. Zum pädagogischen Umgang mit Traumata in den Erziehungshilfen. Basistexte Erziehungshilfen, Band 2; 2. aktualisierte Auflage. Weinheim 2004: Juventa-Verlag, 208 Seiten, ISBN 3-7799-1772-6 Als dritter Band der Reihe erschien ebenfalls 2004:
· Jürgen Blandow: „Pflegekinder und ihre Familien - Befunde und Perspektiven zum Pflegekinderwesen“. Basistexte Erziehungshilfen, Band 3. Weinheim 2004: Juventa Verlag, 227 Seiten, ISBN 3-935984-24-3
Seit einigen Jahren werden in der „blauen“ Schriftenreihe mit dem Reihentitel „Erziehungshilfe-Dokumentationen“ Titel verlegt, die Fachtagungen oder Projektaktivitäten dokumentieren. Teilweise erscheinen in dieser Reihe auch einfach gestaltete Titel im DIN A 4-Format ohne ISBN-Nummer.
In der Schriftenreihe erschienen zwischen 2002 und 2002 die folgenden Bände:
· Josef Koch u.a.: Mehr Flexibilität, Integration und Sozialraumbezug in den erzieherischen Hilfen. Zwischenergebnisse aus dem Bundesmodellprojekt INTEGRA. Frankfurt a.M. 2002: IGfH-Eigenverlag, 180 Seiten, ISBN 3-925146-54-7
· Hans Leitner/ Hanka Richter (Hg.): Integration in Kindertageseinrichtungen. Wie erzieherische Hilfen zu einem Element sozialer Infrastruktur werden können - Praxisbeispiele aus Frankfurt/Oder und dem Landkreis Tübingen. Frankfurt a.M. 2002: IGfH-Eigenverlag, 120 Seiten; ISBN 3-925146-56-3 · Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen (Hg.): Dialog und Kooperation von Jugendhilfe und Drogenhilfe. Dokumentation eines ExpertInnengespräches. Frankfurt a.M. 2002: IGfH-Eigenverlag, 128 Seiten · Anke Henning/ Hans-Ulrich Krause/ Hans Leitner/ Ina Lübke (Hg.): Im Dickicht der Städte. Dokumetation des FICE-Kongress in Berlin. Frankfurt a.M. 2003: IGfH-Eigenverlag, ISBN 3-925146-57-1 · Eberhard Krüger/ Günther Lachnit/ Hans-Anton Maier/ Achim Stopp (Hg.): Hilfeform Tagesgruppen. Aktuelle Beiträge zur Fachdiskussion. Frankfurt a.M. 2003: IGfH-Eigenverlag Außerdem erschienen ist im Juventa Verlag in der Reihe „Edition Soziale Arbeit“ der Band „Integrierte erzieherische Hilfen. Flexibilität, Integration und Sozialraumbezug in der Jugendhilfe“, herausgegeben von Friedhelm Peters und Josef Koch, ISBN 3-7799-1218-X, 2004.
Außerdem erschien im Berichtszeitraum die Veröffentlichung der IGfH, des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit Rheinland-Pfalz und der Universität Trier: „Heimerziehung in Europa – Lernen aus der Differenz.“ Mainz 2004.
Mit der Fachzeitschrift „Forum Erziehungshilfen“ wollen wir unsere Mitglieder aktuell, möglichst umfassend und fachlich interessant informieren. Im Berichtszeitraum erschienen 15 Ausgaben der Zeitschrift in einer Auflage von jeweils 2.700 Exemplaren und mit einem Seitenumfang von 64 Seiten pro Heft. Das Layout wurde (nach Abstimmung in der Redaktion und mit dem Redaktionsbeirat) mit dem ersten Heft des Jahres 2002 verändert mit der Absicht, es lesbarer und aktueller zu gestalten. Durch den 2003 erfolgten Wechsel zum Juventa Verlag erfolgte mit dem ersten Heft des 10. Jahrgangs 2004 noch einmal eine Veränderung des Layouts.
Als neuen Service für IGfH-Mitglieder und AbonnentInnen des „Forum Erziehungshilfen“ wurde ab 2002 „ForE Online“ herausgegeben, ein monatlicher Online-Informationsdienst, der über Aktuelles aus der Jugendhilfe per E-Mail informiert. „ForE Online“ erschien im Berichtszeitraum mit 37 Ausgaben (monatlich plus eine Sonderausgabe). „ForE Online“ hat eine stetig wachsende Anzahl von AbonnentInnen, zum Ende des Berichtszeitraumes erhalten etwa 600 Personen den Informationsdienst.
In der Zeitschrift „Forum Erziehungshilfen wurden folgende Schwerpunktthemen verhandelt: Heft 1/2002 Hilfeplanung in der Diskussion Heft 2/2002 Gruppenpädagogik Heft 3/2002 Jugendhilfe Ost Heft 4/2002 Regionale Disparitäten Heft 5/2002 Krisenintervention: Orte und Konzepte Heft 1/2003 Mädchen im Sozialraum Heft 2/2003 Jugendhilfe und Bildung Heft 3/2003 Pflegekinderwesen Heft 4/2003 Chance Beschwerde Heft 5/2003 Ressource Eltern Heft 1/2004 Mädchen in der Psychiatrie Heft 2/2004 Kostendruck in der Jugendhilfe Heft 3/2004 Jungenarbeit Heft 4/2004 Jugendhilfe im neuen Europa Heft 5/2004 Zeit in den Hilfen zur Erziehung Die Arbeit in der Redaktion lief in bewährter Weise im Rahmen von fünf Treffen. Die Redaktionsmitglieder des Berichtszeitraumes sind: Prof. Dr. Werner Freigang, Neubrandenburg; Prof. Ullrich Gintzel, Dresden; Prof. Hannelore Häbel, Reutlingen; Nicole Knuth, Dortmund; Xenia Spernau, Frankfurt; Chantal Munsch, Dresden; Prof. Dr. Friedhelm Peters, Erfurt; Dr. Reinhold Schone, Steinhagen; Norbert Struck, Frankfurt am Main; Wolfgang Trede, Tübingen; Josef Koch, Frankfurt (Schriftleiter); Dr. Monika Weber, Münster und Dr. Mechthild Wolff, Landshut.
