Wir über uns

Geschäftsbericht 1999-2001

Inhalt


1. Statt eines Vorworts: Diskurse und Entwicklungen in den Erziehungshilfen

1999 bis 2001

2. Veranstaltungen

2.1 Fort- und Weiterbildungen, Fachtagungen

2.2 Inhouse-Angebote

2.3 ExpertInnengespräche

2.4 IGfH-Jahrestagung 1999 in Nürnberg

2.5 Kongresse

2.6 Regionale Fachtagungen

2.7 Internationale Tagungen und Studienreisen

3 Projekte

3.1 Bundesmodellprojekt INTEGRA

3.2 Aus der Geschichte lernen: Analyse der Heimreformen 1968ff

3.3 Rechtsgutachten "Sozialraumorientierung und das KJHG"

3.4 Website www.dialog-jugendhilfe-drogenhilfe.de

3.5 Internationales Fachkräfte-Austauschprogramm P.E.P.

4. Publikationen

4.1 Gelbe Schriftenreihe
4.2 Reihe "Basistexte Erziehungshilfen"

4.3 Erziehungshilfe-Dokumentationen

4.4 Forum Erziehungshilfen

4.5 Weitere Publikationen

4.6. Internet: IGfH-Homepage www.igfh.de

5. Aktivitäten der IGfH-Vereinsgremien

5.1 Mitgliederversammlung

5.2 Delegiertenversammlung und Vorstand

5.3 Regionalgruppen

5.4 Fach- und Ad-hoc-Arbeitsgruppen

5.5 Externe Vernetzung

6. Öffentlichkeitsarbeit und Stellungnahmen

7. Aktivitäten im Rahmen der internationalen FICE

8. Finanzsituation

9. Entwicklung der Mitgliederzahlen

10. Geschäftsstelle







1. Statt eines Vorwortes: Diskurse und Entwicklungen in den erzieherischen Hilfen 1999 - 2001

Im Berichtszeitraum, in dem das Kinder- und Jugendhilfegesetz seinen zehnten Geburtstag beging - und erstaunlicherweise mittlerweile praktisch von allen gefeiert wird, sind m.E. drei Entwicklungs- bzw. Diskurs-Stränge besonders hervorzuheben:

Ökonomisierung des Feldes: Zwar waren mit den §§ 78 a-g SGB VIII zum 1.1.1999 für den Gegenstandsbereich der Jugendhilfe durchaus angemessene Regelungen zur Finanzierung der (teil-)stationären Erziehungshilfen gefunden worden. Dennoch fügen sich die neuen Regelungen nahtlos in ein gerne als "neue Philosophie" apostrophiertes Denken und Handeln ein, das auf mehr Markt und mehr Wettbewerb setzt, und sich ausschließlich davon eine Erhöhung der Effizienz verspricht. Die praktische Umsetzung der Vorschriften der §§ 78 a ff SGB VIII scheint - entgegen der rechtlichen und kaufmännischen Logik - sehr stark auf die Entgeltvereinbarung zu fokussieren, während die Leistungs- und Qualitätsentwicklungsvereinbarung allenfalls Randprodukte darstellen, müssten doch eigentlich genau umgekehrt die Entgelte ein aus der Leistungs- und Qualitätsentwicklungsvereinbarung deduziertes"Abfallprodukt" sein. Ob der (relativ wenig ausgearbeitete) Vorschlag des Elften Jugendberichts eines "fachlich regulierten Qualitätswettbewerbs" als jugendhilfeadäquates Steuerungsmodell ein Bollwerk gegen einen ausschließlich kostenregulierten Wettbewerb darstellen kann, oder ob der Vorschlag nicht gerade das Gegenteil bewirkt, wird aktuell kritisch zu prüfen sein.

Sozialraumorientierung: Die konzeptionelle Debatte um eine stärkere sozialräumliche Orientierung der Erziehungshilfen hatte Hochkonjunktur - und droht bereits wieder das Schicksal manches Modethemas zu erleiden: Jede Einrichtung und jede Kommune gibt vor, jetzt sozialräumlich zu arbeiten ohne freilich viel in der praktischen Arbeit geändert zu haben. Das wäre fatal, denn Sozialraumorientierung, d.h. die Nutzung des "sozialen Umfeldes" für die Einzelfallarbeit wie auch die fallübergreifende Arbeit im Gemeinwesen mit dem Ziel, die soziale Infrastruktur zu verbessern und Hilfen besser aufeinander abzustimmen, ist mehr als ein schnelllebiges Thema. Sie kann - dies zeigen auch die bisherigen Ergebnisse aus dem INTEGRA-Projekt - erzieherische Hilfen qualitativ verbessern und soziale Arbeit darüber hinaus zu einer wichtigen präventiven Ressource im Gemeinwesen machen.

Zunahme regionaler Disparitäten: Wir stellen fest, dass sich Art und Qualität der Jugendhilfeangebote regional zunehmend unterscheiden. Erhebliche Unterschiede bestehen dabei zunächst zwischen verschiedenen Bundesländern bzw. Regionen in Deutschland. Während die östlichen Bundesländer mit dem durch die Altersklassen "durchwandernden" Geburtentief und einer immer noch erheblichen Abwanderung zu kämpfen haben, während dort äußerst geringe kommunale Finanzmittel zur Verfügung stehen und in der Folge ein raues Klima zwischen öffentlichen und freien Trägern herrscht, können (einzelne) Kommunen im Südwesten der Republik in neue Strukturen investieren und haben allenfalls das Problem, genügend geeignete Fachkräfte zu finden. Man betrachte nur einmal die Höhe von Fachleistungsstunden im Vergleich verschiedener Bundesländer!

Es steht zu vermuten, dass sich durch den demografischen Wandel aber auch durch das Abbröckeln überregionaler Standards diese problematische Entwicklung zukünftig noch verstärken wird.

Und die IGfH?

Dieser (drohenden) fachlichen Kleinstaaterei zu begegnen war eine der Aufgaben der IGfH in den Berichtsjahren 1999 bis 2001. Sie wird als Hüterin bundesweiter Standards für die fachliche Arbeit in ASD‘s, in Beratungsstellen und ambulanten Hilfen, in Heim- und Wohngruppen, in Tagesgruppen und im Bereich der Vollzeitpflege zukünftig sogar noch wichtiger, weil überregionale Fachinstitutionen im Berichtszeitraum tendenziell an Wirkkraft eingebüßt haben (Beispiel: Abschaffung des Landesjugendamtes Hessen).

Die IGfH wird sich zukünftig aber auch mit der Gefahr der Zersplitterung im Inneren des Verbandes befassen müssen, ist es doch angesichts der vielen (in sich wichtigen und sinnvollen) Vereinsaktivitäten der Fachgruppen, Regionalgruppen und sonstigen Gremien zunehmend schwierig, das Gemeinsame noch zu erkennen. Es ist also m.E. in der neuen Amtsperiode zu prüfen, mit welchen Strukturen und Arbeitsformen eine bessere Bündelung der von Mitgliederversammlung und Delegierten beschlossenen Arbeitsschwerpunkte möglich ist.

Aus den vielen Aktivitäten der Jahre 1999-2001, über die auf den folgenden Seiten berichtet wird, möchte ich einige wenige herausheben:

1) Nach 16 Jahren hat die IGfH erstmals wieder einen großen Kongress zur Heimerziehung veranstaltet - die PraktikerInnen haben dies mit einer großen Nachfrage gedankt. Zu bedenken geben muss, dass es "alte" Themen waren, die anlässlich des Kongresses zur Sprache kamen, insbesondere die Schwierigkeit ungünstiger Arbeitsbedingungen.

2) Wir haben wichtige Schritte zu einer noch wirkungsvolleren Qualifikation von in den Erziehungshilfen praktisch Tätigen getan: den Ausbau des Fortbildungsprogramms durch eine spezielle Qualifizierungsreihe, die Einführung von Inhouse-Seminaren und die Etablierung einer Buchreihe "Basistexte Erziehungshilfen".

3) Das von der IGfH initiierte und federführend betreute Bundesmodellprojekt INTEGRA hat mitgeholfen, die Jugendhilfepraxis in den beteiligten Regionen zu verändern, und konnte zeigen, dass die Umsteuerung auf eine integrierte sozialräumliche Hilfestruktur zwar Geduld erfordert, aber funktioniert.

Außerdem sind "wir" 40 Jahre alt geworden. Im Jahre 1961 war im Landerziehungsheim Odenwaldschule von friedenspolitisch und an einem internationalen Fachaustausch interessierten Fachleuten die "FICE-Sektion Deutschland"gegründet worden, die sich dann später den eingedeutschten Namen "Internationale Gesellschaft für Heimerziehung" gegeben hat. An die parteiliche Haltung der Gründerväter und -mütter für benachteiligte Kinder und an ihre politische Vision von "Kindergemeinschaften" als einem positiven, demokratischen Ort des Aufwachsens jenseits der Familie sollten wir uns in unserem Engagement ruhig öfter erinnern.

Frankfurt a.M., im Juli 2002 Ihr Wolfgang Trede


2. Veranstaltungen der IGfH

Als konfessionell nicht gebundener und überparteilicher Fachverband ohne Trägerinteressen will die IGfH mit Fach- und Fortbildungsveranstaltungen, Kongressen und Studienreisen erstens einen offenen Rahmen bieten, der den fachlichen Diskurs, die kritische Bestandsaufnahme sowie die Entwicklung neuer Ideen ermöglicht. In diesem Sinne soll mit den Veranstaltungen der überregionale Fachaustausch für MitarbeiterInnen in Praxis, Forschung und Lehre der Sozialpädagogik organisiert werden. Zum zweiten sollen die personellen fachlichen Ressourcen innerhalb des IGfH-Mitgliederkreises dazu genutzt werden, einen spezifischen Beitrag zur Qualifizierung sozialpädagogischer Fachkräfte in der Praxis durch Fortbildungen zu leisten, der darin besteht, praxisorientiert und konkret eine methodische Fundierung sozialpädagogischer Praxis der MitarbeiterInnen in den Hilfen zur Erziehung zu befördern.

Die Veranstaltungsaktivitäten der IGfH haben sich in den Berichtsjahren 1999 - 2001 im Segment der Fort- und Weiterbildungen gegenüber der vorangegangenen Amtsperiode nochmals deutlich erhöht; sie haben sich von 17 Fortbildungen zwischen 1996 und 1998 auf insgesamt 54 im Berichtszeitraum mehr als verdreifacht. Die anderen Veranstaltungsformen blieben auf dem

- sehr hohen - Niveau, wie es sich seit Anfang der 1990er Jahre entwickelt hatte. Das bedeutet in TeilnehmerInnen-Zahlen ausgedrückt, dass von 1999 bis 2001 über 5.700 Fachkräfte der Erziehungshilfen an IGfH-Veranstaltungen teilgenommen haben (nicht eingerechnet sind die drei externen Kongresse, s.u.!). Die Struktur des Tagungsprogramms hat sich im Berichtszeitraum weiter in Richtung auf die drei Schwerpunkt-Veranstaltungsformen

- Fort- und Weiterbildungen
- Kongresse und
- Expertinnengespräche

hin entwickelt. Deutlich abnehmend im Berichtszeitraum war die Nachfrage nach einer Veranstaltungsform, die im IGfH-Tagungsprogramm vor zehn Jahren noch die dominierende war: die Fachtagung als Veranstaltungstyp, bei dem der kollegiale Austausch "unter Gleichen" über ein gemeinsam interessierendes Thema im Mittelpunkt steht. Konnten 1999 noch 7 Fachtagungen stattfinden, waren es im Jahr 2000 noch 4 und im Jahr 2001 noch eine Fachtagung der insgesamt 7 ausgeschriebenen (zusätzlich wurde eine weitere kurzfristig organisierte Fachtagung zur Sozialraumorientierung durchgeführt)!

Ein neues Angebot im Tagungsprogramm der IGfH sind seit dem Jahr 2000 Inhouse-Angebote, d.h. die Durchführung von Fortbildungen für Einrichtungen vor Ort.

Zwischen 1999 und 2001 wurden insgesamt durchgeführt:


Es ist eine gute Tradition, dass die IGfH Veranstaltungen in Kooperation mit anderen Trägern vorbereitet und durchführt. Dies waren zwischen 1999 und 2001:


Nicht unerwähnt bleiben soll, dass die IGfH im Rahmen des 11. Deutschen Jugendhilfetages gemeinsam mit der Gewerkschaft ÖTV eine Veranstaltung zur sozialraumorientierten Jugendhilfe und zusammen mit den anderen Fachverbänden, der Arbeitsgemeinschaft für Erziehungshilfen (AFET),dem Bundesverband katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen (BVkE) und dem Evangelischen Erziehungsverband (EREV) eine Veranstaltung zu den Wirkungen der §§ 78a-g SGB VIII durchgeführt hat.

Allen KooperationspartnerInnen sei an dieser Stelle für die durchweg gute Zusammenarbeit herzlich gedankt!

2.1 Fortbildungen und Fachtagungen

Weiter unten werden die im Berichtszeitraum durchgeführten bundesweit ausgeschriebenen Fortbildungen und Fachtagungen tabellarisch aufgelistet.

Zu den Kosten: Die Tagungsgebühren mussten von 1999 bis 2001 für den Kreis der IGfH-Mitglieder um rund 50 DM (für die übliche dreitägige Fortbildung) angehoben werden. Diese "Norm"-Fortbildung kostete 2001 inklusive zwei Übernachtungen im Einzelzimmer und Vollverpflegung 380,- DM. Die Tagungsgebühren bewegen sich damit immer noch am unteren Rand der üblichen Sätze, zum einen weil die Beiträge für IGfH-Mitglieder nicht kostendeckend kalkuliert sind, zum anderen vor allem deshalb, weil die allermeisten ReferentInnen der Fortbildungen häufig aus Solidarität zur IGfH deutlich geringere Honorarsätze als im Fortbildungsbereich üblich in Rechnung stellen. Für ihr Engagement sei daher allen TagungsleiterInnen und ReferentInnen an dieser Stelle herzlich gedankt!

Zur Tagungsnachfrage: Das Tagungs- und Fortbildungsgeschäft ist schwierig und teilweise unberechenbar geblieben. Alle Veranstaltungen müssen wesentlich aufwendiger und intensiver beworben werden als dies früher der Fall war. Dennoch müssen auch immer wieder Veranstaltungen mangels Resonanz abgesagt werden - immer wieder auch solche, die man besonders gerne durchgeführt hätte (Beispiele: Armut und Erziehungshilfen, Fortbildungen zur Partizipation und zu interkultureller Kompetenz). Es freut uns auf der anderen Seite, dass die längerfristig angelegten und in der Vorbereitung besonders arbeitsintensiven Weiterbildungsreihen bislang alle gut nachgefragt waren.

Insofern sind wir sehr gespannt, wie das bislang aufwendigste Fortbildungsprojekt der IGfH, die in Kooperation mit dem ISA Münster, dem ISS Frankfurt und der Paritätischen Akademie im Jahr 2001 "auf Kiel" gelegte berufsbegleitende Qualifizierungsreihe "Methoden und Konzepte der Erziehungshilfen" im Jahr 2002 starten wird.

