zurück / back

Dokument vom 03/01/2005

Erschreckendes Dokument sozialer Zerissenheit - Paritätischer Wohlfahrtsverband (DPWV) fordert rasche Konsequenzen aus Armutsbericht

Als erschreckenden Beleg für die soziale Zerissenheit in Deutschland bezeichnet DPWV-Vorsitzende Barbara Stolterfoht den Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Der Bericht dokumentiere, dass auch in den letzten Jahren die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer geworden sind.

Nach regierungsamtlichen Angaben konnte das vermögendste Zehntel der Haushalte seinen Reichtum um 29 Prozent - von 504.000 auf durchschnittlich 624.000 Euro - steigern. Im gleichen Zeitraum wuchs der Schuldenberg des untersten Zehntels von 3.900 auf 7.900 Euro.

„Die Zahlen spiegeln in dramatischer Weise die wachsende Dynamik der gesellschaftlichen Spaltung wider: In wenigen Jahren hat sich der Schuldenstand der Ärmsten verdoppelt“, so Stolterfoht. Dabei sei Hartz IV noch nicht einmal berücksichtigt.

Der DPWV weist darauf hin, dass die Zahl der überschuldeten Haushalte allein zwischen 1999 und 2002 von 2,8 Millionen auf 3,13 Millionen angestiegen sei. 13,5 Prozent der Bevölkerung seien nach dem Bericht 2003 einem erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt gewesen. Dies bedeute einen Anstieg des Armutsrisikos um 11,6 Prozent seit 1998.

Es sei der Bundesregierung hoch anzurechnen, einen so umfassenden und in Teilen schonungslosen Armutsbericht vorgelegt zu haben. Allerdings müßten nun auch rasch die notwendigen Konsequenzen gezogen werden.

„Der Bericht kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß Sozialhilfe und Arbeitslosengeld II zu gering bemessen sind, um zuverlässig vor Armut und Ausgrenzung zu schützen“, kritisiert Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider. Der Verband fordert daher neben den von der Regierung aufgeführten arbeitsmarkt- und familienpolitischen Initiativen als Sofortmaßnahme eine bedarfsangemessene Erhöhung der Sozialhilfe und des Arbeitslosengeldes II.

Berlin, 02.03.2005


Eingestellt von:Martin Wisskirchen
Kategorie:Fachübergreifend

Paritätischer Informationsdienst