Dr. Monika Weber ist im Berichtszeitraum aus der Redaktion ausgeschieden, ebenso Wolfgang Trede und Nicole Knuth. Neu hinzugekommen sind dafür Claudia Daigler, Josef Koch (Schriftleiter) und Xenia Spernau.
Der Redaktionsbeirat kommt einmal jährlich zusammen und hat sich als fachpolitisches Begleitgremium der Zeitschrift, in dem mittel- und langfristige Themen andiskutiert werden und der jeweils vorausgegangene Jahrgang intensiv ausgewertet wird, bewährt. Dem Redaktionsbeirat gehörten im Weiteren an: Dr. Ulrich Bürger, Stuttgart; Heino Bösinger, Rostock; Manfred Busch, Celle; Dr. Anne Frommann, Tübingen; Prof. Dr. Luise Hartwig, Münster; Birgit Heinisch, Chemnitz; Petra Hiller, Bochum; Cornelia Jager, Dresden; Christiane Kluge, Hamburg; Hans-Ullrich Krause, Berlin; Prof. Dr. Joachim Merchel, Dortmund; Sigrid Möser, Dresden; Prof. Dr. Klaus Münstermann, Ibbenbüren; Claudia Porr, Mainz; Jochen Rößler, Schwerin; Prof. Dr. Mathias Schwabe, Berlin; Dr. Karlheinz Thimm, Berlin; Matthias Westerholt, Bremen; Prof. Dr. Norbert Wieland, Münster; Prof. Dr. Hans-Dieter Will, Erfurt und Prof. Dr. Michael Winkler, Jena.
Ebenfalls jährlich erscheinen ausführliche Sachberichte über die Aktivitäten der IGfH, ein Gesamtverzeichnis der IGfH-Publikationen sowie das IGfH-Tagungsprogramm mit den Ausschreibungen der Veranstaltungen des Folgejahres.
Seit 1997 verfolgt die IGfH mit dem Internetauftritt das Ziel, die Arbeit der IGfH (Tagungen, Bücher, Forum Erziehungshilfen, Stellungnahmen etc.) im Internet zu präsentieren. Zugleich soll die Homepage als Informationsquelle (Stellenbörse, aktuelle Fachinformationen, Link-Sammlung) genutzt werden können. Die Homepage der IGfH wurden umfassend umgestaltet und informativer, benutzerfreundlicher und serviceorientierter gestaltet. Das (schon in 2001 verabschiedete) Konzept ging mit technischer Unterstützung des DPWV im Juni 2002 „online“.
Beibehalten wurden (abgesehen von den Seiten mit den grundsätzlichen Informationen über die IGfH) die Stellenbörse und die Verbindung mit der Datenbank des DPWV mit aktuellen Jugendhilfeinformationen (z.B. Tagungshinweise, Stellungnahmen, Materialien). Neu ist eine Datenbank mit sämtlichen Fortbildungsveranstaltungen der IGFH, inklusive der Möglichkeit sich hierfür online anzumelden, eine Datenbank mit den IGfH-Publikationen und ein Verzeichnis aller Stellungnahmen mit der Möglichkeit für den Benutzer diese auszudrucken. Neu ist außerdem eine Eingabemaske für Fachanfragen, ein Angebot, welches mit wachsender Beliebtheit nicht nur von Mitgliedern genutzt wird. Ein umfangreiches Linkverzeichnis wurde angelegt. Das Facharchiv der IGfH wurde online zur Verfügung gestellt, auf die halbjährlich erscheinende Zeitschriftenbibliografie kann der Nutzer nun ebenfalls Zugriff nehmen. Zur Evaluation der Nutzung der Seiten kann die Statistik der Seite durch die IGfH online eingesehen werden.
Für die verschiedenen Gremien der IGfH gibt es die Möglichkeit eigene Inhalte einzustellen. Dazu bekamen die FachgruppensprecherInnen ein eigenes Passwort, welches ihnen den Direktzugriff ermöglicht.
Zur Evaluation der Nutzung der Seiten kann die Statistik der Seite durch die IGfH online eingesehen werden. Hier zeigt sich, dass die Nutzung der Seiten sehr stark davon abhängt, in welcher Intensität bzw. mit welchem Zeitaufwand die Seite gepflegt wird. So zeigt sich jeweils unmittelbar, wenn aus unterschiedlichen Gründen mehrere Tage keine neuen Inhalte eingestellt werden können. Insgesamt steigen die Zugriffe auf die Seiten der IGfH aber kontinuierlich an. Zum Ende des Berichtszeitraumes werden durchschnittlich etwa 1500 Zugriffe im Monat registriert.
Intensiviert wurde im Berichtszeitraum die externe Vernetzung des Vereins, d.h. die Mitarbeit in für die IGfH wichtigen bundesweiten Gremien anderer Verbände (5.5).
Am 17.09.2002 fand in Berlin die Mitgliederversammlung, verbunden mit den Wahlen zur Delegiertenversammlung, statt. Neben den Wahlen und den üblichen Regularien wurde in der von rund 84 Mitgliedern besuchten MV die Arbeit der IGfH der vorangegangenen drei Jahre ausgewertet und über das Arbeitsprogramm 2002-2005 beratschlagt.
Bis zur Neuwahl am 17.09.2002 setzte sich die Delegiertenversammlung der IGfH folgendermaßen zusammen:
Für die Säule „Einzelmitglieder“: Norbert Struck, Dr. Hans-Ullrich Krause, Elke Hering, Ulrike Herr und Prof. Dr. Hans-Dieter Will; als Ersatzdelegierte: Prof. Dr. Werner Freigang, Hannelore Rabe und Susanne Mau.