1999: Fortbildungen (Nr. 1.-10.) und Fachtagungen (11. ff)

  1. Professionelles Handeln in Gewaltsituationen, Block I: Eskalation und De-Eskalation in Arbeitsfeldern der Jugendhilfe, in Kooperation mit dem Verein zur Förderung bewegungs- und sportorientierter Jugendsozialarbeit e.V. - bsj Marburg, Tagungsort: Marburg, fachliche Leitung: Monika Eckern, Jürgen Vieth; einphasiger Lehrgang 25.-28.01.1999), 15 TeilnehmerInnen (TN)
  2. Sich am Jugendlichen orientieren (II), in Kooperation mit der PARITÄTISCHEN AKADEMIE Frankfurt am Main, Tagungsort: Frankfurt am Main, fachliche Leitung: Jens Engel-Kemmler, Kurt Hekele, Giovanna Setzer; Lehrgang in zwei Blöcken (9.-13.11.1998 und 22.-26.02.1999), 19 TN
  3. „Adventure Based Counseling (ABC)“ - Lernen am Abenteuer, Lernen aus Erfahrung, in Kooperation mit dem Verein zur Förderung bewegungs- und sportorientierter Jugendsozialarbeit e.V. - bsj Marburg, Tagungsort: Marburg, fachliche Leitung: Monika Eckarn, Jürgen Vieth; einphasiger Lehrgang (15.-19.03.1999), 9 TN
  4. Biografisches Verstehen als Methode im Prozess der Hilfeplanung, in Kooperation mit dem Sozialpädagogischen Fortbildungswerk Brandenburg, Tagungsort: Blankensee, fachliche Leitung: Michael Kluttig, Friedhelm Roeder, Dr. Uwe Uhlendorff; zweiphasiger Lehrgang (12.-14.04. und 03.-05.05.1999), 14 TN
  5. Wissen wir, was wir tun? (II) Die Wirksamkeit pädagogischen Wissens und Wollens im Alltag - Thema: Team, Tagungsort: Jena, fachliche Leitung: Mario Biel, Hans-Joachim Linsener, Katrin Schröter; einphasiger Lehrgang (19.-21.04.1999), 13 TN
  6. Drogen als Thema einer Institution - Coaching für EinrichtungsleiterInnen der stationären und teilstationären Erziehungshilfe, Tagungsort: Münster, fachliche Leitung: Reiner Bathen; einphasiger Lehrgang (03.-05.05.1999), 10 TN
  7. „Wenn Kinder unsere ‚Knöpfe‘ drücken ...“, Tagungsort: Gernrode, fachliche Leitung: Monika Sausen, Katrin Schröter; einphasiger Lehrgang (17.-20.05.1999), 12 TN
  8. Perspektiven der kleinen Heime - Wie flexibel sind die „Kleinen“ wirklich?, Tagungsort: Erfurt, fachliche Leitung: Rolf Küpper, Manfred Möllhof; einphasiger Lehrgang (07.-09.06.1999), 13 TN
  9. Professionelles Handeln in Gewaltsituationen, Block II: Deeskalationstraining nach PART-R, Tagungsort: Frankfurt, fachliche Leitung: Manfred Kontzi, Frank Müller; einphasiger Lehrgang (13.-15.10.1999), 15 TN
  10. Wissen wir, was wir tun? (III) Die Wirksamkeit pädagogischen Wissens und Wollens im Alltag - Thema: Neue im Team, Tagungsort: Jena, fachliche Leitung: Dr. Anne Frommann, Katrin Schröter; einphasiger Lehrgang (08.-10.11.1999), 8 TN
  11. Drogen und der Alltag von Heimerziehung, Tagungsort: Münster, fachliche Leitung: Jürgen Friedrichs, Burkhard Lensing und weitere KollegInnen der IGfH-Fachgruppe Drogen, 24.-25.02. 1999, 97 TN
  12. 6. Arbeitstagung Inobhutnahme, Tagungsort: Kassel, fachliche Leitung: Rolf Barthel, Annette Kemper, 01.-03.03.1999, 26 TN
  13. Niedrigschwellige Angebote für Mädchen - juristische Fragen und Arbeitsorganisation, Tagungsort: Wiesbaden, fachliche Leitung: Prof. Hannelore Häbel, Burglinde Retza, Dr. Monika Weber, 08.-10.03.1999, 15 TN
  14. Tagesgruppen im Wettbewerb, Tagungsort: Erfurt, fachliche Leitung: Hans-Joachim Sonnenburg, Klaus Wieprecht, 31.05.-02.06.1999, 33 TN
  15. Aus der Geschichte lernen: Analyse der Heimreform in Hessen 1968-1983 (Abschlusstagung des IGfH-Heimreform-Projektes), Tagungsort: Wiesbaden, fachliche Leitung: Burglinde Retza, Elisabeth Schmutz, Wolfgang Trede, 30.06.1999, 40 TN
  16. Integrierte, flexible Hilfen - ganz konkret, in Kooperation mit der Paritätischen Akademie Frankfurt am Main, Tagungsort: Frankfurt/Main, fachliche Leitung: Kurt Hekele, Jens Engel-Kemmler, 20.-22.10. 1999, 44 TN
  17. Flexible Hilfen - starre Strukturen? Probleme in der Umsetzung integrierter, flexibler Erziehungshilfen, in Kooperation mit dem Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik Frankfurt am Main, Tagungsort: Frankfurt am Main, fachliche Leitung: Monika Bradna, Josef Koch, 13.-15.12.1999, 26 TN

2000: Fortbildungen (1.-9.), WB-Reihen (10./11.) und Fachtagungen (12. ff)
  1. Grenzen setzen - aber wie? Leitung: Prof. Dr. Mathias Schwabe, Christoph Lampe; 21.-23.2. 2000 in Frankfurt/Main, 11 TN
  2. Biografisches Verstehen als Methode im Prozess der Hilfeplanung, zweiphasiger Lehrgang in Kooperation mit dem Sozialpädagogischen Fortbildungswerk Brandenburg; Leitung: Stephan Cinkl, Michael Kluttig, Dr. Uwe Uhlendorff; 29.2.-2.3. und 21.-23.3.2000 in Blankensee, 15 TN
  3. Adventure Based Counseling (ABC) - Lernen am Abenteuer, Lernen aus Erfahrung, in Kooperation mit dem Verein zur Förderung bewegungs- und sportorientierter Jugendsozialarbeit e.V. - bsj Marburg; Leitung: Monika Eckarn, Jürgen Vieth; 3.-7.4. und 4.-8.9.2000 (zweimal angeboten) in Marburg; insgesamt 24 TN
  4. (Er-)leben und Lernen im Wald, in Kooperation mit dem Verein zur Förderung bewegungs- und sportorientierter Jugendsozialarbeit e.V. - bsj Marburg; Leitung: Dominic Lefebvre, Jürgen Vieth; 6.-9.6.2000 im Gladenbacher Bergland; 7 TN
  5. Wenn Kinder unsere ‚Knöpfe‘ drücken ..., Leitung: Monika Sausen, Katrin Schröter; 13.-16.6. 2000 in Gernrode/Harz; 11 TN
  6. Sich am Jugendlichen orientieren - Methoden der Qualitätssicherung in der Erziehungshilfe, Fortbildung in zwei Lehrgangsblöcken in Kooperation mit der PARITÄTISCHEN AKADEMIE Frankfurt am Main; Leitung: Jens Engel-Kemmler, Kurt Hekele, Giovanna Setzer; Block I: 19.-23.6.00 in Gelnhausen, Block II: 4.-8.9.00 in Mühltal-Trautheim; 17 TN
  7. Integrierte Hilfen - Neuere Entwicklungen und Handlungskonzepte im Bereich der Hilfen zur Erziehung; Leitung: Josef Koch, Stefan Lenz; 25.-27.9.2000 in Frankfurt/Main; 18 TN
  8. Jetzt sind die Jungen dran! Neues zur Lebenslage Junge-Sein? in Kooperation mit IRIS-Projektgruppe „Jungen“ Tübingen; Leitung: Reinhard Winter, Gunter Neubauer; 2.-4.10.2000 in Tübingen; 12 TN
  9. Führen von Gruppen in handlungs-und erfahrungsbezogenen Settings- angelehnt an das Advanced Adventure Based Counseling-Konzept von Project Adventure/USA (AABC), in Kooperation mit dem Verein zur Förderung bewegungs- und sportorientierter Jugendsozialarbeit e.V. - bsj Marburg; Leitung: Martin Lindner, Jürgen Vieth; 9.-13.10.2000 in Marburg; 15 TN
  10. Umgang mit Konflikten und Gewalt in Einrichtungen der Erziehungshilfe - berufsbegleitende vierteilige Weiterbildung; Gesamtleitung: Prof. Dr. Mathias Schwabe; Block I: ViDeT - Videogestütztes De-Eskalations-Training, 3.-6.4.2000 in Frankfurt/Main, Leitung: Prof. Dr. Mathias Schwabe, Christoph Lampe; Block II: PART - Professional Assault Response-Training - Professionell Handeln in Gewaltsituationen, 25.-27.9.2000 in Frankfurt/Main, Leitung: Manfred Kontzi, Frank Müller; 23 TN
  11. Brennen - ja! Ausbrennen - nein! Selbstmanagement zur Erweiterung der beruflichen und persönlichen Kompetenz - berufsbegleitende dreiteilige Weiterbildung; Leitung: Mario Biel, Katrin Schröter; Block I: 17.-19.4.2000 in Gernrode/Harz; Block II: 11.-13.9.2000 in Gernrode/Harz; 15 TN
  12. Nichts Neues in der Mädchenerziehung!?; Leitung: Martina Kriener, Burglinde Retza, Dr. Monika Weber; 29.2.-2.3.2000 in Münster; 16 TN
  13. Stellenwert der Heimerziehung im Kontext der erzieherischen Hilfen; Leitung: Dr. Ullrich Bürger, Katrin Schröter; 19.-20.6.2000 in Frankfurt/Main; 83 TN
  14. Betroffenenbeteiligung in Planungsprozessen, in Kooperation mit START - gemeinnützige Beratungsgesellschaft mbH; Leitung: Siegfried Hutsch-Becker, Klaus Roth; 12.-14.9.2000 in Dresden; 43 TN

15.Biografisches Verstehen/Sozialpädagogisch-hermeneutische Diagnose - theoretisch fundiert und praxistauglich? in Kooperation mit dem Sozialpädagogischen Fortbildungswerk Brandenburg (SPFW); Leitung: Dr. Uwe Uhlendorff, Dr. Martin Hoffmann, Wolfgang Trede; 27.-28.9.2000 in Frankfurt/Main; 33 TN

2001: Fortbildungen (1.-14.), WB-Reihen (15.- 20.) und Fachtagungen (21. ff)
  1. Video-Home-Training (VHT)/Video-Interaktions-Begleitung (VIB) - eine effektive und ressourcenorientierte Methode in der Arbeit mit Familien, Gruppen und Teams; Leitung: Magdalena Kühling; 06.-07.02.2001 in Bad Oeynhausen, 7 TN
  2. Biografisches Verstehen als Methode im Prozess der Hilfeplanung, zweiphasiger Lehrgang in Kooperation mit dem Sozialpädagogischen Fortbildungswerk Brandenburg; Leitung: Stephan Cinkl, Michael Kluttig, Dr. Uwe Uhlendorff; 12.-14.03. und 09.-11.04.2001 in Blankensee, 12 TN
  3. Adventure Based Counseling (ABC) - Lernen am Abenteuer, Lernen aus Erfahrung, in Kooperation mit dem Verein zur Förderung bewegungs- und sportorientierter Jugendsozialarbeit e.V. - bsj Marburg; Leitung: Monika Eckarn, Jürgen Vieth; 19.-23.03. und 10.-14.09.2001 (zweimal angeboten) in Marburg; insgesamt 32 TN
  4. Neu in der Tagesgruppenarbeit; Leitung: Klaus Wieprecht; 15.-16.03.2001 in Jena; 10 TN
  5. Das Individuum oder/und (?) die Gruppe - Gruppenpädagogik als Methode; Leitung: Prof. Jürgen Kalcher; 04.-06.06.2001 in Bad Oeynhausen; 9 TN
  6. Vom Problem zur Maßnahme, in Kooperation mit dem Institut für Soziale Arbeit Münster; Leitung: Prof. Dr. Werner Freigang, Dr. Peter Hansbauer; 23.-24.04.2001 in Münster; 20 TN
  7. Qualitätsentwicklung in der Tagesgruppe praktisch, zweiphasiger Lehrgang; Leitung: Achim Sonnenburg; 25.-26.06. und 26.-27.09.2001 in Frankfurt/Main; 12 TN
  8. Einführung in die Genogramm-Arbeit als Methode der sxstemischen Familienberatung; Leitung: Monika Rüsch; 16.-18.05.2001 in Germerode; 13 TN
  9. Lösungsorientierte Familienarbeit in der Tagesgruppe; Leitung: Ulrike Bavendiek; 07.-08.06.2001 in Bad Oeynhausen; 18 TN
  10. Lernen trotz Schule? Motivation, Organisation, Kooperation - Ideen und Methoden für gelingende Lernunterstützung; Leitung: Jürgen Hoppe-Suhr, Eddy Hullegie; 12.-13.6.2001 in Köln; 14 TN
  11. (Er-)leben und Lernen im Wald, in Kooperation mit dem Verein zur Förderung bewegungs- und sportorientierter Jugendsozialarbeit e.V. - bsj Marburg; Leitung: Dominic Lefebvre, Jürgen Vieth; 18.-22.06.2001 im Gladenbacher Bergland; 13 TN
  12. Qualitätsentwicklung und Qualitätssteuerung - Methoden und Techniken in der Erziehungshilfe; in Kooperation mit der PARITÄTISCHEN AKADEMIE Frankfurt am Main; Leitung: Jens Engel-Kemmler, Kurt Hekele, Giovanna Setzer; 22.-24.08.2001 in Frankfurt/Main; 16 TN
  13. Führen von Gruppen in handlungs_ und erfahrungsbezogenen Settings _ angelehnt an das Advanced Adventure Based Counseling_Konzept von Project Adventure/USA (AABC), in Kooperation mit dem bsj Marburg; Leitung: Martin Lindner, Jürgen Vieth; 08.-12.10.2001 in Marburg; 17 TN
  14. Drogen im Gruppenalltag, in Kooperation mit dem Institut für Soziale Arbeit Münster; Leitung: Hiltrud Wegehaupt, Norbert Wieland; 07.-09.11.2001 in Bad Oeynhausen; 14 TN
  15. Umgang mit Konflikten und Gewalt in Einrichtungen der Erziehungshilfe - berufsbegleitende vierteilige Weiterbildung (KUrs 2000/2001); Gesamtleitung: Prof. Dr. Mathias Schwabe; Block III: Keep Cool Gruppe - Ein konfrontativ-systemisches Gruppentraining zur Gewaltprävention, 18.-20.02.2001 in Bad Bentheim, Leitung: Bernd Michaelis, Michael Terwey; Block IV: Follow-Up, 11.-13.06.2001 in Frankfurt/Main, Leitung: Prof. Dr. Mathias Schwabe; 23 TN
  16. Brennen - ja! Ausbrennen - nein! Selbstmanagement zur Erweiterung der beruflichen und persönlichen Kompetenz - berufsbegleitende dreiteilige Weiterbildung (Kurs 2000/2001); Leitung: Mario Biel, Katrin Schröter; Block IV: 08.-10.01.2001 in Gernrode/Harz; 15 TN
  17. Brennen - ja! Ausbrennen - nein! Selbstmanagement zur Erweiterung der beruflichen und persönlichen Kompetenz - berufsbegleitende dreiteilige Weiterbildung (Kurs 2001/2002); Leitung: Mario Biel, Katrin Schröter; Block I: 21.-23.03.2001 in Gernrode/Harz; Block II: 12.-14.9.2001 in Gern-rode/Harz;18 TN
  18. Umgang mit Konflikten und Gewalt in Einrichtungen der Erziehungshilfe - berufsbegleitende vierteilige Weiterbildung (Kurs 2001/2002); Gesamtleitung: Prof. Dr. Mathias Schwabe; Block I: ViDeT - Videogestütztes De-Eskalations-Training, 27.-30.03.2001 in Frankfurt/Main, Leitung: Frauke Gommel, Prof. Dr. Mathias Schwabe; Block II: PART - Professional Assault Response-Training - Professionell Handeln in Gewaltsituationen, 24.-26.9.2001 in Frankfurt/Main, Leitung: Manfred Kontzi, Frank Müller; 18 TN
  19. Lust an Leitung! Know-how für TeamleiterInnen in der Erziehungshilfe - berufsbegleitende vierteilige Weiterbildung; Gesamtleitung: Ulrike Herr; Block I: 20.-30.05.2001, Block II: 22.-24.10.2001 in Germerode, Leitung: Ulrike Herr, Norbert Schwarz; 19 TN
  20. Professionelles Handeln im Sozialraum - berufsbegleitende fünfteilige Weiterbildung in Kooperation mit der Diakonischen Akademie Deutschland, der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart und dem Institut für Stadtteilbezogene Soziale Arbeit und Beratung Essen; Gesamtleitung: Dr. Mechthild Wolff; Block I: 28.-29.05.2001 in Frankfurt/Main; Block II: 24.-26.09.2001 in Kassel.
  21. Sozialraumorientierung auf dem Prüfstand, Fachtag in Kooperation mit dem sozialpädagogischen Institut im SOS-Kinderdorf Deutschland; Leitung: Kristin Teuber, Wolfgang Trede; 21.5.2001 in Frankfurt; 256 TN
  22. Gewaltprävention - einsam oder gemeinsam? Konzepte für gewaltpräventive Zusammenarbeit; Leitung: Ulrike Herr, Katrin Schröter, Hans-Dieter Will; 19.-21.11.01 in Frankfurt/Main; 32 TN

Fazit: Der bereits Mitte der 1990er Jahre erfolgte Schritt der IGfH, Fortbildungsträger zu werden, war sinnvoll und im Hinblick auf die Nachfrage erfolgreich. Daher soll es auch zukünftig ein sowohl attraktives als auch zur jugendhilfepolitischen Orientierung der IGfH passendes Angebot an Fort- und Weiterbildungen geben. Fachtagungen sollten m.E. zahlenmäßig reduziert und zielgerichteter zur Kommunikation und Diskussion fachlich brisanter Einzelthemen eingesetzt werden.


