Stellungnahme

Zukunft Europa - Zukunft für Mädchen. Politische Strategien gegen die Ausgrenzung von Mädchen und jungen Frauen in Europa

Zukunft Europa - Zukunft für Mädchen
Politische Strategien gegen die Ausgrenzung von Mädchen und jungen Frauen in Europa
Ergebnisse und Forderungen eines europaweiten Forums

Die vielen Gesichter sozialer Ausgrenzung, von denen Mädchen und junge Frauen in Europa betroffen sind, waren Gegenstand eines Europäischen Forums, das Anfang Mai in Berlin stattfand. Die Fachgruppe "Mädchen und Frauen" der Internationalen Gesellschaft für Erzieherische Hilfen e.V. (IGfH) hatte gemeinsam mit der Diakonischen Akademie Deutschland gGmbH ExpertInnen aus England, Italien, Spanien, der Türkei, Russland und Deutschland eingeladen, um die Lebens- und Problemlagen von Mädchen und jungen Frauen sowie die verschiedenen politischen und sozialen Systeme Sozialer Arbeit und der Politik kennen zu lernen und gemeinsam politische Handlungsstrategien gegen Ausgrenzungsphänomene zu diskutieren. Mehr als achtzig Frauen aus verschiedenen Feldern der Mädchen- und Frauenarbeit waren der Einladung gefolgt. Das Forum wurde aus Mitteln des Bundesfrauenministeriums, Jugend für Europa, dem Berliner Senat, dem Diakonischen Werk und ihrer Akademie sowie der IGfH gefördert.
Von allen ReferentInnen wurde das besorgniserregend steigende Ausmaß "weiblicher Versklavung" beklagt und mit erschreckenden Beispielen belegt. Prostitution junger Mädchen sowie Mädchen- und Frauenhandel, d.h. die Degradierung von Mädchen und jungen Frauen zur Ware in einem sich neu sortierenden europäischen Markt, gehören insbesondere in den Ländern mit erhöhten Armutsproblemen zur Tagesordnung.
Im Gesamtzusammenhang des Forums erschien die hierin sichtbar werdende körperliche und ökonomische Ausbeutung als eklatantester Ausdruck einer weithin fortbestehenden strukturellen Benachteiligung von Frauen und Mädchen, die sich vor allem in fehlenden Ausbildungs- und Beschäftigungsoptionen, Gewalt gegen Mädchen und Frauen und kulturell manifestierten Rollenzuweisungen zeigt, die weibliche Lebensmöglichkeiten erheblich einschränken. Obwohl in allen Ländern die Frauenbewegung Freiräume und neue Perspektiven für Mädchen und Frauen erkämpfen konnte, profitieren noch nicht alle von dieser Entwicklung. Insbesondere den benachteiligten Mädchen droht im Prozess der europäischen Einigung, der Sprachkenntnisse, Mobilität etc. als ‘‘Eintrittskarte’’ voraussetzt, die langfristige soziale Ausgrenzung.
Um dieser Entwicklung wirksam entgegen zu treten, bedarf es einer europäischen Perspektive ebenso wie frauenpolitischer Maßnahmen, die auf Chancengleichheit ausgerichtet sind, und konkreter Unterstützungsangebote für die Betroffenen. Folgende Forderungen richten die Teilnehmerinnen an die europäische Sozialpolitik:


Für die Fachgruppe "Mädchen und Frauen" der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen: Dr. Monika Weber/Dr. Mechthild Wolff

Der Inhalt dieser Pressemitteilung wird von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Mädchenarbeit, dem Tübinger Institut für frauenpolitische Sozialforschung e.V., Ulrike Wisser (BBJ Brüssel) sowie IMMA e.V. München unterstützt.