Für die Säule „Freie Träger/Ausbildungsstätten“: Arbeitskreis zur Förderung von Pflegekindern e.V. Berlin (vertreten durch Cornelia Dittrich), VSE Celle (Günter Möllers), Martin Bonhoeffer-Häuser Tübingen (Heinz Henes), Schottener Reha-Einrichtungen (Saied Farman) und Evangelische Jugendhilfe Münsterland (Stephan Kibben).
Für die Säule „Staatliche und kommunale Träger“: LWV Württemberg-Hohenzollern (Anette Steimer), Landesjugendamt Hessen (Sigrid Kinzinger), Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport - Landesjugendamt Berlin (Dr. Marlies Rautenberg), Jugendamt Stuttgart (Lucas-Johannes Herzog) und Jugendamt Kassel (Manfred Aul).
Die Wahlen im September 2002 erbrachten dann folgende Ergebnisse:
Für die Säule „Einzelmitglieder“: Prof. Dr. Mechthild Wolff, Dr. Hans-Ullrich Krause, Norbert Struck, Prof. Dr. Werner Freigang und Martina Kriener; als Ersatzdelegierte: René Clair, Prof. Dr. Hans-Dieter Will und Doris Mertens.
Für die Säule „Freie Träger/Ausbildungsstätten“: Cornelia Dittrich (AK zur Förderung von Pflegekindern Berlin), Saied Farman (Schottener Reha-Einrichtungen), Monika Rüsch (VSE Münster), Dr. Peter Hansbauer (Institut für soziale Arbeit Münster) und Prof. Dr. Friedhelm Peters (Fachhochschule Erfurt); als Ersatzdelegierte: Annett Richter (Verbund Sozialpädagogischer Projekte e.V. - VSP), Bettina Kirchner (Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte Nürnberg), Ute Naumann (Martin-Bonhoeffer-Häuser) und Michael Piekara ("Die Wille" gGmbH).
Für die Säule „Staatliche und kommunale Träger“: Lucas-Johannes Herzog (Jugendamt Stuttgart), Hella Tripp (Landesjugendamt Brandenburg), Willi Igel (LWV Württemberg-Hohenzollern), Sabine Stahl (Hessisches Sozialministerium, VII 3.8) und Dr. Marlies Rautenberg (Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport - Landesjugendamt Berlin); als Ersatzdelegierte: Sigrid Kinzinger (Jugend- und Sozialamt Frankfurt/Main), Irma Klausch (Jugendamt Nürnberg) und Klaus Lehning (LWV Hessen).
In den Vorstand der IGfH wurden für die Legislaturperiode 2002-2005 gewählt:
Dr. Hans-Ullrich Krause, Leiter des (Ost-)Berliner Heimverbundes "Kinderhaus Berlin-Mark Brandenburg" als 1. Vorsitzender und als weitere Mitglieder: Prof. Dr. Mechthild Wolff, Professorin an der Fachhochschule Landshut; Prof. Dr. Friedhelm Peters, Professor an der Fachhochschule Erfurt, Fachbereich Sozialwesen; Dr. Peter Hansbauer, Institut für soziale Arbeit Münster; Lucas-Johannes Herzog, Projektkoordinator im Jugendamt Stuttgart; Bettina Kirchner, Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte Nürnberg und Hella Tripp, Referat Hilfen zur Erziehung im Landesjugendamt Brandenburg.
Wolfgang Trede (bis Januar 2003) bzw. Josef Koch (ab Februar 2003) gehörten als Geschäftsführer der IGfH dem Vorstand qua Amt an.
Die Delegiertenversammlung kam in den Jahren 2002 - 2004 zu insgesamt sechs zwei- bzw. dreitägigen Sitzungen zusammen. Außer der Vor- und Nachbereitung des bereits dargestellten Arbeitsprogramms befassten sich die Delegierten u.a. mit folgenden Themen:
Vereinsthemen:
o Einführung eines Rentnerbeitrages o Abschaffung des Buchclubsystems (anstelle dessen erhalten Mitglieder wieder eine vom Vorstand ausgewählte Publikation als jährliche Mitgliedergabe) o Personalsituation in der IGfH-Geschäftsstelle o Mitgliederentwicklung o Beschluss einer Satzungsänderung (Gender Mainstreaming) o Öffentlichkeitswirksamkeit der IGfH/ Mitgliederwerbung o Diskussion über die Schwerpunkte des Arbeitsprogramms 2002-2005 o Vernetzung der Verbandsgremien o Durchführung und Auswertung des FICE Kongress 2002 o Planung der Jahrestagung 2005 o Haushalt der IGfH o Planung der „Sozialpolitischen Kolloquien“ Fachliche Themen:
o Regionale Disparitäten o Kinderarmut o ErzieherInnenausbildung o Bundesmodellprojekt INTEGRA o Globalisierung und Gegenstrategien o Rechte von Kindern und Jugendlichen o Auswirkungen der Gesetzesänderungen des SGB VIII o Gender Mainstreaming. Die Tradition, in verschiedenen Regionen Deutschlands präsent zu sein, wurde weitergeführt. Und so fanden Sitzungen in Gäufelden/Nebringen (Juni 2002), Weimar (September 2003) und Dortmund (November 2004) statt.
Die Herbstsitzungen sind nun schon seit mehreren Jahren traditionell verbunden mit einer „Aktiventagung“. Zu ihr werden die SprecherInnen der Regional- und Fachgruppen eingeladen, mit der Absicht, eine bessere Verzahnung zwischen den verschiedenen Vereinsgremien zu erreichen.
Auf jeder DV wird zumindest ein Fachthema schwerpunktmäßig behandelt, vorbereitet durch interne oder externe ReferentInnen. Dies hat sich sehr bewährt, verhinderte das Fachthema doch nicht nur, dass ausschließlich über Vereinsregularien und -formalitäten debattiert wurde, sondern aus den Fachdebatten häufig Planungen für konkrete Vorhaben entwickelt wurden.