2.2 Inhouse-Angebote

Erstmalig im Veranstaltungsprogramm für das Jahr 2000 hat die IGfH sog. Inhouse-Seminare angeboten, um mit auf die Einrichtung zugeschnittenen Fortbildungen direkt vor Ort Unterstützung zur fachlichen Qualifizierung von MitarbeiterInnen zu leisten. Das Hineingehen in die Einrichtungen hat zum einen den Vorteil, dass alle bzw. mehrere KollegInnen derselben Einrichtung über den gleichen Wissensstand verfügen können und also eine andere Handlungs- und Veränderungsdynamik entstehen kann. Zum anderen können die strukturellen Bedingungen der Einrichtung berücksichtigt und einbezogen werden.

Im Verlauf des Jahres 2000 wurden insgesamt 14 Anfragen für Inhouse-Seminare an die IGfH-Geschäftsstelle gerichtet, für 13 Einrichtungen wurde ein Angebot erstellt. Es kam zu 8 Abschlüssen eines Werkvertrages. 4 Seminare bzw. Seminarreihen wurden noch im laufenden Jahr 2000 erfolgreich abgeschlossen. 2001 wurden insgesamt 22 Anfragen für Inhouse-Seminare an die IGfH-Geschäftsstelle gerichtet, für 9 Einrichtungen wurden insgesamt 18 Angebote erstellt, zwei Einrichtungen buchten darüber hinaus ein bereits im Vorjahr in Anspruch genommenes Angebot zum zweiten Mal. Es kam zu 6 neuen Abschlüssen eines Werkvertrages. Insgesamt wurden im Rahmen laufender Verträge 10 Seminare durchgeführt. Nachgefragt wurde vor allem die Trainings zum Umgang mit Konflikten und Gewalt in Einrichtungen der Erziehungshilfe, daneben aber auch Themen wie "Qualifizierte Hilfeplanung", "Partizipation"und "Professionelle Arbeit mit dem Herkunftssystem". Angebote und Verträge wurden von der Bildungsreferentin erstellt, die auch die Gewinnung der in der Regel ehrenamtlich aktiven ReferentInnen und die organisatorische Abwicklung sicherte. Einige Seminare wurden von hauptamtlichen MitarbeiterInnen der Geschäftsstelle sowie des Bundesmodellprojektes INTEGRA durchgeführt.

Nach allen bislang durchgeführten Inhouse-Fortbildungsseminaren kamen durchweg positive Rückmeldungen von den betreffenden Einrichtungen: Die ReferentInnen konnten vor Ort auf die konkrete Situation der Einrichtung eingehen, konnten akute aktuelle Schwierigkeiten in die Problembearbeitung einbeziehen und somit einen hohen Zufriedenheitsgrad der am Seminar teilnehmenden MitarbeiterInnen erreichen. Teilweise konnten direkt während der Veranstaltung Vereinbarungen und Beschlüsse der Teams für das weitere Vorgehen innerhalb der Institution vereinbart werden, um die Fortsetzung eines begonnenen Veränderungsprozesses zu sichern.

Da diese Form der Qualifizierung von MitarbeiterInnen der Praxis erzieherischer Hilfen als besonders effektiv erlebt wird, soll das Angebot von Inhouse-Fortbildungen ausgebaut werden.

2.3 ExpertInnengespräche

ExpertInnengespräche haben innerhalb der Vereinsaktivitäten die Funktion, eine der IGfH besonders wichtige Thematik (die i.d.R. einem der durch die Delegiertenversammlung beschlossenen Arbeitsschwerpunkte zugeordnet werden kann) in einem Kreis von Fachleuten intensiv zu diskutieren mit dem Ziel, damit neue Perspektiven zu erhalten und Entwicklungen anzustoßen. Häufig entstehen aus ExpertInnengesprächen Publikationen, Fortbildungen oder Projekte. Im Berichtszeitraum wurden 13 ExpertInnengespräche durchgeführt, über die im folgenden kurz berichtet wird (ausführlichere Berichte enthalten die jährlichen Sachberichte, die in der Geschäftstelle oder unter www.igfh.de abrufbar sind):

Seit 1990 treffen sich mindestens einmal jährlich KollegInnen, die im deutschsprachigen Bereich mit Heimerziehungs-/Erziehungshilfe-Forschung befasst sind auf Initiative der IGfH, um sich über geplante, laufende oder gerade abgeschlossene Projekte auszutauschen. Bereits seit 1993 werden diese Veranstaltungen in Kooperation mit dem Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik durchgeführt. Sinn und Zweck der jährlich stattfindenden Veranstaltungen ist es, den Fachaustausch zwischen ForscherInnen sowie einen frühen Theorie-Praxis-Transfer zu leisten.

Im Rahmen des von der Fachgruppe "Grundsatzfragen der Fremdplatzierung" organisierten ExpertInnengespräches wurde zwischen VertreterInnen verschiedener Ausbildungseinrichtungen sowie der Praxis diskutiert, ob die seitens der Praxis immer wieder konstatierte Kluft zwischen Ausbildungsinhalten und Praxiserfordernissen besteht und wie diese ggf. überwunden werden kann. Im Ergebnis der Diskussion gab es zwischen den VertreterInnen der verschiedenen Ausbildungsinstitutionen (Uni, FHS, Fachschulen) deutlich unterschiedliche Auffassungen darüber, auf welchem Niveau und mit welchen Inhalten sozialpädagogische Fachkräfte für den Bereich der Erziehungshilfen auszubilden wären. Die IGfH wurde aufgefordert, sich zu Anforderungen an die Qualifizierung von MitarbeiterInnen der Erziehungshilfe zu positionieren und sich stärker in die Debatte zur Reform der ErzieherInnenausbildung einbringen. Leider ist es nicht gelungen, die Ergebnisse der Diskussion des ExpertInnengespräches entsprechend zu dokumentieren und in die Fachdiskussion einzuspeisen.



Ab 1.1.1999 müssen Einrichtungen der Jugendhilfe mit dem Kostenträger bekanntlich neben Leistungs- und Entgeltvereinbarungen auch eine Vereinbarung über "Grundsätze und Maßstäbe für die Bewertung der Qualität der Leistungsangebote sowie über geeignete Maßnahmen zu ihrer Gewährleistung", eine sogenannte "Qualitätsentwicklungsvereinbarung", abschließen (so § 78b SGB VIII). Das ExpertInnengespräch diente dazu, die zur Zeit meistdiskutierten Verfahren des Qualitätsmanagements vorzustellen, erste praktische Erfahrungen mit diesen Methoden zusammenzutragen und die Ansätze kritisch zu überprüfen, inwiefern sie für Einrichtungen der Jugendhilfe praxistauglich sind. Die Tagung wurde zu einem von Joachim Merchel herausgegebenen praxisverwertbaren Buch "Qualitätsmanagement in den Erziehungshilfen" verarbeitet (s.u.).



Das im Rahmen des INTEGRA-Projektes organisierte ExpertInnengespräch diente dem Ziel, zum einen einige der neuen "sozialräumlichen"Finanzierungsmodelle im Detail kennen zu lernen, und zum anderen zu prüfen, ob diese Instrumente vereinbar sind mit den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere den Normen des Kinder- und Jugendhilfegesetzes. Im Ergebnis lässt sich festhalten, dass die Bildung von raumbezogenen HzE-Budgets praktisch möglich und bei Beachten der einschlägigen Rechtsnormen des Jugendhilfe-, Vertrags-, Wettbewerbs- und Haushaltsrechts zulässig ist. Es ist allerdings ein relativ kompliziertes und voraussetzungsreiches Finanzierungsinstrument, das überdies leichter als die bisherige direkte Einzelfallfinanzierung für Einsparzwecke instrumentalisierbar scheint - und dann auch KJHG-Normen unterlaufen könnte ("Deckelung" des Budgets versus individueller Rechtsanspruch, der prinzipiell budgetsprengend wirkt). Die Beiträge wurden in einem Band der blauen Schriftenreihe dokumentiert, außerdem entschied sich die IGfH im Anschluss an diese Tagung, ein Rechtsgutachten zur Frage der Vereinbarkeit von sozialräumlicher Erziehungshilfe und den Normen des KJHG in Auftrag zu geben (s.u. bei "Projekten").



Das ExpertInnengespräch wollte einen kritischen Beitrag zur Verortung der neuen familienorientierten Hilfen im Gesamtspektrum der Jugendhilfe leisten: Wie lassen sich neue Hilfeformen fach- und gesellschaftspolitisch verorten? Gibt es Anschlusspunkte an eine lebensweltorientierte Jugendhilfe? Welche Probleme gibt es bei der bundesdeutschen Einführung neuer Hilfen, die beispielsweise aus den USA oder den Niederlanden stammen? Wo gibt es Erfahrungen einer gelungenen oder misslungenen Implementation in die örtliche soziale Jugendhilfe-Infrastruktur? Fazit der Debatte: Auch wenn die neuen Hilfeformen Antworten auf Modernisierungsbedarfe der Jugendhilfe zu geben versprechen, besteht doch die Befürchtung, dass sich neben den eher klassischen Feldern der Erziehungshilfen eine von Bedarfslagen der Kinder und Jugendlichen abgehobene Parallelstruktur entwickelt.


Auf Anregung und mit Unterstützung der Bundesministerien für Gesundheit und für Familie, Senioren, Frauen und Jugend veranstaltete die IGfH Ende Mai 2001 dieses von knapp hundert Fachkräften aus der Jugendhilfe und der Drogenhilfe besuchte ExpertInnengespräch, das zum Ziel hatte, in einen Dialog zwischen den Systemen Jugendhilfe und Drogenhilfe zum Thema jugendlicher Drogenkonsum einzusteigen. Trotz einiger Schwierigkeiten und Abstimmungsprobleme im Vorfeld der Veranstaltung bei der Zusammenarbeit der beteiligten Kooperationspartner kann der Verlauf des ExpertInnengespräches sowie die Diskussionskultur insgesamt positiv bewertet werden. Eine Dokumentation der Veranstaltung wurde u.a. an alle deutschen Jugendämter geschickt, außerdem wird die zur Vorbereitung der Tagung eingerichtete Homepage www.dialog-jugendhilfe-drogenhilfe.de als virtuelle Plattform des Austauschs bis Ende September 2002 weiter gefördert.


Tagesgruppen expandierten auch in den letzten Jahren enorm, besonders in den neuen Bundesländern. Die fachliche Gestaltung und Entwicklung dieses Hilfeangebotes ist dabei regional sehr unterschiedlich und der fachpolitische Diskurs um integrierte und sozialraumorientierte Hilfen betrifft ganz besonders die Tagesgruppen. Das ExpertInnengespräch sollte sich vor diesem Hintergrund mit den Perspektiven der Tagesgruppen befassen. Als ein Ergebnis des Gesprächs wurde ein Forschungsprojekt vorüberlegt, dass die pädagogische Leistungsfähigkeit der Tagesgruppen zum Gegenstand hat.


2.4 IGfH-Jahrestagung 1999 in Nürnberg „Wie jugendhilfefähig ist Politik - wie politikfähig ist Jugendhilfe?“

Die von einer engagierten Nürnberger Vorbereitungsgruppe wesentlich mit organisierte Jahrestagung Ende September 1999 thematisierte das Verhältnis Politik - Jugendhilfe, ein Thema, das mit rund 400 TeilnehmerInnen weniger FachkollegInnen als erhofft nach Nürnberg gelockt hatte. Es ging in Nürnberg um die kritische Debatte mit PolitikerInnen über die - zum Teil nicht mehr wahrgenommene - Verantwortung der Politik für die Jugend und die Jugendhilfe (im Jahr 2002 haben wir nach der PISA-Studie, dem Elften Jugendbericht und dem Amoklauf von Erfurt eine zumindest vorübergehend andere Situation), aber Anliegen war auch eine Sensibilisierung für die gesellschaftlichen und (kommunal-)politischen Rahmenbedingungen der sozialpädagogischen Arbeit mit dem Ziel ihrer Politisierung. Über die Jahrestagung gibt es einen Tagungsbericht (W. Trede in "Forum Erziehungshilfen"1/2000, S. 33ff) und es wurde eine Tagungsdokumentation in der gelben Schriftenreihe erstellt.

2.5. Kongresse


Die Bundestreffen INTEGRA gehen auf eine Initiative der IGfH und einem ursprünglich lockeren Netzwerk von Einzelprojekten und Regionen zurück, die ernst machen wollen mit einem jugendhilfepolitischen Umsteuern in Richtung auf integrierte, regionalisierte Hilfen. Mit dem ersten Bundestreffen sollte eine Plattform des bundesweiten Fachaustausches von Projekten integrierter, flexibler Erziehungshilfen geschaffen werden. Seit dem Start des Bundesmodellprojekts INTEGRA im Oktober 1998 haben die Bundestreffen INTEGRA zugleich die Funktion, die an INTEGRA interessierten Fachleute und Projekte über Projektverlauf und -ergebnisse zu informieren. Über beide Bundestreffen wurde im "Forum Erziehungshilfen" informiert (Th. Röttger in ForE 3/1999 über das 2. BT; C. Utecht/K. Norz-Kehrer in ForE 5/2001 über das 3. BT). Das 2. Bundestreffen INTEGRA wurde außerdem in einem Band der blauen Schriftenreihe (Koch/Lenz: Auf dem Weg zu einer integrierten und sozialräumlichen Kinder- und Jugendhilfe) dokumentiert.


Familienähnliche Betreuungsangebote stellen innerhalb der Erziehungshilfen einen erheblichen Anteil an stationären Plätzen für Kinder und Jugendliche zur Verfügung, die nicht in ihrer Herkunftsfamilie leben können. Schätzungsweise die Hälfte aller fremdplatzierten Kinder wachsen längerfristig oder vorübergehend in Pflegefamilien, Kinderdorffamilien, Familien-, Außen- bzw. Lebensgemeinschafts-Wohngruppen, Kleinstheimen oder Erziehungsstellen auf. Dennoch existierte bislang in diesem Bereich kaum ein Fachdiskurs. Der Arbeitskreis Deutscher Kinderdörfer und die Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGfH) nahmen diese Situation zum Anlass und führten einen gemeinsamen Kongress durch mit dem Ziel, eine Fachdiskussion über familienähnliche Betreuungsangebote in der Jugendhilfe in Gang zu bringen sowie die Leistungsfähigkeit dieser Hilfen im Spektrum einer mittlerweile sehr ausdifferenzierten Erziehungshilfelandschaft auszuloten. Ein ausführlicher Tagungsbericht erschien im "Forum Erziehungshilfen" (K. Teuber in ForE 4/2000), außerdem plant SOS-Kinderdorf die Erstellung einer Tagungsdokumentation.


