Forum Erziehungshilfen

ForE 1/04 "Mädchenfalle" Psychiatrie?

Die Abstracts der Artikel des Themenschwerpunktes:

"Mädchenfalle" Psychiatrie? Eine Einführung in ein heikles Thema

von Mechthild Wolff

Dieser Einleitungsbeitrag erläutert die Fragestellung und erinnert an die Diskussionen um die geschlechtsspezifischen Vorstellungen von weiblicher Normalität und weiblicher Krankheit in den behandelnden Institutionen sowie die vorliegenden Erkenntnisse zu Kooperationsmängel, -grenzen und -notwendigkeiten zwischen Jugendhilfe und Jugendpsychiatrie. Skizziert werden die wichtigsten Diskussionspunkte um die gängige Praxis in den Kinder- und Jugendpsychiatrie. Schließlich stellt die Autorin in diesem erweiterten Editorial die Zugangsweisen der Autorinnen kurz vor, die aus der Innensicht einer Psychiatrie vor allem die pädagogische Arbeit mit Mädchen beleuchten.

Zwangsverheiratung - Wie Mädchen krank gemacht werden

von Dörthe Fries-Huguenin-Virchaux, Regina Diedel-Biswas und Hatice Güler-Meisel

Der Beitrag stellt Praxiserfahrungen im Umgang mit Migrantinnen vor, die in der Zusammenarbeit zwischen Mitarbeiterinnen der Kinder- und Jugendpsychiatrie/-psychotherapie (KJPP) Ulm, dem Projekt Sibille International und der Kontaktstelle für die ausländische Bürgerschaft (KAM) der Stadt Ulm gewonnen wurden. Besonders fokussiert werden dabei die Probleme, die sich für Mädchen aus der Zwangsverheiratung ergeben.

Pädagogisches Arbeiten mit Mädchen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie

von Corinna Piontkowski, Dörthe Fries-Huguenin-Virchaux und Ute Ziegenhain

Der Beitrag stellt Aspekte der multidisziplinären Zusammenarbeit zwischen Pädagoginnen, Ärztinnen und Psychotherapeutinnen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Ulm (KJPP) vor. Anhand von drei ausgewählten Leitlinien "Selbstbestimmter Lebensraum", "Mädchen in Hilfen zur Erziehung" und "mädchenspezifische Gewalt- und Suchtprävention", die in einem regionalen Arbeitskreis von Fachkräften in der Mädchenarbeit erarbeitet wurden, stellt der Beitrag die praktische Umsetzung in der Praxis der Kinder- und Jugendpsychiatrie vor. Resümierend sprechen sich die Autorinnen für einen Ansatz aus, der den spezifischen Konfliktlagen von Mädchen, aber auch von Jungen gerecht wird.

Psychiatrie aus Sicht minderjähriger PatientInnen

von Katja Wiethoff

Die Autorin beschreibt die Ergebnisse einer Studie zur Partizipation von Kindern und Jugendlichen in stationären Einrichtungen der Kinder und Jugendpsychiatrie. Anhand von aus qualitativen Interviews gewonnenen Skalen wurden unter anderem das Partizipationsbedürfnis, die Stigmatisierungsängste, Kenntnisse über die Psychiatrie und die Wahrnehmung der Kinder und Jugendlichen bezüglich der respektvollen und fairen Behandlung durch das Klinikpersonal gemessen. Abschließend diskutiert die Autorin die Ergebnisse unter dem Aspekt der Verbesserung von Partizipation und Information für Betroffene.