Im Rahmen der Delegiertenversammlung vom 6./7. Februar 2002 wurde mit Stimmenmehrheit einer Änderung von § 2, §5 und §7 der Satzung zugestimmt. Mit diesen Satzungsänderungen sind Aspekte des Gender Mainstreaming auch in der Satzung verankert.
Der Vorstand der IGfH tagte zusätzlich zu den Delegiertenversammlungen viermal pro Jahr zu i.d.R. eintägigen Sitzungen. Seit 2003 ist eine dieser Sitzungen als Klausursitzung zweitägig angesetzt. Im Rahmen seiner konstituierenden Sitzung der neuen Amtsperiode am 22.10. 2002 wurden Prof. Dr. Mechthild Wolff als 1. stellvertretende Vorsitzende und Prof. Dr. Friedhelm Peters zum neuen 2. stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.
Der Vorstand befasste sich in seinen Sitzungen zusätzlich zu den bereits oben erwähnten Aktivitäten u.a.:
o mit der Erarbeitung von Stellungnahmen (vgl. Kap. 6) o mit der Vorbereitung von parlamentarischen Abenden o mit der Diskussion um eine Verlegung der IGfH Geschäftsstelle nach Berlin o Publikationsplanung o mit der Vorbereitung einer Satzungsänderung zum Ausschluss von Mitgliedern wegen Gewaltdelikten an Kindern o zum EuGH Urteil zur Bereitschaftszeit o Zusammenarbeit mit anderen (Fach-)Verbänden o dem Thema „Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in Institutionen“ o mit den Reformbestrebungen zur Modernisierung der bundesstaatlichen Ordnung o Geschlossener Unterbringung in der Jugendhilfe. Mitglieder des Vorstandes und der De-le-gierten-versammlung waren als VertreterInnen der IGfH über die genannten Aktivitäten hinaus auf vielen Tagungen und Konferenzen anderer Verbände als TeilnehmerInnen, ReferentInnen oder ArbeitsgruppenleiterInnen beteiligt.
Auch zwischen 2002 und 2004 waren die Aktivitäten der Regionalgruppen ein wichtiger Teil der Vereinsarbeit. Im Berichtszeitraum arbeiteten insgesamt neun Regionalgruppen und zwar in Baden-Württem-berg (Sprecher: Michael Weinmann und Iska Müller), Bayern (zunächst Dr. Ronald Bachmann und Ulrich Loesewitz, jetzt Ulrich Loesewitz und Thomas Herrmann), Berlin (Ulrike Herr und Hans-Ullrich Krause), Brandenburg (zunächst Gabriele Heißig und Hans Hansen, jetzt Hans Hansen und Jörn Meyer), Hessen-Nord (Klaus Lehning und Jördis Dornette), Hamburg (Martina Feistritzer und Thomas Lamm), Mecklenburg-Vorpommern (zunächst: Hannelore Rabe und Klaus Wolf, jetzt Werner Freigang) und in Westfalen-Lippe (Elke Hering und Dirk Nüsken).
2004 wurde eine neue Regionalgruppe Sachsen-Anhalt gegründet. Sprecher der Gruppe ist Siegfried Hutsch.
Durch die Regionalgruppen besteht für viele IGfH-Mitglieder die Möglichkeit, sich in ihrer Region trägerübergreifend fachlich auszutau-schen und - z.B. mit Hilfe von Stellungnahmen - fach-po-li-tisch in der Region Einfluss zu nehmen. Über die vielen Akti-vitäten der Regionalgruppen kann an dieser Stelle aus Platzgründen nicht detailliert berichtet werden. Die Bandbreite der RG-Aktivitäten war jedoch enorm und reichte von der Auseinandersetzung mit sozialräumlichen Konzepten und dem Verhältnis „Jugendhilfe-Schule“ über das Thema „Aufbau-Abbau-Neubau? Wie geht es weiter mit der Berliner Jugendhilfe“ hin zur Diskussion um die Geschlossene Unterbringung.
Im Berichtszeitraum existierten sechs bundesweit tätige Fachgruppen der IGfH, und zwar die Fachgruppen "Drogen" (ca. 10 Personen), "Erziehungsstellen" (ca. 25 Mitglieder), "Integrierte Hilfen" (ca. 25 Mitglieder), "Tagesgruppen" (ca. 25 Mitglieder), "Mädchen und Frauen" (ca. 10 Personen) und "Heimerziehung und andere betreute Wohnformen" (ca. 20 Personen). Die Fachgruppen tagen zweimal jährlich zu mehrtägigen Sitzungen.
Die Fachgruppe Drogen (zunächst Sprecherrat vertreten durch: Lutz Winter, jetzt: Anne Genau und Thomas Heuing) hat eine Reihe von Tagungen angeregt bzw. selbst durchgeführt, und war besonders engagiert bei der Etablierung eines Arbeitskreises mit dem Fachverband Drogen und Rauschmittel (FDR) und der Überarbeitung der Expertise zu „Drogen in der Jugendhilfe“.
Die FG -Erzie-hungs-stellen (Sprecher: Kurt Sternberger, Imke Büttner) bereiteten federführend die 3. Bundestagung Erziehungsstellen vor. Die Tagung „Mit elternreichen Kindern leben“ fand 2004 in Marburg statt und stieß mit ca. 350 BesucherInnen auf großes Interesse. Außerdem wurde die bereits verabschiedete Stellungnahme zu „Standards in der Erziehungsstellenarbeit“ überarbeitet und aktualisiert und z.B. die Themen: „Erziehungsstelle – und was kommt danach?“ oder „Beendigung von Pflegeverhältnissen“ und „Kinderlose Erziehungsstellenfamilien“ bearbeitet.
Die FG Tages-gruppen (Ulrike Bavendiek) befasste sich in den Be-richts--jahren neben der Vor-be-rei-tung, Durchführung und Auswertung von zwei Bun-destagungen Tagesgruppen (2002 und 2004) intensiv mit der zukünftigen Stellung der Tagesgruppe in einer flexibilisierten Jugendhilfelandschaft. Regelmäßig bieten Mitglieder der Fachgruppe Fachtagungen an. Außerdem hat die Fachgruppe eine neue Publikation herausgebracht.