"Baukasten Tagesgruppen: - Vielfalt - Chancen - Grenzen" Der TeilnehmerInnenkreis der aller zwei Jahre von der Fachgruppe Tagesgruppen organisierten Bundestagungen wird immer größer: Zur 12. Bundestagung in Oldenburg kamen 675 Tagesgruppen-MitarbeiterInnen, um sich fachlich auszutauschen und neue Methoden und Ansätze in der alltäglichen Arbeit kennenzulernen. Ein Tagungsbericht wurde im "Forum" publiziert (U. Bavendiek in: ForE 3/2000).
Wie bei der ersten Bundestagung im Juni 1998, war es auch Ziel dieser Tagung, die unmittelbaren "NutzerInnen" unserer sozialpädagogischen Anstrengungen direkt in die Arbeit des Fachverbandes einzubinden und nicht nur über, sondern mit Kindern und Jugendlichen in erzieherischen Hilfen reden zu können, vor allem dann, wenn es um ihre Rechte geht. Gleichzeitig sollte die Tagung dazu beitragen, die Erfahrungen, Sichtweisen und Anregungen der jungen Leute in die Fachdiskussion einzubringen. Insgesamt nahmen ca. 80 Jungen und Mädchen sowie 60 KollegInnen an der Tagung teil.



Im Rahmen des 11. Deutschen Jugendhilfetages im Mai 2000 in Nürnberg war die IGfH mit der Gestaltung eines Standes und zwei Fachveranstaltungen aktiv. In guter Tradition wurde der Stand in der Messehalle in Nürnberg gemeinsam mit dem Landesheimrat Hessen vorbereitet und gestaltet. Die IGfH stellte neben ihren verlagseigenen Publikationen insbesondere das Heimreformprojekt und das Bundesmodellprojekt INTEGRA in den Mittelpunkt ihrer Präsentation. In Kooperation mit der Gewerkschaft ÖTV wurde eine von ca. 100 TeilnehmerInnen besuchte Veranstaltung zur sozialraumorientierten Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe, in Zusammenarbeit mit den anderen Erziehungshilfe-Fachverbänden AFET, BVkE und EREV eine Veranstaltung zu den Erfahrungen mit den §§ 78 a-g SGB VIII mit rund 130 TeilnehmerInnen durchgeführt.


"Professionelle Familienerziehung im Netzwerk Jugendhilfe stärken"

Im Rahmen der 2. Bundestagung Erziehungsstellen sollte erörtert werden, welche Rolle die Erziehungsstellen und ähnliche Formen einer professionellen Familienpflege im System der Jugendhilfe zur Zeit einnehmen und welche Rolle sie in Zukunft einnehmen könnten. Leitfragen dieser zweiten von der IGfH-Fachgruppe Erziehungsstellen geplanten Bundestagung waren u.a.: Welche Probleme und welche Chancen erwachsen der Erziehungsstelle aus allgemeinen Trends wie z.B. der Flexibilisierung und Ökonomisierung von Jugendhilfeleistungen? Welche speziellen Strukturprobleme ergeben sich daraus, dass die Institution "Erziehungsstelle" zwischen klassischer Heimerziehung und Vollzeitpflege steht, und wie können diese gelöst werden? Schließlich soll mit dem Begriff "Netzwerk Jugendhilfe" auf die zunehmende Notwendigkeit hingewiesen werden, zwischen verschiedenen Trägern, Institutionen und Betroffenen gut zu kooperieren.

Jugendhilfepolitisch lautet die Schlussfolgerung, dass Erziehungsstellen als professionalisierte Form der Vollzeitpflege, als finanziell besser ausgestattete, vor allem aber besser von außen betreute Form der Pflegefamilie im Grunde Vorbildfunktion für das gesamte Pflegekinderwesen einnehmen sollte. Auf eine entsprechend leistungsfähigere Form der Vollzeitpflege könnte sicherlich deutlich häufiger als bisher zurückgegriffen werden. Im weiteren ist die Arbeit mit den Herkunftseltern zu qualifizieren, insbesondere wäre, wie dies z.B. in Österreich bereits verschiedentlich der Fall ist, eine unabhängige Stelle für diese Arbeit zu schaffen, weil der ASD das als die Stelle, die das Kind aus dem Herkunftsmilieu herausgeholt hat, ebenso wenig leisten kann wie die emotional zu sehr verstrickten Pflegeeltern.

Alle Plenar- und Arbeitsgruppen-Beiträge werden im Laufe des Jahres 2002 seitens unseres Kooperationspartners, dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe - Landesjugendamt, in einer Tagungsdokumentation veröffentlicht.



Als (Gründungs-)Mitglied im Initiativkreis der Bundeskongresse war die IGfH Mitveranstalter des 4. Bundeskongresses Soziale Arbeit im September 2001 in Mainz mit rund 1.500 TeilnehmerInnen zum Rahmenthema "Soziale Arbeit in Europa"und organisierte ein von ca. 35 TeilnehmerInnen besuchtes eintägiges Symposium "Erziehungshilfen in Europa", u.a. mit Referaten über die schottische Kinderrechts-Praxis, die Arbeit der Wiener Interventionsstelle bei Gewalt in der Familie und über das Modellprojekt "Ambulante Intensive Begleitung" in Deutschland.


An der Jubiläumsveranstaltung anlässlich des 40jährigen Bestehens der IGfH (1961-2001) Anfang Oktober 2001 in Münster nahmen insgesamt 100 zum großen Teil geladene Gäste teil. Es wurden die wichtigsten sozialpädagogischen und jugendhilfepolitischen Entwicklungen und Diskurse der vier Reform- und Modernisierungs-Jahrzehnte seit 1961 resümiert und die Verbandsaktivitäten der IGfH vor diesem Hintergrund bewertet. Die Veranstaltung war zugleich ein schönes und bewegendes "Familientreffen" von mehreren Generationen IGfH-Aktiver.


Lebensort Heim als professionelle Hilfeleistung, Notlösung, Fehlplatzierung ...

Eine große Tagung der IGfH ausdrücklich zum Thema "Heimerziehung" hatte letztmalig vor sechzehn Jahren stattgefunden. In der Zwischenzeit haben andere Themen und Settings die Erziehungshilfediskussion dominiert: Ausbau der Tagesgruppen, Betreuung einzelner Jugendlicher, "Families First", Erziehungsstellen, Reiseprojekte, Sozialraumorientierung u.a.m. ... Aber wie geht es in und mit der Heimerziehung? Was bewegt die MitarbeiterInnen in den stationären Gruppen, welche Spannungen charakterisieren das Leben und Arbeiten in der Jugendwohngemeinschaft? Wie kann man den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen einerseits, den Ansprüchen von Eltern, Jugendämtern und LeiterInnen andererseits gerecht werden und dabei als MitarbeiterIn den Spaß an der Arbeit behalten? Welche fachlichen Konzepte und Standards haben sich bewährt? Was gibt es an Innovationen? Um diese Fragen zu diskutieren und sich gegenseitig in ihren Gemeinsamkeiten und Unterschieden zu erleben, wurde in erster Linie für die Basis_MitarbeiterInnen diese Bundestagung Heimerziehung organisiert. Die Veranstaltung stieß auf eine sehr große Resonanz (über 500 TeilnehmerInnen). Ein Bericht wurde im "Forum Erziehungshilfen" veröffentlicht (H. Rabe in ForE 2/2002), eine Tagungsdokumentation ist für 2002 geplant.

2.6. Regionale Fachtagungen

Über die bundesweiten Veranstaltungen und Kongresse hinaus, haben im Berichtszeitraum auch rund 40 meist eintägige regionale Fachtagungen stattgefunden, die überwiegend von den jeweiligen IGfH-Regionalgruppen veranstaltet worden sind. Diese Regionaltagungen zu aktuellen (über-)regionalen Jugendhilfeproblemen wie "geschlossene Unterbringung", "Qualitätsmanagement in Heimen" oder "Leistungsvereinbarungen und Entgeltregelungen" sind wichtige Plattformen des regionalen Fachaustauschs über Einrichtungs- und Wohlfahrtsverbandszugehörigkeitsgrenzen hinaus und stellen zugleich einen, vielleicht den wesentlichen "Andockpunkt" für Vereinsmitglieder dar. Über einige der regionalen Tagungen erschienen Berichte im "Forum Erziehungshilfen

An dieser Stelle sei vor allem den SprecherInnen der Regionalgruppen, welche die regionalen Tagungen (teilweise - wie in Berlin - mit bis zu 200 TeilnehmerInnen) organisieren und die Hauptarbeit haben, ganz herzlich für ihr Engagement gedankt.



2.7. Internationale Tagungen und Studienreisen

Im folgenden werden die internationalen Tagungen, Kongresse und Studienreisen aufgeführt, die zwischen 1999 und 2001 von der IGfH bzw. unter ihrer wesentlichen Mitwirkung durchgeführt wurden:


Nachdem 1996 ein erster Europäischer Kongress "In Kontakt bleiben" unter Federführung der IGfH-Fachgruppe Drogen in Münster stattgefunden hatte, sollte in diesem Kongress anknüpfend daran erneut der jugendhilfespezifische Ansatz der Sozialisation (ein-schließlich einer Form der Drogenpädagogik) sinnvoll verknüpft werden mit dem drogenhilfespezifischen Ansatz der Suchtprävention. Wie 1996 ging es um Konzepte und Strategien der Arbeit mit drogenkonsumierenden Kindern und Jugendlichen im europäischen Vergleich. Es ging vor allem auch darum, effektive Formen der Zusammenarbeit von Drogenhilfe und Jugendhilfe anzusehen und jeweils die Erfahrungen und Erkenntnisse aus anderen europäischen Ländern auf ihre Übertragbarkeit für die eigenen Zusammenhänge hin zu überprüfen. Das Kongressmotto war gleichzeitig auch Programm: Ausgrenzung drogenkonsumierender junger Menschen muss vermieden werden.


Diese Studienreise, organisiert von der IGfH-Fachgruppe Mädchen und Frauen, bildete den Abschluss eines insgesamt fünfjährigen Projektes der Fachgruppe zum Kennenlernen unterschiedlicher Projekte und Methoden in Europa bei der Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen in schwierigen Lebenslagen.

Eine Gruppe von dreizehn Frauen aus unterschiedlichen Jugendhilfeeinrichtungen und Mädchenprojekten, aus Verbänden, Wissenschaft, Administration und Fortbildung besuchte im September 1999 für eine Woche Madrid und informierte sich vor Ort über die soziale Situation von Mädchen und Frauen, über die Strukturen der sozialen Arbeit sowie bestehende Projekte. Ein Tagungsbericht wurde in der Fachzeitschrift "Forum Erziehungshilfen" 1/2000 veröffentlicht.


"Das Jahrhundert des Kindes - Jugendhilfe und Heimerziehung im Wandel"

Der FICE-Kongress 2000 in Maastricht vom 10. bis 13. Mai 2000 war einer der inhaltlich ansprechenderen und anspruchsvolleren, darüber hinaus gut und angenehm organisierten Kongresse. Die TeilnehmerInnenzahl lag bei 475 aus 38 Ländern, was vom hohen internationalen Interesse und einer hohen Reputation der FICE- Kongresse zeugt. Da es unmöglich ist, den gesamten Kongress mit sechs Plenumsveranstaltungen zu den Hauptthemen "Professionalität", "Partizipation"und zum "Jahrhundert des Kindes", zahlreichen Symposien und mehr als 65 Workshops und Paper-Sessions mit insgesamt ca. 200 Einzelbeiträgen im Detail zu würdigen, sollen zumindest zwei "große Linien" der Debatten referiert werden:

1) Obgleich es im Detail deutliche Unterschiede innerhalb Europas (und zwischen Europa und Nordamerika/Kanada) insbesondere hinsichtlich der professionellen Standards erzieherischer Hilfen und der jeweiligen Ausprägung sozialstaatlicher Leistungen gibt, existieren doch erstaunlich viele gemeinsame Trends, die von einem Paradigmawechsel in der Jugendhilfe sprechen lassen: Europaweit ist nämlich die Entwicklung einer ökologischen, sozialräumlichen Orientierung zu beobachten, die auf Milieunähe der Hilfen, Normalisierung der Angebote, Einbeziehung des sozialen Umfeldes, insbesondere der Herkunftsfamilie und Vernetzung der Hilfen ambulanter und stationärer Art setzt.

2) Zugleich gerieten in vielen Ländern die Institutionen der Jugendhilfe in den letzten 10 Jahren unter einen erheblichen Kostendruck und unter den Einfluss einer ökonomischen Denkweise (u.a. Modernisierung öffentlicher Verwaltungen im Sinne eines "new public managements", Diskurs um Qualitätsmanagement), die andernorts bereits erhebliche Auswirkungen zeitigten: In Holland wurde die Trägerlandschaft ordentlich durcheinandergewirbelt, es entstanden große "multifunktionale" Einrichtungen. In den USA entwickelt sich unter der Begrifflichkeit des "managed care" eine regelrechte Bewirtschaftung sozialpädagogischer Dienstleistungen nach Kosten-Nutzen-Logik.



Vom 30.November bis 2. Dezember 2000 veranstaltete die FICE-Europa in Kooperation mit der ANCE-Luxemburg, der IGfH und der DVJJ (Deutsche Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen) eine mit rund 100 TeilnehmerInnen aus ganz Europa sehr gut besuchte internationale Fachtagung in Luxemburg "Jugend-Hilfe - Jugend-Strafe. Zum Umgang mit Jugenddelinquenz im europäischen Vergleich". Ziel der Fachtagung war es vor allem, einen Vergleich der verschiedenen Jugendhilfe-/ Justiz-Systeme in Europa anzustellen und Erfahrungen mit geschlossener Unterbringung auszutauschen. Die Konferenz wurde zwischenzeitlich in Buchform (Höynck/Soisson/Trede/Will: Jugend-Hilfe - Jugend-Strafe) dokumentiert.


Europa wächst zusammen. Dank der Teilhabe an Bildung und Erwerbsarbeit, dank der Freiräume in der Lebensgestaltung, die Frauen sich in den vergangenen dreißig Jahren europaweit erkämpft haben, haben immer mehr junge Frauen heute die Möglichkeit, diesen Prozess der europäischen Einigung aktiv mitzugestalten, für sich zu nutzen und persönlich von dem Zuwachs an Mobilität und Erfahrung zu profitieren. Was ist aber mit Mädchen und jungen Frauen, die aufgrund ihrer Herkunft, ihrer sozialen Lage, aufgrund von Armut, Gewalterfahrungen etc. in ihren Startchancen benachteiligt sind? Droht ihnen im zusammenwachsenden Europa langfristig die gesellschaftliche Ausgrenzung? Dieses europaweite Forum von rund 80 Expertinnen diente dem europäischen Vergleich der Lebensverhältnisse und der Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses europäischer Mädchenpolitik. Als Ergebnis der Tagung wurde eine Resolution zur Mädchenpolitik verabschiedet. Eine Tagungsdokumentation erschien 2002 im Votum-Verlag (M. Wolff: Zukunft Europa - Zukunft für Mädchen!).

