Forum Erziehungshilfen
ForE 2/03 Jugendhilfe und Bildung
Jugendhilfe im aktuellen Bildungsdiskurs
Gender – Schule – Jugendhilfe
Pädagogische Konzepte statt Billiglösungen
Europa: Junge Migrantinnen und ihre Zugänge zu den Hilfesystemen
Ambulante Intensive Begleitung (AIB)
Ausgewählte Abstracts:
Gender - Schule - Jugendhilfe: ein feministischer Blick auf den Bildungsdiskurs
von Gerrit Kaschuba und Barbara Stauber
Der Beitrag stellt zunächst die geschlechterbezogenen Ergebnisse der PISA-Studie dar. Anschließend erweitert er den Blick und stellt verschiedene Forschungsergebnisse zum Thema „Geschlechterverhältnisse und doing gender“ in der Schule dar. Die grobe Information, dass Mädchen mittlerweile relativ bessere Schulabschlüsse erreichen als Jungen, differenziert sich in dieser Perspektive. Es wird deutlich, dass geschlechterdifferenzierende Analysen konstitutiv sein müssen für die Organisation von Bildungsprozessen in der Schule ebenso wie in der Jugendhilfe. Die Autorinnen erläutern, dass die notwendige Öffnung der Schule hin zu Lebenswelten von Mädchen und Jungen konsequent nur gelingen kann, wenn die produktiven Erfahrungen der geschlechterdifferenzierenden Arbeitsansätze in der Kinder- und Jugendhilfe aufgegriffen werden. Die subjektive Relevanz von Lernthemen, die im traditionellen Schulsystem weitgehend ausgeblendet ist, kann gerade über das Geschlechterthema eingeholt werden. Schließlich skizzieren die Autorinnen die Kontexte gegenwärtiger Bildungspolitik und stellen Konsequenzen zur Diskussion.
Chancen und Risiken für die Jugendhilfe im aktuellen Bildungsdiskurs
von Richard Münchmeier
Ausgehend von den Arbeiten des Bundesjugendkuratoriums zum Verhältnis von Bildung und Jugendhilfe arbeitet der Beitrag den eigenständigen Bildungsauftrag der Jugendhilfe heraus. Dabei wendet er sich gegen die traditionelle Aufteilung der Kinder- und Jugendhilfe in „bildungsnahe“ und „bildungsferne“ Arbeitsfelder. Angesichts der tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungsprozesse sind junge Menschen auf Bildung als einer entscheidenden und unverzichtbaren Ressource der alltäglichen Lebensbewältigung verwiesen, zu deren Entwicklung die Kinder- und Jugendhilfe beitragen muss. Der Autor plädiert für ein Konzept, das Bildung als Querschnittsaufgabe für verschiedene Bildungsorte begreift, die von der Familie über die Handlungsfelder der Kinder- und Jugendhilfe bis hin zur Schule reichen. Dazu bedarf es der Kooperation und der Überwindung von Mauern zwischen den einzelnen Bildungsprovinzen.
zurück