Die FG -Mädchen und Frauen (Martina Kriener) veranstaltete regelmäßig ExpertInnengepräche und Studienreisen. Thema im Berichtszeitraum war z. B. das Gewaltschutzgesetz. Außerdem beteiligten sich Vertreterinnen der Fachgruppe an den Ad-hoc-Arbeitsgruppen zu „Gender Mainstreaming“ und „Rechte von Kindern und Jugendlichen“. Die Fachgruppenfrauen bieten regelmäßig Fortbildungen an. Die FG Heimerziehung und andere betreute Wohnfor-men (Eckard Mann) hat sich im Berichtszeitraum wesentlich mit der Vorbereitung der 2. Bundestagung Heimerziehung „Arbeitsplatz Heimerziehung – Mut zur ZuMUTung“ befasst. Im Zentrum des inhaltlichen Programms stand diesmal der Arbeitsplatz Heimerziehung, d.h. sowohl das Berufsbild und die Berufsbefindlichkeit von sozialpädagogischen Fachkräften, die in stationären Erziehungshilfen arbeiten, als auch deren Arbeitsbedingungen. Die Tagung fand vom 06. bis 08. Oktober 2003 in Dresden statt. Als Kooperationspartner konnten die TU Dresden und das Jugendamt der Stadt Dresden gewonnen werden. Insgesamt 530 FachkollegInnen aus dem gesamten Bundesgebiet nahmen teil.
Erstmals seit vielen Jahren wurde eine neue Fachgruppe gegründet. Die neue IGFH-Fachgruppe trägt den Namen FG Integrierte Erziehungshilfen. Sie wurde am 30. September 2003 in Erfurt gegründet. Die Fachgruppe wird sich schwerpunktmäßig mit ambulanten und integrierten Hilfen befassen und soll der Vernetzung von AkteurInnen in diesen Bereichen dienen. Zu den Sprechern der Fachgruppe sind Thomas Röttger und Sigrid Möser gewählt worden. Die Fachgruppe hat 19 Mitglieder und wird sich zukünftig u.a. mit Themen wie Einbezug der stationären Hilfen, Controlling und Dokumentation, Qualitätsstandards und Personalentwicklung beschäftigen.
Der Arbeitskreis Inobhutnahme (Sprecher: Graham Lewis und Rüdiger) ist als kontinuierlicher Arbeitskreis etabliert und tagt zweimal jährlich. Im Rahmen des Veranstaltungsprogramms bietet der Arbeitskreis Fachtagungen zu rechtlichen und inhaltlichen Problemen der Inobhutnahme nach § 42 KJHG an. Im Berichtszeitraum wurde außerdem eine Umfrage bei ca. 80 Einrichtungen der Inobhutnahme durchgeführt.
Im Berichtszeitraum arbeiteten drei Ad-hoc-Arbeitsgruppen:
Zur Vorbereitung der Aufnahme des „Gender Mainstreaming“ in die Satzung der IGfH hat sich eine Arbeitsgruppe gebildet. Diese hat in mehrmaligen Treffen eine Vorlage erstellt, die als Diskussionsgrundlage im Vorstand verwendet worden ist. Gender Mainstreaming wurde als Querschnittsaufgabe im Berichtsjahr in die Satzung aufgenommen. Die Arbeitsgruppe arbeitet nun an Vorschlägen zur Umsetzung der Prinzipien des Gender Mainstreaming in den Verband.
Außerdem wurde die Arbeitsgruppe „Kinder haben Rechte“ weitergeführt. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Recherche und der Etablierung von Beteiligungsverfahren mit Kindern und Jugendlichen im Rahmen der erzieherischen Hilfen und Formen des Beschwerdemanagements in Einrichtungen und Diensten und arbeitet an der Erstellung eines umfangreichen Papiers. Dieses wurde 2004 in den Gremien der IGfH abgestimmt und wird 2005 veröffentlicht.
Der Arbeitskreis von FDR und IGfH hat sich im Berichtsjahr zweimal getroffen. Problematisch für die Umsetzung der gesetzten Ziele war, dass seitens des FDR eine beinah vollständige personelle Neubesetzung erfolgen musste. Dennoch erfolgte eine Konkretisierung der geplanten Rechtsexpertise zum Thema „Drogen und Jugend“. Die Arbeitsgruppe strebt an, in Kooperation mit dem EREV eine Aktualisierung der Publikation von Johannes Münder: „Drogen in Einrichtungen der Jugendhilfe. Rechtliche Aspekte (hg. vom EREV 1995)“ zu veröffentlichen.