3. Projekte

In den Jahren 1996 bis 1998 wurden die folgenden Projekte durchgeführt:


3.1 Bundesmodellprojekt INTEGRA

Die IGfH hat seit 1998 die Federführung in diesem Bundesmodellprojekt inne, in dessen Rahmen die Städte Celle, Dresden, Erfurt, Frankfurt/Oder und der Landkreis Tübingen den Versuch unternehmen, durch Umstrukturierungen und Neuakzentuierungen in der Erziehungs- und Jugendhilfe die Strukturmaximen des 8. Jugendberichtes (Dezentralisierung, Regionalisierung, Alltagsorientierung, Integration, Normalisierung, Lebensweltorientierung) ausgehend von den erzieherischen Hilfen zu konkretisieren und methodisch auszudifferenzieren. Im Rahmen des Projektes wurden die Kommunen beim Aus- und Aufbau einer integrierten, regionalisierten und sozialraumorientierten Hilfestruktur unterstützt, Fachkräfte hierfür qualifiziert und die kommunalen Reformprozesse dokumentiert. Die erste Phase des Projekts endete im September 2001. In der Projektlaufzeit konnte mit Hilfe der vor Ort tätigen RegionalmoderatorInnen in allen beteiligten Regionen erhebliche strukturelle und personell-qualifikatorische Veränderungen und Neuerungen erreicht werden. Durch die bei der IGfH angesiedelte Bundesstelle konnten die in den Regionen entwickelten Instrumente, die dabei gemachten Erfahrungen sowie die für den Reformprozess förderlichen und hinderlichen Faktoren der Fachwelt bekanntgemacht werden. Der Bericht über die erste Phase des Projekts wurde 2002 in Buchform veröffentlicht (J. Koch u.a.: Mehr Flexibilität, Integration und Sozialraumbezug in den erzieherischen Hilfen).

Ab 1.10.2001 konnte eine auf zwei Jahre angelegte zweite Phase des Projektes starten, in der es neben der weiteren Praxisentwicklung stärker als in der ersten Phase um eine Erforschung der eingetretenen Veränderungen geht (vgl. zur Konzeption der zweiten Phase den Rundbrief INTEGRA Nr. 4).



3.2 Aus der Geschichte lernen: Analyse der Heimreformen
nach 1968 am Beispiel Hessen

Im September 1996 hatte dieses unter anderem von der Stiftung Deutsche Jugendmarke e.V., dem Landeswohlfahrtsverband Hessen und dem Hessischen Jugendministerium geförderte Projekt begonnen, das mit Hilfe von Aktenauswertungen und Zeitzeugenbefragungen eine systematische Aufarbeitung der für unsere heutige Jugendhilfelandschaft so wichtigen Reformen der Heimerziehung zwischen 1968 und ca. 1982 zum Ziel hat.

Im Jahr 1999 wurde das Projekt mit einer umfangreichen Publikation (diese ist 2000 im Rahmen der blauen Reihe erschienen) abgeschlossen. Mit dem Nachzeichnen der zeit- und fachgeschichtlichen Entwicklungen einerseits und der Auswertung öffentlicher Statistiken zur Heimerziehung in Hessen sowie der BRD gesamt andererseits, wurde von der "Arbeitsgruppe Heimreform" um Elisabeth Schmutz (vom beauftragten Institut für sozialpädagogische Forschung Mainz - ism) zunächst ein Reflexions- und Interpretationsrahmen für die regionsbezogene Untersuchung geschaffen. Die Vorgänge in Hessen wurden dann vertiefend betrachtet: Eine "Chronologie der Ereignisse"gibt einen systematischen und zusammenhängenden Überblick über Heimkampagne und Heimreform in Hessen. Außerdem wurden im Rahmen von drei Heimporträts die Reformprozesse kleinräumig in ausgewählten Einrichtungen betrachtet.



3.3 Rechtsgutachten „Sozialraumorientierung und das KJHG“

Insbesondere am so genannten "Stuttgarter Modell" des Sozialraumbudgets entbrannte sich im Berichtszeitraum eine Fachdebatte darüber, ob dieses denn überhaupt vereinbar sei mit dem Kinder- und Jugendhilfegesetz und anderen rechtlichen Normen (insbesondere Vergabe- und Wettbewerbsrechte). Da es auch in den INTEGRA-Regionen jeweils darum ging, Finanzierungsformen für die sozialräumliche Arbeit zu schaffen, gab die IGfH in Kooperation mit dem Sozialpädagogischen Institut im SOS-Kinderdorf e.V. im Jahr 2000 bei Prof. Johannes Münder ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, um dies zu klären. Das Münder-Gutachten hat erheblich zur rechtlichen Klärung beigetragen, indem es präzise benannte, was geht (eine Finanzierung sozialräumlicher Arbeit ist grundsätzlich rechtlich zulässig) und was nicht geht (u.a. Einschränkungen des Wunsch- und Wahlrechts durch einen Monopolträger, Untergrabung individueller Rechtsansprüche durch ein Budget).

Das Gutachten wurde im Rahmen einer Fachtagung im Mai 2001 der Fachwelt vorgestellt und wurde auch - zusammen mit den anderen Diskussionsbeiträgen und Kommentierungen zum Gutachten (u.a. von R. Wiesner und W. Hinte) - publiziert (Broschüre "Sozialraumorientierung auf dem Prüfstand"; kostenlos erhältlich bei SOS-Kinderdorf e.V., Renatastr. 77, 80639 München).



3.4 Website „www.dialog-jugendhilfe-drogenhilfe.de“

Zur Abstimmung unter den eingeladenen ExpertInnen im Vorfeld der weiter oben bereits genannten Tagung "Dialog und Kooperation von Jugendhilfe und Drogenhilfe"am 28./29. Mai 2001 war im Frühjahr eine Website www.dialog-jugendhilfe-drogenhilfe.de eingerichtet worden. Als ein Ergebnis des ExpertInnengesprächs wurde mit den beiden Auftraggebern der Veranstaltung, dem Bundesministerium für Gesundheit und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend verabredet, diese Website zu überarbeiten und als virtuelle Plattform des Austauschs zwischen Jugendhilfe und Drogenhilfe für ein Jahr lang (1.10.2001-30.9.2002) mit Unterstützung der beiden Ministerien zu betreiben und in diesem Zeitraum zu eruieren, ob die Seite ohne öffentliche Unterstützung über diesen Zeitraum hinaus weiterlaufen könnte.

Die Seite wurde von Jörn Schlund und Stephan Kibben als Informations- und Austauschplattform sehr ansprechend gestaltet und programmiert, allerdings (noch) vergleichsweise genutzt.




3.5 Internationales Fachkräfte-Austauschprogramm - P.E.P.

Das von der FICE-Europa organisierte internationale Fachkräfte-Austauschprogramm "Professional Exchange Programme - P.E.P." nutzt das fachliche Netzwerk der FICE dazu, FachkollegInnen aus Europa ein ein- bis sechsmonatiges Praktikum in einer "guten" Jugendhilfeeinrichtung eines anderen Landes (Europa, aber auch USA) zu bieten mit dem Ziel, dass die betreffenden PEP-Fellows Jugendhilfe und Heimerziehung in einem anderen europäischen Land praktisch kennen lernen können. Die IGfH koordiniert das gesamte Programm.

Das Jahr 2000 diente vorrangig dazu, Informationsflyer in den drei FICE-Sprachen (deutsch, englisch, französisch) sowie ein ausführliches "Manual", das das P.E.P.-Verfahren von der Auswahl der Gasteinrichtungen bis zu den Voraussetzungen für die Ausfertigung eines Weiterbildungszertifikats detailliert beschreibt, zu erarbeiten und breit zu streuen.

In Deutschland erreichten uns in den Jahren 2000 und 2001 rund 30 Anfragen vor allem von jungen FachkollegInnen kurz nach Abschluss des Studiums, wobei es bislang lediglich in drei Fällen zu einem Aufenthalt im Ausland kam: 2 Kolleginnen besuchten für 6 bzw. 9 Monate Einrichtungen in England, 1 Kollegin konnte im Rahmen des P.E.P. 2 Monate lang die Jugendhilfeangebote der finnischen Stadt Tampere kennen lernen. Über zwei der P.E.P.-Aufenthalte berichteten die Fellows im "Forum Erziehungshilfen" (F.v. Fraunberg in ForE 4/2001; R. Weißenstein in ForE 5/2001).

Insgesamt ist das Interesse nach P.E.P. relativ gering. Oder anders ausgedrückt: Wir hätten mehr BewerberInnen erwartet und uns gewünscht. Dies ist übrigens keine deutschlandspezifische Erfahrung, sondern auch in anderen europäischen Ländern der Fall. Zudem braucht man bei der Implementation und Durchführung eines solchen internationalen Projektes Geduld: Die Erarbeitung des Konzeptes (mit z.B. völlig unterschiedlichen nationalen Anforderungen an die Überprüfung der Bonität/Seriosität der BewerberInnen), aber auch die Abklärung von geeigneten Gasteinrichtungen dauert länger als gedacht. Ein Manko ist schließlich, dass P.E.P. selbst über keinerlei Geldmittel verfügt. Entweder sind die Gasteinrichtungen in der Lage, den PraktikantInnen etwas zu bieten - sei es ein Taschengeld, freie Kost und/oder Logis etc. - oder die BewerberInnen müssen, unterstützt durch die IGfH, selbst nach Unterstützungen suchen bzw. neben dem Praktikum im Gastland jobben. Auch auf diesem quantitativ niedrigen Level soll P.E.P. jedoch weitergeführt werden.



4. Publikationen

Es ist eine selbstverständliche Aufgabe eines Fachverbandes, sich auch am verschrifteten Fachdiskurs zu beteiligen. Allgemeine Ziele der Veröffentlichungen der IGfH sind es insofern vorrangig, ihre Mitglieder und die interessierte Fachwelt aktuell, gut, breit und genau zu informieren, fachpolitische Standpunkte öffentlich zu machen und fachliche Diskussionen anzuregen bzw. dafür ein Forum zu bieten mit dem Ziel, fachliches Denken und Handeln zu qualifizieren.

Hierzu unterhält die IGfH einen kleinen Eigenverlag, der pro Jahr im Durchschnitt 3 bis 5 Bücher verlegt. Die IGfH gibt die Fachzeitschrift "Forum Erziehungshilfen" heraus, die im VOTUM-Verlag, Münster verlegt wird, veröffentlicht Stellungnahmen und Positionspapiere und publiziert eine Reihe "grauer" Materialien (z.B. eine jährliche Zeitschriftenbibliographie). Eine zunehmende Bedeutung als Medium zeitnaher Information erhält das Internet.

Im Berichtszeitraum wurden zwei neue Buchreihen gestartet:

- Die Reihe "Basistexte Erziehungshilfen", verlegt im Votum Verlag, soll kompakt, praxisnah und für Ausbildungszwecke geeignet über Arbeitsfelder, Probleme und Diskurse aus dem Bereich der Erziehungshilfen informieren.

- Die Reihe "FICE-Europe Publications" dient der Dokumentation von internationalen Konferenzen der FICE (der erste Band erschien Anfang 2002).

Im Berichtszeitraum erfolgte eine Veränderung bei der Vergabe der Mitgliedsbüchern: Bis zum Jahr 2000 erhielten alle Mitglieder der IGfH jährlich ein oder zwei Neuerscheinungen aus der so genannten gelben Schriftenreihe kostenlos zugesandt. Es handelte sich um Titel, über die Vorstand bzw. Delegiertenversammlung der IGfH beschlossen hatten, die entweder für so spannend und/oder für fachpolitisch opportun und/oder eigene Aktivitäten gut dokumentierend empfunden wurden, dass sie als "Jahresgabe" an alle Mitglieder geschickt werden sollten. Ab dem Berichtsjahr wurde dieses System zugunsten eines Modells umgestellt, demzufolge jedes Mitglied selbst ein Buch pro Jahr aus dem Bestand der lieferbaren Bücher des Eigenverlags der IGfH aussuchen und kostenlos anfordern kann. Diese Neuregelung wird als deutlich adressatInnenorientierter eingeschätzt: Die Mitglieder der IGfH können nun selbst bestimmen, welchen Titel sie bestellen möchten. Das Angebot beschränkt sich darüber hinaus nicht nur auf die gelbe Schriftenreihe, vielmehr kann aus dem gesamten Publikationsbestand der IGfH ausgewählt werden. Mitglieder, die bis Ende September eines Jahres noch kein kostenloses Mitglieds-Buch angefordert haben, erhalten wie bisher einen Band automatisch zugesandt.



4.1 Gelbe Schriftenreihe

Im Rahmen der gelben Schriftenreihe der IGfH, deren jeweilige Neuerscheinungen bis 2000 an alle Mitglieder der IGfH kostenlos verschickt wurden, kamen im Berichtszeitraum die folgenden Bände heraus:


Im Berichtszeitraum wurden außerdem die folgenden Titel der gelben Reihe unverändert neu aufgelegt:

- F. Peters, W. Trede, M. Winkler (Hrsg.): Integrierte Erziehungshilfen. Qualifizierung der Jugendhilfe durch Flexibilisierung und Integration? Frankfurt a.M. 2. Aufl. 2001: IGfH-Eigenverlag, 374 Seiten, ISBN 3-925146-41-5

- E. Krüger, D. Reuter-Spanier, W. Trede, H. Wegehaupt-Schlund (Hrsg.): Erziehungshilfe in Tagesgruppen. Entwicklung, Konzeptionen, Perspektiven, Frankfurt a.M. 3. Aufl. 2001: IGfH-Eigenverlag, 221 Seiten, ISBN 3-925146-33-4

4.2 Reihe „Basistexte Erziehungshilfen“

Mit der Reihe "Basistexte Erziehungshilfen"startete die IGfH im Berichtsjahr eine neue, auch für Ausbildungszwecke geeignete Buchreihe, die kompakt und praxisverwertbar über Arbeitsfelder, Probleme und Diskurse aus dem Bereich der Erziehungshilfen informiert. Die "Basistexte" richten sich sowohl an Studierende wie auch an ausgebildete sozialpädagogische Fachkräfte, die sich einen Überblick über ein Gebiet bzw. einen Problembereich erzieherischer Hilfen verschaffen wollen. Die Reihe wird im Auftrag des Vorstandes der IGfH herausgegeben von Prof. Dr. Friedhelm Peters, Elke Steinbacher und Wolfgang Trede und wird verlegt bei VOTUM in Münster.

Als erster Band erschien im Berichtszeitraum der folgende Band:

- Hans-Ullrich Krause, Friedhelm Peters (Hg.): Grundwissen Erzieherische Hilfen. Ausgangsfragen, Schlüsselthemen, Herausforderungen, Münster 2002: Votum-Verlag, 176 Seiten, ISBN 3-933158-92-3

4.3 Reihe "Erziehungshilfe-Dokumentationen" (Blaue Reihe)

Seit einigen Jahren werden in der "blauen" Schriftenreihe mit dem Reihentitel "Erziehungshilfe-Dokumentationen" Titel verlegt, die Fachtagungen oder Projektaktivitäten dokumentieren. Teilweise erscheinen in dieser Reihe auch einfach gestaltete Titel im DIN A 4-Format ohne ISB-Nummer (z.B. die Dokumentation des ExpertInnengesprächs "Dialog und Kooperation von Jugendhilfe und Drogenhilfe).

In der Schriftenreihe erschienen zwischen 1999 und 2001 die folgenden Bände:





4.4 Fachzeitschrift „Forum Erziehungshilfen“

Mit der Fachzeitschrift "Forum Erziehungshilfen" wollen wir unsere Mitglieder aktuell, möglichst umfassend und fachlich interessant informieren. Im Berichtszeitraum erschienen 15 Ausgaben der Zeitschrift in einer Auflage von jeweils 2.500 Exemplaren und mit einem Seitenumfang von 64 Seiten pro Heft (Heft 4/2001: 68 Seiten). An den Rubriken und am Layout wurden keine Änderungen vorgenommen. Im Jahr 2001 wurde allerdings die erste größere Überarbeitung des Außen- und Innen-Layouts erarbeitet, die ab dem 8. Jahrgang 2002 umgesetzt wird.