Als großer Fachverband der Erziehungshilfen muss die IGfH an den „Blutkreislauf“ fachlicher und politischer Informationen angeschlossen sein sowie - umgekehrt - die im Verband gemachten Erfahrungen und Vorhaben in die Fachwelt tragen. Wir haben uns daher im Berichtszeitraum bemüht, uns enger als bisher extern zu vernetzen. Im Folgenden seien einige dieser Vernetzungsaktivitäten aufgeführt:
1. Hier ist natürlich an erster Stelle unser Dachverband, der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband - Gesamtverband zu nen-nen. Mit den Kol--legInnen der Hauptgeschäfts-stelle des PARITÄTISCHEN arbeiten wir in der IGfH-Geschäftsstelle sowohl in vielen alltäglichen Dingen als auch im Rahmen größerer Vorhaben freund-schaftlich zusammen und erhalten hier sehr viel Unterstützung. Zusätzlich war der Geschäftsführer im Verbandsrat des PARITÄTISCHEN und im Vorstand des Paritätischen Bildungswerkes tätig (Wolfgang Trede: bis 31.01.2003). 2. Auch im Berichtszeitraum fanden die Treffen der vier bundesweit tätigen Er-ziehungshilfe-Fachverbände, Arbeitsgemeinschaft für Erziehungshilfe (AFET-), Bundesverband katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen (BVkE) und dem Evan-gelischen Erziehungsverband (EREV-) und der IGfH statt. Die halbjährlichen Sitzungen dienten ins-besondere dem Erfahrungs- und Informationsaustausch über die ver-bands--spezifischen Tätig-keitsschwer-punkte und der wechselseitigen Abstimmung der Verbands-aktivitäten, aber führten auch zu gemeinsamen Aktivitäten, u.a. beim Deutschen Jugendhilfetag 2004 in Osnabrück oder zu einer gemeinsamen Veranstaltung zur Förderalismusreform, organisiert vom EREV und der IGfH. Außerdem konnte 2003 ein gemeinsames Gespräch der Fachverbände mit der Bundesministerin, Renate Schmidt, realisiert werden, wo die Leistungen und Perspektiven der Erziehungshilfen Thema waren. Ergänzend zum traditionellen Verbändetreffen lädt das Bundesjugendministerium, Referat Prof. Dr. Wiesner, die vier Fachverbände und die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung zu Abstimmungs- und Planungstreffen ein. Außerdem fanden jährliche Gespräche zwischen den kommunalen Spitzenverbänden und den Fachverbänden der Erziehungshilfen statt. 3. Der Geschäftsführer vertrat den Verband im Fachausschuss „Erziehungshilfen, sozialpädago-gi-sche Dienste“ der Arbeitsgemeinschaft für Jugendhilfe (AGJ) sowie als „ständiger Gast“ im Fachausschuss „Jugend und Familie“ des Deutschen Vereins. 4. Die Vorstandsmitglieder Prof. Dr. Friedhelm Peters und Wolfgang Trede vertraten die IGfH im Bundesbeirat des Modellprojekts INTEGRA. 5. Die Bildungsreferentin der IGfH, Katrin Schröter, arbeitete im Berichtszeitraum in einem Arbeitskreis Kinder- und Jugendhilfe der Paritätischen Akademie Frankfurt/Main mit, dessen Ziel die Vernetzung und Kooperation von Fortbildungsträgern ist, die dem DPWV bzw. dem Paritätischen Bildungswerk angeschlossen sind. 6. Über die Fachreferentin Xenia Spernau war die IGfH im Beirat des Projektes „Weiterbildung zum Erziehungs- und Familienberater“ der bke vertreten. 7. Saied Farman, Delegierter der IGfH, ist für seine Einrichtung, die Gemeinnützige Schottener Reha, Mitglied im Bundesfachverband Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge (UMF) e.V. Er vertritt hier gleichzeitig die IGfH. Über ihren jeweiligen Geschäftsführer war die IGfH im Weiteren in folgenden Projektbeiräten vertreten:
o Arbeitsstelle Jugendhilfestatistik der Universität Dortmund (sowohl im Beirat der Arbeitsstelle als auch in der Arbeitsgruppe Kinder- und Jugendhilfe-statistik) o Pilotprojekt „Ambulante Intensive Begleitung (AIB) - Transfer der niederländischen Instap-Methode in das deutsche Jugendhilfesystem“ des Instituts des Rauhen Hauses für soziale Praxis, Hamburg (bis 2002) o Mitarbeit in der Projektsteuerungsgruppe ‚Familien in der Jugendhilfe’ und (geschäftliche) Organisation des Projekts (2002-2004) o im Verbandsrat der FICE-International (2002-2004) o im Expertengremium der AGJ zur Erarbeitung von „Minimalstandards für die Sozialberichterstattung zur Kinder- und Jugendhilfe“ (2004) o Mitarbeit im Beirat des DJI Projektes „Freiheitsentziehende Maßnahmen im Rahmen von Kinder- und Jugendhilfe, Psychiatrie und Justiz“ (2004). o Mitarbeit in der Projektsteuerungsgruppe „Familien in der Jugendhilfe“ und (geschäftliche) Organisation des Projekts.
Die Tagungen des Verbandsrates der FICE-International (entspricht der IGfH-Delegiertenversammlung) finden jeweils im Frühjahr und im Herbst statt. Sitzungen fanden u.a. in Budapest/ Ungarn, Moskau/ Russland, Roskilde/ Dänemark und Plovdiv/ Bulgarien statt. Traditionell tagen die Generalversammlungen der FICE-Gremien im Vorfeld der alle zwei Jahre stattfindenden internationalen Kongresse. Die FICE-Kongresse fanden 2002 in Berlin und 2004 in Glasgow statt. Inhalte der Sitzung waren u.a.:
· Russland und Schottland wurden als neue „assoziierte” Mitglieder aufgenommen. · Das Positionspapier der FICE ”Zukunft Europa – Zukunft für Mädchen. Politische Strategien gegen die Ausgrenzung von Mädchen und jungen Frauen in Europa” wurde verabschiedet. · Zwei neue Vollmitglieder konnten in die FICE aufgenommen werden. Sowohl die FICE-Bulgarien als auch FICE-Südosteuropa beendeten ihren Status als assoziiertes Mitglied und sind nun als Vollmitglieder wahlberechtigt. · Durchführung des dritten Freundschaftscamps in Bosnien Herzegowina · Erstellung von PR-Material zur Darstellung der Aktivitäten der FICE-International · Das „Professional Exchange Programme - P.E.P.“ (siehe Kap. 2) · die Planung und Organisation des Kongresses der FICE in Glasgow die Planung und Organisation des Kongresses der FICE in Glasgow · Projekt „Quality 4 children“ · Situation der französischen Sektion der FICE Im Rahmen der unterschiedlichen Gremiensitzungen wurden die Vorstände neu gewählt. Als Präsident der FICE-Europa wurde René Bernhard sowie Daniel Collombet als Schatzmeister (beide aus der FICE-Frankreich) ernannt. Gerd Schemenau von der FICE-Rumänien bleibt weiterhin Generalsekretär. Nicht mehr kandidiert haben aus Gesundheitsgründen Robert Soisson und Onno van Praag, sie werden jedoch dem neuen Vorstand beratend zur Seite stehen.