Als neuen Service für IGfH-Mitglieder und AbonnentInnen des "Forum Erziehungshilfen" wird es - auch ab 2002 - das Angebot "ForE Online" geben, ein monatlicher Online-Informationsdienst, der über Aktuelles aus der Jugendhilfe per E-Mail informiert.

Folgende Schwerpunktthemen wurden verhandelt:

1/1999 - Vormundschaft im Wandel
2/1999 - Mädchen auf dem Strich (über Prostitution von Mädchen)
3/1999 - Erziehungshilfen und offene Jugendarbeit: neue Kooperation
durch integrierte Ansätze
4/1999 - Jugend und Arbeit - Jugendberufshilfe diesseits und jenseits
der Arbeitsgesellschaft
5/1999 - Der letzte Tag (über Abschied, Trennung, Rausschmiss und
Selbständigwerden nach stationären Erziehungshilfen)
1/2000 - Koedukation
2/2000 - Kinderdelinquenz - Brauchen wir neue Settings? (über Glen Mills)
3/2000 - Sozialraumbudgetierung
4/2000 - Kooperation zwischen öffentlichen und freien Trägern
5/2000 - Interkulturelle Öffnung der Jugendhilfe
1/2001 - Kinderrechte - Profimacht: Kompetenzen für mehr Beteiligung
2/2001 - Debatte um Mädchenarbeit
3/2001 - Dokumentation pädagogischer Arbeit
4/2001 - 40 Jahre IGfH
5/2001 - Einrichtungen suchen Öffentlichkeit

Die Arbeit in der Redaktion lief in bewährter Weise. Die Redaktion hat sich um zwei Mitglieder ergänzt: Im Jahr 2000 wurde Chantal Munsch, Dresden, berufen, 2001 stieß Nicole Janze, Dortmund, als neue hauptamtliche IGfH-Fachreferentin zur Redaktion hinzu. Die weiteren Redaktionsmitglieder sind: Prof. Dr. Werner Freigang, Neubrandenburg; Prof. Ullrich Gintzel, Dresden; Prof. Hannelore Häbel, Reutlingen; Prof. Dr. Friedhelm Peters, Erfurt; Dr. Reinhold Schone, Steinhagen; Norbert Struck, Frankfurt am Main; Wolfgang Trede, Tübingen (Schriftleiter), Dr. Monika Weber, Münster und Dr. Mechthild Wolff, Berlin.

Der Redaktionsbeirat kommt einmal jährlich zusammen und hat sich als fachpolitisches Begleitgremium der Zeitschrift, in dem mittel- und langfristige Themen andiskutiert werden und der jeweils vorausgegangene Jahrgang intensiv ausgewertet wird, bewährt. Neu in den Redaktionsbeirat berufen wurden im Berichtszeitraum Heino Bösinger, Rostock, Cornelia Jager, Dresden, Claudia Porr, Mainz, Petra Walta, Bochum und Matthias Westerholt, Bremen.

Dem Redaktionsbeirat gehörten im weiteren an: Dr. Ulrich Bürger, Stuttgart; Manfred Busch, Celle; Dr. Anne Frommann, Tübingen; Prof. Dr. Luise Hartwig, Münster; Birgit Heinisch, Chemnitz; Christiane Kluge, Hamburg; Hans-Ullrich Krause, Berlin; Prof. Dr. Joachim Merchel, Dortmund; Sigrid Möser, Dresden; Prof. Dr. Klaus Münstermann, Ibbenbüren; Jochen Rößler, Schwerin; Prof. Dr. Mathias Schwabe, Berlin; Dr. Karlheinz Thimm, Berlin; Prof. Dr. Norbert Wieland, Münster; Prof. Dr. Hans-Dieter Will, Erfurt und Prof. Dr. Michael Winkler, Jena.

4.5 Weitere Publikationen

(1) Im Rahmen des Bundesmodellprojekts INTEGRA wurde zwischen 1999 und 2001 jährlich ein "Rundbrief INTEGRA" herausgegeben, die in einer Auflage von 2.000 Exemplaren kostenlos verschickt wurden. Die recht umfangreichen Rundbriefe enthielten Informationen über die Entwicklung in den Projektregionen, Berichte aus anderen Regionen, die ähnliche Entwicklungen verfolgen, Diskussionsbeiträge und Arbeitshilfen.

(2) Wie üblich erschienen im Berichtszeitraum auch wiederum Zeitschriftenbibliographien Heimerziehung/Erziehungshilfen für die Jahre 1998, 1999 und 2000, die jeweils ca. 400 deutschsprachige Nachweise enthalten.

(3) Ebenfalls jährlich erscheinen ausführliche Sachberichte über die Aktivitäten der IGfH, ein Gesamtverzeichnis der IGfH-Publikationen sowie das IGfH-Tagungsprogramm mit den Ausschreibungen der Veranstaltungen des Folgejahres.

(4) Von der Fachtagung "Stellenwert der Heimerziehung im Kontext der erzieherischen Hilfen" am 19./20. Juni 2000 wurde eine Dokumentation (außerhalb der blauen Reihe) erstellt. Einige der dort abgedruckten Beiträge sollen Eingang finden in ein für 2002 geplantes Buch "Heimerziehung im Blick".



4.6 Internet; IGfH-Homepage www.igfh.de

Seit 1997 verfolgen wir mit dem Internetauftritt das Ziel, die Arbeit der IGfH (Tagungen, Bücher, Forum Erziehungshilfen, Gremien, Stellungnahmen etc.) im Internet zu präsentieren. Zugleich soll die Homepage als Informationsquelle (Stellenbörse, aktuelle Fachinformationen, Link-Sammlung) genutzt werden können.

Die sehr umfangreiche IGfH-Homepage wurde im Berichtszeitraum nur an einigen Stellen verändert. Das Diskussionsforum wurde abgeschafft, da es auf wenig Resonanz stieß. Neu aufgenommen wurde eine freundlicherweise von unserem Delegierten Stephan Kibben programmierte Stellenbörse, die eine bedienerfreundliche und kostenlose Hilfe für alle Stellensuchenden und Stellenanbieter ermöglicht und recht gut genutzt wird. Dieser Service ist im Bereich der Erziehungshilfen bislang einzigartig. Darüber hinaus wurde die Seite mit einer Datenbank des PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverbandes verbunden, so dass von der IGfH-Homepage nun direkt aktuelle Jugendhilfeinformationen (z.B. Tagungshinweise, Stellungnahmen, Materialien aus dem Bereich der Jugendhilfe) abgerufen werden können.

Ein zunehmendes Problem stellte es dar, die Homepage einigermaßen aktuell zu halten, zumal die Einpflege neuer Dateien sich sehr zeitaufwendig gestaltete. Daher wurde bereits seit längerem über eine gründliche Renovierung der Homepage nachgedacht, ein Vorhaben, das mit den seit Mitte 2001 vorhandenen zusätzlichen personellen Ressourcen endlich in Angriff genommen werden konnte. Ziel der Neugestaltung ist es, die Seiten serviceorientierter (Online-Buchbestellungen, Veranstaltungsanmeldungen) zu gestalten sowie die Übersichtlichkeit der Seiten zu verbessern. Darüber hinaus soll die Pflege der Seiten vereinfacht werden. Die neuen Seiten werden im August 2002 online gehen.

Auf die IGfH-Homepage wurde/wird im Durchschnitt 3.000 mal im Monat zugegriffen.



5. Aktivitäten der IGfH-Vereinsgremien

Die überwiegende Mehrzahl der bislang berichteten Aktivitäten wird in den Gremien der IGfH nicht nur vorberaten und entschieden, sondern viele der dort ehrenamtlich aktiven Vereinsmitglieder sind auch an der praktischen Umsetzung beteiligt, führen Tagungen durch, engagieren sich im INTEGRA-Projekt oder beteiligen sich an Publikationsvorhaben. Neben den Mitgliedern in den Organen des Vereins, der Mitgliederversammlung (5.1), der Delegiertenversammlung und dem Vorstand (5.2), sind hier vor allem die Mitglieder der Fachgruppen (5.3) und der Regionalgruppen (5.4) zu nennen.

Intensiviert wurde im Berichtszeitraum die externe Vernetzung des Vereins, d.h. die Mitarbeit in für die IGfH wichtigen bundesweiten Gremien anderer Verbände (5.5).

5.1 Mitgliederversammlung

Am 27.09.1999 fand in Nürnberg die Mitgliederversammlung, verbunden mit den Wahlen zur Delegiertenversammlung, statt. Neben den Wahlen und den üblichen Regularien wurde in der von rund 80 Mitgliedern besuchten MV die Arbeit der IGfH der vorangegangenen drei Jahren ausgewertet und über das Arbeitsprogramm 1999-2001 beratschlagt. Die vom Vorstand vorbereitete "Nürnberger Erklärung zu einer integrativen Jugendhilfepolitik" wurde verabschiedet und bildete somit auch die Grundlage der Arbeit von Delegiertenversammlung und Vorstand. Zahlenmäßig auffällig schwach vertreten in der Mitgliederversammlung war mit nur 5 anwesenden Mitgliedern die Säule der staatlichen und kommunalen Jugendhilfeträger, was schließlich auch Konsequenzen für die Zusammensetzung der neuen Delegiertenversammlung hatte.



5.2 Delegiertenversammlung und Vorstand

Bis zur Neuwahl am 27.09.1999 setzte sich die Delegiertenversammlung der IGfH folgendermaßen zusammen:

Für die Säule "Einzelmitglieder": Norbert Struck, Susanne Mau, Elke Hering, Dr. Klaus Münstermann und Dr. Norbert Wieland.

Für die Säule "Freie Träger/Ausbildungsstätten": Arbeitskreis zur Förderung von Pflegekindern e.V. Berlin (vertreten durch Cornelia Dittrich), VSE Celle (Günter Möllers), Martin Bonhoeffer-Häuser Tübingen (Heinz Henes), Schottener Reha-Einrichtungen (Saied Farman) und Evangelische Jugendhilfe Münsterland (Stephan Kibben);

Für die Säule "Staatliche und kommunale Träger": LWV Württemberg-Hohenzollern (Anette Steimer), Landesjugendamt Hessen (Sigrid Kinzinger), Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport - Landesjugendamt Berlin (Dr. Marlies Rautenberg), Jugendamt Stuttgart (Lucas-Johannes Herzog) und Jugendamt Kassel (Manfred Aul).

Neu gewählt wurden im September 1999:

Für die Säule "Einzelmitglieder": Norbert Struck, Hans-Ullrich Krause, Elke Hering, Ulrike Herr und Prof. Dr. Hans-Dieter Will; als Ersatzdelegierte: Prof. Dr. Werner Freigang, Hannelore Rabe und Susanne Mau.

Für die Säule "Freie Träger/Ausbildungsstätten": Cornelia Dittrich (AK zur Förderung von Pflegekindern Berlin), Sigrid Möser (VSP Dresden), Prof. Dr. Friedhelm Peters (Fachhochschule Erfurt), Bettina Kirchner (Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte Nürnberg), Stephan Kibben (Evang. Jugendhilfe Münsterland); als Ersatzdelegierte: Saied Farman (Schottener Reha-Einrichtungen), Günter Möllers (VSE Celle), Dr. Peter Hansbauer (Institut für soziale Arbeit Münster) und Dr. Ronald Bachmann (Martin-Luther-Haus der Stadtmission Nürnberg).

Für die Säule "Staatliche und kommunale Träger": Sigrid Kinzinger (Landesjugendamt Hessen), Hella Tripp (Landesjugendamt Brandenburg), Dr. Marlies Rautenberg (Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport - Landesjugendamt Berlin), Lucas-Johannes Herzog (Jugendamt Stuttgart) und Harald Doenst (LWV Hessen).

Nach der Wahl des neuen Vorstandes in der ersten Sitzung der neuen Delegiertenversammlung am 18. November 1999 rückten alle Ersatzdelegierten zu ordentlichen Delegierten auf. Da es in der Säule der staatlichen und kommunalen Träger erstmalig in der Geschichte der IGfH keine Ersatzdelegierten gab, jedoch drei der ordentlichen Delegierten in den Vorstand gewählt wurden, kommt es damit zu einer unausgewogenen Zusammensetzung der Delegiertenversammlung, in der sonst jeweils 5 Vertreter jeder Säule sitzen.

Nach Auflösung des Landesjugendamts Hessen zum Jahresende 2000 und Wechsels von Sigrid Kinzinger zur Stadt Frankfurt, wurde der Rechtsnachfolger des LJA Hessen, das Hessische Sozialministerium, ab Frühjahr 2001 durch Ursula Tischer-Bücking vertreten.

In den Vorstand der IGfH wurden für die Legislaturperiode 1999-2002 gewählt:

Hans-Ullrich Krause, Leiter des (Ost-)Berliner Heimverbundes "Kinderhaus Berlin-Mark Brandenburg" als 1. Vorsitzender,

als weitere Mitglieder:

Harald Doenst, Dezernent beim Landeswohlfahrtsverband Hessen in Kassel; Prof. Dr. Friedhelm Peters, Professor an der Fachhochschule Erfurt, Fachbereich Sozialwesen; Lucas-Johannes Herzog, Projektkoordinator im Jugendamt Stuttgart; Sigrid Möser, Geschäftsführerin des Verbundes Sozialpädagogischer Projekte Dresden; Hella Tripp, Referat Hilfen zur Erziehung im Landesjugendamt Brandenburg und Hans-Dieter Will, Professor an der Fachhochschule Erfurt, Fachbereich Sozialwesen.

Wolfgang Trede gehört als Geschäftsführer der IGfH dem Vorstand qua Amt an.

Die Delegiertenversammlung kam in den Jahren 1999 - 2001 zu insgesamt 5 zwei- bzw. dreitägigen Sitzungen zusammen. Außer der Vor- und Nachbereitung des hier bereits dargestellten Arbeitsprogramms befassten sich die Gremien u.a. mit folgenden Themen:

Vereinsbezogene Themen:
- Diskussion zur Identität und Struktur der IGfH
- Personalsituation in der IGfH-Geschäftsstelle
- Mitgliederentwicklung
- Entscheidung über neue Mitgliedsbeiträge
- Beschluss einer Satzungsänderung
- Öffentlichkeitswirksamkeit der IGfH
- Diskussion über die Schwerpunkte des Arbeitsprogramms 1999-2002
- Internationale Aktivitäten: Fachkräfte-Austausch-Programm, FICE-Kongress 2000 in Maastricht
- Zusammenarbeit mit den anderen Erziehungshilfe-Fachverbänden

Fachliche Themen:
- Jugendgewalt, rechte Gewalt, Gewaltprävention
- Jugendhilfe in Ballungsräumen - zur Vorbereitung des FICE-Kongresses 2002
- Stand und Perspektiven der Vollzeitpflege
- Jungenpädagogische Ansätze in den Erziehungshilfen
- Bundesmodellprojekt INTEGRA
- SGB IX und seine Auswirkungen auf die Jugendhilfe
- Rechte von Kindern und Jugendlichen
- Strategien für schulverweigernde Kinder und Jugendliche

Mit dem Ziel, mehr Präsenz des Fachverbandes in verschiedenen Regionen Deutschlands herzustellen, wurden jeweils die Frühjahrssitzungen der Delegiertenversammlung in Kiel (Mai 2000) und Potsdam (Mai 2001) durchgeführt. Dort informierten sich Delegierte und Vorstand vor Ort über regionale Entwicklungen und Probleme der Jugendhilfe. Verbunden wurden die Herbstsitzungen seit 2000 mit einer "Aktiventagung". Zu ihr wurden die SprecherInnen der Regional- und Fachgruppen eingeladen mit der Absicht eine bessere Verzahnung zwischen den verschiedenen Vereinsgremien zu erreichen. Auf jeder DV wurde auch zumindest ein Fachthema schwerpunktmäßig behandelt, vorbereitet durch interne oder externe ReferentInnen. Dies hat sich sehr bewährt, verhinderte das Fachthema doch nicht nur, dass ausschließlich über Vereinsregularia und -formalitäten debattiert wurde, sondern ergaben sich aus den Fachdebatten auch häufig Planungen für konkrete Vorhaben.

Im Rahmen der Delegiertenversammlung vom 9./10.11.2000 wurde einstimmig einer Änderung von § 2 der Satzung zugestimmt mit der Absicht, die Anfang der 1990er Jahre erfolgte Namensänderung von "Internationale Gesellschaft für Heimerziehung" in " ... für erzieherische Hilfen" auch in den Formulierungen des § 2 nachzuvollziehen. § 2 lautet seitdem:


Anlässlich der DV vom 7.-9.11.2001 wurde mit großer Mehrheit eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge ab 2002 und gleichzeitig eine neue Beitragsstruktur beschlossen, derzufolge bei den Einrichtungsmitgliedern eine Beitragsstaffelung nach Einrichtungsgröße vorgenommen wird.

Der Vorstand der IGfH tagte zusätzlich zu den Delegiertenversammlungen 4 mal pro Jahr zu i.d.R. eintägigen Sitzungen. Im Rahmen seiner konstituierenden Sitzung der neuen Amtsperiode am 14.01.2000 wurden Prof. Dr. Friedhelm Peters in seinem Amt als 1. stellvertretender Vorsitzender bestätigt und Sigrid Möser zur neuen 2. stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Der Vorstand befasste sich in seinen Sitzungen zusätzlich zu den bereits oben erwähnten Aktivitäten u.a.

- mit dem Thema "Umgang mit drogenkonsumierenden Jugendlichen" und Kooperation mit dem FDR in diesem Bereich
- mit der Erarbeitung von Stellungnahmen
- mit der Vorbereitung von zwei parlamentarischen Abenden
- mit der Debatte um den "aktivierenden Sozialstaat" und welche Konsequenzen diese auf das Feld der Erziehungshilfen haben mag
- mit dem Thema Erziehungshilfen und Ökologie.

Mitglieder des Vorstandes und der Delegiertenversammlung waren als VertreterInnen der IGfH über die genannten Aktivitäten hinaus auf vielen Tagungen und Konferenzen anderer Verbände als TeilnehmerInnen, ReferentInnen oder ArbeitsgruppenleiterInnen beteiligt.



5.3 Regionalgruppen

Auch zwischen 1999 und 2001 waren die Regionalgruppenaktivitäten ein wichtiger Teil der Vereinsarbeit. Im Berichtszeitraum arbeiteten insgesamt 8 Regionalgruppen und zwar in Baden-Württemberg (Sprecher: Michael Weinmann), Bayern (zunächst: Gaby Schmilinsky, dann: Dr. Ronald Bachmann und Ulrich Loesewitz), Berlin (Ulrike Herr und Hans-Ullrich Krause), Brandenburg (Gabriele Heißig und Hans "Prinz"Hansen), Hessen-Nord (Klaus Lehning), "Nord" bzw. Hamburg (zunächst: Wolfgang Heinemann und Ulrike Morga, jetzt: Martina Feistritzer und Thomas Lamm), Mecklenburg-Vorpommern (Hannelore Rabe und Klaus Wolf) und in Westfalen-Lippe (zunächst: Bernd Hemker und Elke Hering, jetzt: Dr. Peter Hansbauer, Robert Wunsch und Elke Hering).

Durch die Regionalgruppen besteht für viele IGfH-Mitglieder die Möglichkeit, sich in ihrer Region trägerübergreifend fachlich auszutauschen und - z.B. mit Hilfe von Stellungnahmen - fachpolitisch in der Region Einfluss zu nehmen. Über die vielen Aktivitäten der Regionalgruppen kann an dieser Stelle aus Platzgründen nicht detailliert berichtet werden.

5.4 Fachgruppen und Ad-hoc-Arbeitsgruppen

Im Berichtszeitraum existierten die 5 schon seit längerem bundesweit tätige Fachgruppen der IGfH, und zwar die Fachgruppen "Drogen" (ca. 10 Personen), "Erziehungsstellen" (ca. 25 Mitglieder), "Tagesgruppen" (ca. 25 Mitglieder), "Mädchen und Frauen" (ca. 10 Personen) und "Grundsatzfragen der Fremdplazierung" (ca. 20 Personen). Die Fachgruppen tagen zweimal jährlich zu mehrtägigen Sitzungen.

Die Fachgruppe Drogen (Sprecher: Michael Erz) hat eine Reihe von Tagungen angeregt bzw. selbst durchgeführt, und war besonders engagiert beim 2. europäischen Kongress "Kinder, Jugendliche und Drogen" in Maastricht sowie beim "Dialog"-ExpertInnengespräch im Mai 2001 in Berlin.

Die FG Erziehungsstellen (Sprecher: Kurt Sternberger, Imke Büttner) bereitete federführend im März 2001 in Münster die 2. Bundestagung Erziehungsstellen vor, erarbeitete eine Muster-Leistungsbeschreibung "Erziehungsstellen"und setzte sich in Gesprächen mit dem zuständigen Referat im Bundesjugendministerium und in Abstimmung mit dem Bundesverband der Pflege- und Adoptivfamilien für eine Abschaffung des § 86, 6 SGB VIII ein (der den Zuständigkeitswechsel an den Ort der Pflegestelle bei längerfristiger Fremdunterbringung vorsieht, eine Regelung, die die konkrete Pflegestellen-/Erziehungsstellenarbeit häufig erschwert oder verunmöglicht), und regte schließlich die Publikation einer Studie über Erziehungsstellen in Württemberg-Hohenzollern an.

Die FG Tagesgruppen (Ulrike Bavendiek) befasste sich in den Berichtsjahren neben der Vorbereitung, Durchführung und Auswertung der Bundestagungen Tagesgruppen, intensiv mit der zukünftigen Stellung der Tagesgruppe in einer flexibilisierten Jugendhilfelandschaft und führte hierzu im Herbst 2001 ein ExpertInnengespräch durch. Regelmäßig bieten Mitglieder der FG Fachtagungen an. Außerdem bereitet die Fachgruppe eine neue Buchpublikation vor.

Die FG Mädchen und Frauen (Martina Kriener) veranstaltete ebenfalls regelmäßig Fachtagungen und organisierte das große EU-Forum zur Mädchenarbeit in Europa. In diesem Rahmen wurde auch eine Resolution erarbeitet.

Die FG Grundsatzfragen der Fremdplazierung (Eckard Mann) hat sich im Berichtszeitraum umbenannt in "Fachgruppe Heimerziehung und andere betreute Wohnformen" und sich zahlenmäßig erfreulicherweise vergrößert. Die FG war in den Jahre 1999-2001intensiv mit der Vorbereitung der Bundestagung Heimerziehung (Oktober 2001 in Münster) befasst und organisierte im Vorfeld eine fachlich sehr interessante Fachtagung (Juni 2000 in Frankfurt/Main).

Im Berichtszeitraum arbeiteten drei ad-hoc-Arbeitsgruppen:

(1) Die AG "Rechte von Kindern und Jugendlichen in Erziehungshilfen" (Sprecher: Prof. Dr. Hans-Dieter Will) zeichnete verantwortlich für den 2. Kongress "Jetzt erst Recht?"im Herbst 2000 und kümmerte sich um Beiträge für eine ständige Rubrik "Rechtsverstöße" im "Forum Erziehungshilfen". Da die Gruppe sehr klein war und immer wieder Sitzungen abgesagt werden mussten, wurde die AG Anfang 2001 eingestellt.

(2) Im Zuge der Vorbereitung des FICE-Kongresses 2002 konstituierte sich im Herbst 2000 ein Programmkomitee FICE-Kongress, welches sich neben Delegierten und Vorstandsmitgliedern der IGfH vor allem aus WissenschaftlerInnen und JugendhilfepraktikerInnen aus dem In- und Ausland zusammensetzt und die Aufgabe übernommen hat, das inhaltliche Programm des FICE-Kongresses 2002 zu entwickeln. Die 28-köpfige Gruppe traf sich 2000/2001 insgesamt drei Mal in Berlin. Die erste Sitzung wurde als ExpertInnengespräch organisiert. Thema war die Kooperation der Jugendhilfen mit anderen Bereichen (u.a. Polizei, Wohnungsbau, Kinder- und Jugendpsychiatrie). Auf die gesammelten Erfahrungen konnte bei der Erarbeitung des Programms immer wieder zurückgegriffen werden. Neben dem fachlichen Austausch wurden Kongressthemen, Strukturen und Referentenvorschläge weiter konkretisiert. Neben dem Programmkomitee hat sich zur Vorbereitung des FICE-Kongresses 2002 eine regionale Vorbereitungsgruppe gebildet. Diese traf sich im Jahr 2001 etwa alle zwei bis drei Monate, um die notwendigen organisatorischen Vorbereitungen "vor Ort" zu unterstützen.

Der Arbeitskreis Inobhutnahme (Sprecher: Johannes Heinrich) hat i.d.R. jeweils zweimal jährlich getagt, im Rahmen des Veranstaltungsprogramms der IGfH Fachtagungen zu rechtlichen und inhaltlichen Problemen der Inobhutnahme nach § 42 KJHG durchgeführt und ein "Notfallset Inobhutnahme" erarbeitet, das eine stichwortartige Checkliste bezüglich der fachlichen Rahmenbedingungen und Sachausstattung von Einrichtungen der Inobhutnahme enthält.



5.5 Externe Vernetzung

Als großer Fachverband der Erziehungshilfen muss die IGfH an den "Blutkreislauf" fachlicher und politischer Informationen angeschlossen sein sowie - umgekehrt - die im Verband gemachten Erfahrungen und Vorhaben in die Fachwelt tragen. Wir haben uns daher im Berichtszeitraum bemüht, uns enger als bisher extern zu vernetzen.

(1) Hier ist natürlich an erster Stelle unser Dachverband, der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband - Gesamtverband zu nennen. Mit den KollegInnen der Hauptgeschäftsstelle des PARITÄTISCHEN arbeiten wir in der IGfH-Geschäftsstelle sowohl in vielen alltäglichen Dingen als auch im Rahmen größerer Vorhaben freundschaftlich zusammen und erhalten hier sehr viel Unterstützung. Zusätzlich wurde der IGfH-Geschäftsführer im Herbst 2000 in den Verbandsrat des PARITÄTISCHEN und in den Vorstand des Paritätischen Bildungswerkes gewählt.

(2) Die Bildungsreferentin der IGfH Katrin Schröter arbeitet seit Ende des Jahres 2000 in einem neu gebildeten Arbeitskreis Kinder- und Jugendhilfe der Paritätischen Akademie Frankfurt/Main mit, dessen Ziel Vernetzung und Kooperation von Fortbildungsträgern ist, die dem DPWV bzw. dem Paritätischen Bildungswerk angeschlossen sind.

(3) Auch im Berichtszeitraum fanden die schon traditionellen Treffen der vier bundesweit tätigen Erziehungshilfe-Fachverbände, Arbeitsgemeinschaft für Erziehungshilfe (AFET), Bundesverband katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen (BVkE), dem Evangelischer Erziehungsverband (EREV) und der IGfH, statt. Die halbjährlichen Sitzungen dienten insbesondere dem Erfahrungs- und Informationsaustausch über die verbandsspezifischen Tätigkeitsschwerpunkte und der wechselseitigen Abstimmung der Verbandsaktivitäten, aber führten auch zu gemeinsamen Aktivitäten, u.a. beim Deutschen Jugendhilfetag 2000 in Nürnberg oder im Zusammenhang mit einem gemeinsamen Schreiben an die Bundesjugendministerin im Jahr 2001, bei der "Beteiligungsbewegung" die Mitwirkung auch benachteiligter junger Leute nicht zu vergessen.

Ergänzend zu diesem Verbändetreffen lädt das Bundesjugendministerium, Referat Dr. Wiesner, seit Frühjahr 2001 die vier Fachverbände und die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung zu Abstimmungs- und Planungstreffen ein.

(4) Seit 2001 ist der Geschäftsführer Mitglied im neu gebildeten Fachausschuss "Sozialpädagogische Dienste, Erzieherische Hilfen" der Arbeitsgemeinschaft für Jugendhilfe und wurde als "ständiger Gast" in den Fachausschuss "Jugend und Familie" des Deutschen Vereins berufen.

(5) Der Vorsitzende vertrat die IGfH bei einem von der Diakonischen Akademie 2001/2002 organisierten "Verbände-Roundtable" zum Umgang der Einrichtungen der Jugendhilfe mit massivem Fehlverhalten von MitarbeiterInnen gegenüber anvertrauten jungen Menschen (insbesondere sexuellen Missbrauch).

(6) Über ihr Vorstandsmitglied Prof. Dr. Hans-Dieter Will ist die IGfH in der "National Coalition" zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte des Kindes vertreten.

(7) Die Vorstandsmitglieder Sigrid Möser, Prof. Dr. Friedhelm Peters und Wolfgang Trede vertreten die IGfH im Bundesbeirat des Modellprojekts INTEGRA. Im weiteren war/ist die IGfH über ihren Geschäftsführer in den folgenden Projektbeiräten vertreten:

- Arbeitsstelle Jugendhilfestatistik der Universität Dortmund (sowohl im Beirat der Arbeitsstelle als auch in der Arbeitsgruppe Kinder- und Jugendhilfestatistik) - fortdauernd
- Pilotprojekt "Ambulante Intensive Begleitung (AIB) - Transfer der niederländischen Instap-Methode in das deutsche Jugendhilfesystem" des Instituts des Rauhen Hauses für soziale Praxis, Hamburg (1998-2001)
- Projekt "Privatschulen und Gruppenerziehung zwischen Schule, Kinder- und Jugendhilfe und Justiz. Ein neues Angebot für "schwierige Jugendliche"? des Deutschen Jugendinstitutes (2000/2001; der Beirat erarbeitete eine zwischenzeitlich beim DJI veröffentlichte Expertise).



6. Öffentlichkeitsarbeit und Stellungnahmen

Öffentlichkeitsarbeit

(1) Mit der regelmäßigen Herausgabe von Pressemitteilungen über ihre Aktivitäten (Tagungen, Studienreisen, Neuerscheinungen) ist die IGfH auf dem Markt der Fachzeitschriften gut präsent.

(2) Um in Umsetzung der "Nürnberger Erklärung" politiknäher zu agieren bereitete der Vorstand zwei parlamentarische Abende vor. Während der erste Abend zum Thema "Antworten auf konflikthaftes Verhalten bei Kindern und Jugendlichen" bei Anwesenheit von 7 Bundestagsabgeordneten und 5 Berliner LandespolitikerInnen mit einem sehr interessanten Eröffnungsreferat von Prof. Michael Winkler und angeregter Diskussion als Erfolg verbucht werden konnte, musste das zweite Gespräch mit dem Thema "Mehr Flexibilität, Bürgernähe und Sozialraumbezug in der Jugendhilfe" und ebenfalls sehr guten Referenten (u.a. Dr. Reinhard Wiesner und Prof. Thomas Rauschenbach) mangels Resonanz leider abgesagt werden.

Es wird in der neuen Amtsperiode genau zu prüfen sein, wie die Zielsetzung, "politiknäher" zu agieren, zukünftig besser umgesetzt werden kann.

(3) Zum Ende des Berichtszeitraums wurden für die verstärkte Mitgliederwerbung Werbeflyer und ein IGfH-Werbeplakat erstellt und im Mitgliederbereich sowie an Hochschulen und anderen Ausbildungsstätten breit gestreut.

Stellungnahmen

In den Jahren 1999 bis 2001 erarbeitete die IGfH/FICE die folgenden Stellungnahmen bzw. Positionspapiere:




7. Aktivitäten im Rahmen der internationalen FICE

Über einen großen Teil der internationalen Aktivitäten wurde bereits berichtet. An dieser Stelle soll nun noch von

- den Generalversammlungen von FICE-International und FICE-Europa 2000
in Maastricht
- den Verbandsrats-Sitzungen der FICE 1999 - 2001 und
- den Aktivitäten der FICE-Europa
berichtet werden.