Der neue Vorstand der FICE-International setzt sich wie folgt zusammen: Theo Binnendijk (FICE-Niederlande) wurde als Präsident bestätigt. Richard Joubert legte das von ihm viele Jahre übernommene Amt als Schatzmeister aus Altersgründen nieder. Die Generalversammlung ernannte ihn in Anerkennung seiner Verdienste zum Ehrenmitglied. Rolf Widmer (FICE-Schweiz) wird als neuer Schatzmeister gewählt.
Neue Vizepräsidenten werden Anton Tobé (FICE-Niederlande), der sich insbesondere für die Unterstützung der neuen Sektionen in Südosteuropa einsetzen will sowie Daniel Vidaud (FICE-Frankreich), der u.a. über Kontakte zur UNESCO und Europarat verfügt und sich für die Gewinnung von Sektionen in Nordafrika (frankophonen Länder) engagieren will.
Positiv wird in den Gremiensitzungen außerdem resümiert, dass sich die FICE durch Richard Jouberts Engagement wieder erfolgreich in den Strukturen der UNESCO etabliert hat. So ist sie z.B. in den Rat der NGOs gewählt worden. Aktive Mitarbeit der FICE findet bislang in zwei Arbeitsgemeinschaften der NGOs statt („Erziehung und Kultur“ sowie „Soziale Rechte, Europäische Sozial-Charta“).
Weitere und aktuelle Informationen zur Arbeit der FICE können auf der neuen Homepage der FICE-International (www.fice-inter.org) und auf den Seiten der FICE Europa (www.fice-europe.org) abgerufen werden.
Weitere Internationale Aktivitäten waren zum Beispiel die Veröffentlichung der IGfH, des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit Rheinland-Pfalz und der Universität Trier: Heimerziehung in Europa – Lernen aus der Differenz. Mainz 2004
Im November 2003 fand in Mainz in Kooperation zwischen dem MASFG, der IGFH und der Universität Trier eine europäische Fachtagung zum Thema „Heimerziehung in Europa – Lernen aus der Differenz“ statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen strukturelle Fragen der Jugendhilfe; besonderes Augenmerk galt den institutionellen „Lösungen“ und Konzepten für „schwierige“ Kinder und Jugendliche. Für die Fachtagung wurden Referenten aus Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden, der Schweiz und der Bundesrepublik eingeladen. Entlang von Leitfragen stellten die Referenten das eigene Jugendhilfesystem unter besonderer Berücksichtigung der Heimerziehung vor.
Außerdem wurde in einer Fachveranstaltung die Auswirkungen von Urteilen des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) aufgegriffen. Unter dem Titel „Bereitschaftsdienst ist Arbeitszeit“ konnte eine Fachtagung in Kooperation mit dem Evangelischen Erziehungsverband (EREV) im Februar 2004 in Frankfurt/Main durchgeführt werden, die das damalige Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) vom September 2003 aufgriff, wonach die Bereitschaftsdienst insgesamt als Arbeitszeit zu sehen. Das Urteil berührte alle Branchen in Europa, in denen es unterschiedliche Dienstzeiten gibt, also zum Beispiel auch Heimeinrichtungen.
Und die IGfH beteiligte sich an Vortreffen zur Gründung eines europäischen Netzwerkes unter dem Dach des DPWV Gesamtverbandes. Im September 2004 fand zu diesem Zweck ein erstes Treffen der deutschen Vertreter eines angestrebten europäischen Kooperations-Netzwerkes im Paritätischen statt. Ziel der Bildung eines europäischen Kooperations-Netzwerkes ist es, nationale und europäische soziale Organisationen auf einer strukturellen und fachbezogenen Arbeitsebene zusammenzubringen und auf Feldern einer gemeinsamen europäischen Betroffenheit abgestimmte geeignete Aktivitäten, Positionsbestimmungen und -stellungnahmen zu erarbeiten. In dieser transnationalen Aufstellung ist es möglich, europäische Entscheidungsträger für wohlfahrtsrelevante Themen zu sensibilisieren und eine effektive Einwirkung auf die europäische Gesetzgebung auszuüben. Als Zielperspektive für die Gründung des Kooperationsnetzwerkes wurde 2005 anvisiert.
Beteiligung der IGfH an einer Europäischen Netzwerkbildung unter dem Dach des DPWV (EU-Büro Brüssel)
Am 16.09.2004 fand ein erstes Treffen der deutschen Vertreter eines angestrebten europäischen Kooperations-Netzwerkes im Paritätischen statt. Ziel der Bildung eines europäischen Kooperations-Netzwerkes ist es, nationale und europäische soziale Organisationen auf einer strukturellen und fachbezogenen Arbeitsebene zusammenzubringen und auf Feldern einer gemeinsamen europäischen Betroffenheit abgestimmte geeignete Aktivitäten, Positionsbestimmungen und -stellungnahmen zu erarbeiten. In dieser transnationalen Aufstellung ist es möglich, europäische Entscheidungsträger für wohlfahrtsrelevante Themen zu sensibilisieren und eine effektive Einwirkung auf die europäische Gesetzgebung auszuüben. Als Zielperspektive für die Gründung des Kooperationsnetzwerkes wurde 2005 anvisiert.
Die Auswertung der Kündigungsgründe hat gezeigt, dass die häufigste Begründung für diesen Schritt im Wechsel des Arbeitsfeldes, gleich gefolgt vom Eintritt ins Rentenalter, finanzielle Gründe/Arbeitslosigkeit oder Auflösung der Einrichtung/Insolvenz lag. Eine Kündigung der Mitgliedschaft mit dem Verweis auf die Unzufriedenheit mit dem Verhältnis von Mitgliedsbeitrag und Serviceleistung wurde demgegenüber nur in wenigen Fällen angegeben (im gesamten Berichtszeitraum über drei Jahre äußerten dies nur 13 Personen/Einrichtungen).
Auch wenn in den ersten vier Monaten 2005 eine gewisse Trendwende zu erkennen ist (Mitgliederzahl wie Ende 2003), müssen die Bemühungen um Werbung insbesondere jüngerer Mitglieder verstärkt werden. Dies geschieht vor allem durch eine starke Tagungspräsenz sowie schnelle Service- und Dokumentationsleistungen über das Internet. Auch ist an explizite studentische Veranstaltungs- und Werbungsforen gedacht. Den Auswirkungen des wirtschaftlichen Kostendrucks, der auf den Einrichtungen und den Einzelpersonen lastet und zu Kündigungen führt, kann natürlich nicht allein durch gezielte Serviceleistungen und transparente Lobbyarbeit begegnet werden, sondern indirekt nur durch verstärktes sozialpolitisches Engagement in Kooperation mit anderen Akteuren innerhalb und außerhalb der Jugendhilfe.
Im Berichtszeitraum war die Personalsituation in der Geschäftsstelle von personellen Umbrüchen und zeitweiligen Verstärkungen durch Projektstellen gekennzeichnet. Die damit für die kleine Geschäftsstelle verbundenen Umbrüche wurden – soweit dies an den Rückmeldungen und Aktivitäten ablesbar ist – recht gut bewältigt.
Zum 01.02.2003 wechselte der langjährige Geschäftsführer der IGfH, Herr Wolfgang Trede, zum Jugendamt des Landkreises Böblingen/Baden-Württemberg. Nach Ausschreibung der Stelle wurde Herr Josef Koch, seit 01.10.1998 bei der IGfH als Projektleiter des Bundesprojektes INTEGRA tätig, zum neuen Geschäftsführer berufen. Er führte 2003 die Geschäfte und leitete in Doppelfunktion das Modellprojekt. Die Stelle der wissenschaftlichen Fachreferentin, die seit 01.07.2001 mit Frau Nicole Janze (dann Nicole Knuth) im Umfang von 30 Stunden pro Woche besetzt war, musste aufgrund von Mutterschutz und Elternzeit ab dem 01.05.2003 bis nach dem Berichtzeitraum vertreten werden. Frau Xenia Spernau war ab dem 01.05.2003 bis zum Ende des Berichtzeitraums als Fachreferentin der IGfH tätig und wird voraussichtlich ab 2005 auf der Stelle unbefristet beschäftigt. Gleichzeitig gelang es dem Vorstand und der Geschäftsführung ab Mitte 2003 die Begrenzung von 30 Stunden zugunsten einer Vollzeitstelle anzuheben. Die neuen Kolleginnen haben sich jeweils im „Forum Erziehungshilfen“ kurz vorgestellt. Die Geschäftsstelle weist somit im Berichtszeitraum vier volle Stellen und eine Teilzeitstelle im Kernteam auf, die gemeinsam mit den ehrenamtlichen Gremien zu einer weiteren Verbreitung und Akzentuierung des Programms und der Aktivitäten beigetragen haben.
Für Organisationsarbeiten rund um den von der IGfH organisierten internationalen FICE-Kongress 2002 wurden zum 01.07.2001 Frau Anke Hennig für die inhaltliche Arbeit (bis 31.03.2003) und zum Jahresende 2001 Frau Karola Ziesche (bis 31.01.2003) für diesen Arbeitsbereich angestellt. Im Modellprojekt INTEGRA arbeiteten als Bundeskoordinatoren Herr Stefan Lenz (bis 30.09.2003) sowie Herr Josef Koch (bis 31.01.2003) als Angestellte der IGfH.
Die personelle Situation im Berichtszeitraum 2002 bis 2004 stellte sich im Verlauf folgendermaßen dar:
Ständiges Kernteam:
Geschäftsführer 100 % Wolfgang Trede (bis 31.01.2003) Josef Koch (ab 01.02.2003) Bildungsreferentin 100 % Katrin Schröter Fachreferentin 78 % Nicole Knuth (bis 31.03.2003) 100 % Xenia Spernau (ab 01.05.2003) Sachbearbeiterin 100 % Marina Groth Verwaltungsangestellte 65 % Gabi Wiebeck Befristetes Modellprojekt INTEGRA - Bundesstelle:
Projektleiter 100 % Josef Koch (bis 31.01.2003) Sozialpäd. Mitarbeiter 50 % Stefan Lenz (bis 30.09.2003) Befristetes Organisationsbüro FICE-Kongress:
Leiterin 50 % Anke Hennig (bis 31.03.2003) Verwaltungsangestellte 50 % Karola Ziesche (bis 31.01. 2003) Die Geschäftsstelle befindet sich in zentral (10 Fußminuten zum Hauptbahnhof) gelegenen Büros am Frankfurter Schaumainkai. Mit sieben hauptamtlichen MitarbeiterInnen (inklusive Projektmitarbeiterinnen) ist die räumliche Kapazität der Büros allerdings erschöpft.
Das Organisationsbüro für den FICE-Kongress konnte in zwei Räumen des Kinderhauses Berlin-Mark-Brandenburg in Berlin-Hohenschönhausen eingerichtet werden.
Die Beratungstätigkeit der IGfH-Geschäftsstelle hat weiter zugenommen: Es wurden im Berichtszeitraum von Mitgliedern und Nichtmitgliedern jährlich ca. 1000 Anfragen nach Information und Beratung gerichtet. Diese Anfragen kommen von den unterschiedlichsten Personen und Einrichtungen, Verbänden, wissenschaftlichen Institutionen, Behörden, Studierenden sowie der Presse. Sie waren auch inhaltlich sehr unterschiedlich und reichten von einfachen Fragen zum Arbeitsfeld ("Wie viele Kinder sind in Heimen?") bis zu sehr diffizilen organisatorischen bzw. pädagogisch-konzeptionellen Fragen im Zusammenhang mit der Veränderung von Einrichtungen und Diensten der erzieherischen Hilfen. Eine große Hilfe für die Geschäftsstelle ist dabei, dass wir auf einen großen Pool kompetenter und engagierter ehrenamtlicher Mitglieder zurückgreifen können, an die Anfragen im Bedarfsfall weitergeleitet werden können.