Die Vertretung der IGfH in den internationalen Gremien nahmen im Berichtszeitraum Prof. Dr. Friedhelm Peters, Wolfgang Trede und - seit 2001 - Nicole Janze wahr.

Anlässlich des internationalen FICE-Kongresses in Maastricht im Mai 2000 fanden turnusgemäß die Generalversammlungen von FICE-International und FICE-Europa sowie die Verbandsratssitzung der FICE statt. Sowohl in der FICE-International wie auch bei FICE-Europa waren in Maastricht neue Vorstände zu wählen. In den neuen Vorstand der FICE-Europa wurden gewählt: Robert Soisson, Luxemburg (Präsident), Judit Cseres, Ungarn, Gerd Schemenau, Rumänien (Sekretär), Onno van Praag, Niederlande (Schatzmeister).

Zum neuen Präsidenten der FICE-International wurde der Niederländer Theo Binnendijk gewählt. Theo Binnendijk ist Vorsitzender der holländischen FICE-Sektion und im Hauptberuf Leiter einer großen Kinder- und Familienhilfeeinrichtung in Amsterdam, dem Sociaal Agogisch Centrum. Zum neuen Generalsekretär der FICE-International wurde Christoph Tanner, Geschäftsführer der Pestalozzistiftung Trogen/Schweiz für zunächst zwei Jahre gewählt. Die Pestalozzistiftung hatte zugesagt auch (wieder) eine finanzielle Unterstützung des Generalsekretariats zu übernehmen. Als Schatzmeister bestätigt wurde François-Richard Joubert (ANCE France).

Mit der Aufnahme von Indien und Marokko in die FICE wurde die Grundlage für eine weitere Ausdehnung und zugleich Regionalisierung (FICE-Afrika und FICE-Asien nach dem Modell FICE-Europa?) der FICE-International gelegt.

Die Verbandsratssitzungen der FICE fanden ansonsten zwei Mal pro Jahr statt, eine für Oktober 2000 in Israel geplante Sitzung musste wegen der dortigen politischen Situation kurzfristig abgesagt werden. Die Sitzungen des Verbandsrates waren im Berichtszeitraum stark belastet durch die Tatsache, dass kein funktionsfähiges Generalsekretariat existierte (und nach wie vor nur ein Not-Sekretariat durch den Präsidenten aufrechterhalten wird): Die von der Stiftung Pestalozzi zugesagte Stellung des Generalsekretariats wurde nicht realisiert und der in Maastricht neu gewählte Generalsekretär verließ die Stiftung im Frühjahr 2001 und gab in der Folge auch sein Amt bei der FICE auf. Ansonsten beschäftigte sich der Verbandsrat mit den folgenden Projekten:


Mit diesem Projekt hat die FICE für den Bereich der Jugendhilfe einen konkreten Beitrag geleistet, um es den betroffenen Parteien in den Staaten des ehemaligen Jugoslawiens zu ermöglichen, den Dialog wieder aufzunehmen. Zu diesem Zweck wurden bereits zwei Mal mit großem Erfolg im August 2000 (am Plattensee in Ungarn) und im August 2001 (in Bihac/Bosnien-Herzegowina) je ein zwölftägiges "Peace Camp" für Heimkinder aus Bosnien, Serbien und der Republik Serbska durchgeführt. Parallel zum Peace Camp fand jeweils eine fünftägige Fachkonferenz für sozialpädagogische Fachkräfte aus der Region und aus anderen europäischen Ländern statt mit dem Ziel, die jahrelange fachliche Isolation der SozialpädagogInnen aus diesen Ländern zu durchbrechen und zu einem fachlichen Austausch auf europäischer Ebene zu gelangen. Von der IGfH engagierte sich unsere frühere Vorsitzende Dr. Anne Frommann während beider Tagungen. Zwei Tagungsberichte zu diesem besonders gelungenen Projekt, das federführend von Kollegen der FICE-Schweiz durchgeführt worden ist, sind im Forum Erziehungshilfen abgedruckt. "Dialog Südosteuropa" soll in den Jahren 2002 - 2004 fortgesetzt werden.


Im Rahmen des Projektes der FICE-International "Educateurs Sans Frontières - ESF" sollten zwei multidisziplinäre Freiwilligenteams aus ca. 15 Personen (jeweils erfahrene ErzieherInnen, SozialarbeiterInnen/-pädagogInnen, PsychologInnen etc.) gebildet werden, die bereit sind, kurzfristig an Hilfeeinsätzen für Minderjährige auf der ganzen Welt teilzunehmen, deren Wohlergehen im Zusammenhang mit (Bürger-)Kriegen, Vertreibung, Flucht etc. erheblich gefährdet sind. Im Rahmen der Hilfeeinsätze wäre es vorrangig darum gegangen, Betreuungspersonal vor Ort sozialpädagogisch/psychologisch zu schulen und möglichst gute Betreuungs-, Bildungs- und Therapiestrukturen vor Ort zu organisieren. Leider kämpft das Projekt noch immer mit Startproblemen. Diese hofft man jedoch nun lösen zu können, indem sich ANCE France intensiv mit der Durchführung des Projektes befasst.


Über dieses Projekt wurde bereits weiter oben informiert.

Im Jahr 2001 konnten zwei neue assoziierte Mitglieds-Sektionen gewonnen werden: FICE-Bulgarien und FICE-Südosteuropa (hier haben sich - als ein Ergebnis des "Dialogs Südosteuropa" - über die früheren Bürgerkriegsgrenzen hinweg KollegInnen aus Serbien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro zusammengetan). Für die KollegInnen dieser vergleichsweise sehr armen europäischen Regionen mit einem großen fachlichen Entwicklungswunsch ist die FICE als Unterstützungsnetzwerk besonders wichtig.

Über die genannten Aktivitäten hinaus kam es auch zwischen 1999 und 2001 zu einer ganzen Reihe von bilateralen Kontakten auf der Ebene von Heimeinrichtungen.




8. Zur Finanzsituation der IGfH

Der Haushalt der IGfH wird vornehmlich aus Mitgliedsbeiträgen, dem Vertrieb von Publikationen, Tagungsbeiträgen, Erlösen der Lotterie "Glücksspirale" sowie aus Mitteln des Bundeskinder- und -jugendplanes gespeist. 1999 erhielten wir darüber hinaus letztmalig einen erheblichen Mietzuschuss durch den PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverband im Zuge des über die 1990er Jahre sich erstreckenden Verselbständigungsprozesses der IGfH vom Paritätischen. An dieser Stelle sei dem Jugendministerium und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband für diese Unterstützung und die stets gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit gedankt!

Die Einnahmen-/Ausgaben-Entwicklung der IGfH ist auf den beiden folgenden Seiten tabellarisch und in Schaubildern, die über die längerfristige Entwicklung informieren, dargestellt. Detaillierte Erläuterungen hierzu können auf der Mitgliederversammlung mündlich vorgetragen werden. Die Jahresabschlüsse 1999 - 2001 wurden von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BVW-Aschaffenburg erstellt und testiert. Eine materielle Prüfung der Geschäftsabläufe 1999 und 2000 erfolgte durch die Vereinsrevisoren Herrn Schemenau und Frau Becker und erbrachte keine Beanstandungen. Die Revision des Jahresabschlusses 2001 erfolgt im Juli/August 2001. Für die zeitaufwendige und völlig ehrenamtlich erbrachte Arbeit sei beiden Revisoren herzlich gedankt!

Die Bilanz weist zum 31.12.2001 ein Eigenkapital der IGfH in Höhe von 210.414,51 DM (107.583,23 EUR) aus. Die finanzielle Basis der IGfH hat sich damit im Berichtszeitraum leicht verbessert (Eigenkapitaldecke zum 31.12.1998: 174.627,74 DM) und ist also solide. Es war allerdings für den Vorstand in den vergangenen Jahren nur mit viel Mühe und Glück (insbesondere durch die auch wirtschaftlich sehr erfolgreichen Kongresse der Jahre 2000 und 2001) möglich, die jeweiligen Etats ausgeglichen zu gestalten. Daher wurden im Jahr 2001 nach intensiver Diskussion in den Gremien die Mitgliedsbeiträge deutlich erhöht. Wie üblich soll es abschließend nicht unerwähnt bleiben, dass ein sehr hoher Anteil der IGfH-Leistungen in den Finanzberichten gar nicht enthalten ist, da diese auf dem großen ehrenamtlichen Engagement ihrer Mitglieder beruhen.

Einnahmen-/Ausgabenrechnung der IGfH 1999 bis 2001
Einnahmen (in DM)199920002001
Bundesmittel391.750,00420.454,42412.386,77
DPWV/Glücksspirale31.929,8014.300,0024.700,48
Drittmittel_Projekte (INTEGRA, FICE_Kongress)265.016,98195.162,00355.848,08
Mitgliedsbeiträge215.029,21216.184,81216.485,63
Tagungsbeiträge174.630,00197.702,91433.715,75
Schriftenverkauf30.275,6135.527,4439.187,30
Spenden819,811.225,311.445,61
Zinserlöse4.378,236.596,489.027,25
Sonstige Erträge10.573,44288,496.561,99
Summe Einnahmen1.124.403,081.087.441,861.499.358,86
Ausgaben (in DM)
Personal (incl. Honorare)359.026,88371.173,80438.177,02
Bürokosten (Miete, Tel., Büromat. ...)50.083,8963.076,6866.274,83
Tagungen235.241,77205.826,50484.753,92
Reise_ und Sitzungskosten17.865,8725.530,2823.573,18
Internationale Arbeit4.940,752.235,291.002,76
Aufwand Schriften, ForE111.303,42149.306,70138.455,17
Projekte (INTEGRA, Heimreform)238.320,75205.762,57266.520,10
Porti und Frachten18.027,6321.976,1023.198,13
Anschaffungen/Abschreibungen29.991,4423.950,7124.127,38
Beiträge (DPWV, FICE, AGJ ...)8.708,3711.478,4711.269,30
Buchführung, Jahresabschluss10.391,5110.811,4210.880,46
Sonstige Kosten 3.605,862.699,415.848,71
Summe Ausgaben1.087.508,141.093.827,931.494.080,96
Gewinn / Verlust:36.894,94(6.386,07)5.277,90





9. Entwicklung der Mitgliederzahlen

Die Entwicklung des Mitgliederstandes zeigt die folgende Tabelle:

Bestand zum ...31.12.199831.12.199931.12.200031.12.2001
Einzelmitglieder1.2241.213 1.173 1.130
Einrichtungen & Dienste, Aus-bildungsstätten571585 585 593
(Landes-)Jugendämter2525 27 26
Summe1.8201.8231.7921.749

Der Mitgliederbestand hat sich im Berichtszeitraum leider verringert. Dies ist - analysiert man die Entwicklung der jeweiligen Neueintritte und Kündigungen im Detail - nur teilweise auf Kündigungen zum Jahresende 2001 aufgrund der (zum Teil kräftigen) Beitragserhöhungen zurückzuführen. Denn die Anzahl der Kündigungen im Jahr 2001 lag mit 116 Fällen nur wenig über dem langfristigen Durchschnitt. Unser Problem ist, dass wir - als längerfristigen Trend - zu wenige Neueintritte im Bereich der Einzelmitglieder zu verzeichnen haben. Diesem Trend soll nun mit einer Verstärkung der Mitgliederwerbung begegnet werden. Ein leichter Zuwachs ist in der Mitgliedersäule "Einrichtungen, Dienste, Ausbildungsstätten" festzustellen. Ende 2001 stammten von den 1.749 Mitgliedern 1.528 aus West- und 221 aus Ost-Deutschland.

Eine Auswertung der Kündigungsgründe hat ergeben, dass weitaus die meisten Kündigungen durch Arbeitsfeldwechsel, Altersgründe, sonstige persönliche Gründe oder durch die Auflösung von Einrichtungen bedingt waren. Unzufriedenheit mit dem Verhältnis von Mitgliedsbeitrag und Serviceleistung wurde demgegenüber lediglich in wenigen Fällen genannt (im Beitragserhöhungsjahr 2001 äußerten dies 9 Personen/Einrichtungen).



10. Situation der Geschäftsstelle

Personalsituation, Räumlichkeiten

Im Berichtszeitraum verbesserte sich die Personalsituation, weil das Bundesjugendministerium dem schon seit Jahren gestellten Antrag auf Förderung einer zusätzlichen FachreferentInnen-Stelle zum Jahr 2001 stattgab. Die Stelle wurde zum 1.7.2001 mit Frau Dipl.-Päd. Nicole Janze besetzt, aus familiären Gründen zunächst im Umfang von nur 30 Stunden pro Woche. Seit 15.11.2000 ist Gabi Wiebeck für den Bereich Tagungsverwaltung, Rechnungswesen, Buchhaltung tätig. Sie war zunächst Krankheitsvertretung für Beate Dürkop-Scheld, und wurde nach deren Ausscheiden ab 1.10.2001 fest angestellt.

Die neuen Kolleginnen haben sich jeweils im "Forum" kurz vorgestellt.

Für Organisationsarbeiten rund um den internationalen FICE-Kongress 2002 wurden zum 1.7.2001 Frau Dipl.-Rehapäd. Anke Hennig für die inhaltliche Arbeit und zum 1.10.2001 Frau Andrea Michauk für die Verwaltungsarbeiten auf befristeten Projektstellen angestellt. Nachdem wir uns in der Probezeit von Frau Michauk getrennt haben, wurde zum Jahresende 2001 Frau Karola Ziesche für diesen Arbeitsbereich angestellt.

Die personelle Situation zum 31.12.2001 im Überblick:


Kernteam:

Geschäftsführer 100 % Wolfgang Trede
Bildungsreferentin 100 % Katrin Schröter
Fachreferentin z.Zt. 78 % Nicole Janze
Sachbearbeiterin 100 % Marina Groth
Verwaltungsangestellte 65 % Gabi Wiebeck

Modellprojekt INTEGRA - Bundesstelle:

Projektleiter 100 % Josef Koch
Sozialpäd. Mitarbeiter 50 % Stefan Lenz

Organisationsbüro FICE-Kongress:

Leiterin 50 % Anke Hennig
Verwaltungsangestellte 50 % Karola Ziesche

Die Geschäftsstelle befindet sich in schönen und zentral (10 Fußminuten zum Hauptbahnhof) gelegenen Büros am Frankfurter Schaumainkai. Mit sieben hauptamtlichen MitarbeiterInnen (plus z.Zt. 3 stundenweise tätigen Hilfskräften) ist die räumliche Kapazität der Büros allerdings erschöpft.

Das Organisationsbüro für den FICE-Kongress konnte in zwei Räumen des Kinderhauses Berlin-Mark-Brandenburg in Berlin-Hohenschönhausen eingerichtet werden.


Beratungstätigkeit

Die Beratungstätigkeit der IGfH-Geschäftsstelle hat weiter zugenommen: Es wurden im Berichtszeitraum von Mitgliedern und Nichtmitgliedern jährlich ca. 900 Anfragen nach Information und Beratung gerichtet. Diese Anfragen kommen von den unterschiedlichsten Personen und Einrichtungen, Verbänden, wissenschaftlichen Institutionen, Behörden, Studierenden sowie der Presse. Sie waren auch inhaltlich sehr unterschiedlich und reichten von einfachen Fragen zum Arbeitsfeld ("wie viele Kinder sind in Heimen?") bis zu sehr diffizilen organisatorischen bzw. pädagogisch-konzeptionellen Fragen im Zusammenhang mit der Veränderung von Einrichtungen und Diensten der erzieherischen Hilfen. Eine große Hilfe für die Geschäftsstelle ist dabei, dass wir auf einen großen Pool kompetenter und engagierter ehrenamtlicher Mitglieder zurückgreifen können, an die Anfragen im Bedarfsfall weitergeleitet werden

können.